Vieles liegt im Argen
Verbesserungsvorschläge
Betriebsrat einführen. Liebe manager: habt keine Angst davor. Ja, dann werden die späten Abholzeiten der Versanddienstleister schwierig oder es gibt Einschnitte in ein paar Bereichen. Jedoch wird das Arbeitsklima unterm Strich besser werden. Mehr Zufriedenheit, Stabilität und viel bessere Konfliktlösungen sind der benefit, der sich langfristig mehr als auszahlen wird.
Und hört auf den Drohhebel der Provision einzusetzen. Explizit sowie Implizit.
Seid offen für kreative Ideen und schafft Raum dafür.
Arbeitsatmosphäre
Mit dem Jahr 2024 und der Umstellung auf "PICARD 2.0" wurde es immer schlechter. Viel Unsicherheit, Ratlosigkeit überall und Teams im Verkauf wurden stellenweise herabgestuft und unfair behandelt. Durch den großen Provisionsanteil im Gehalt (meist um die 3/4 des Gehalts!), der auch noch stark schwankte, fiel die offene Kommunikation und Vertrauen hintenrunter. Sobald eine andere Person etwas besser benotet worden ist, entspricht die eigene, gleichgebliebene Note weniger Provisionsanteil und ist somit weniger Gehalt wert. Ganz schwieriges Arbeitsklima! Vorschläge zu verschiedensten Verbesserungen (z.B. 360 Grad Feedback, Anonyme Bewertungen, Optimierungen in den Prozessen, Modernisierungsvorschläge) wurden zwar manchmal durch den direkt Vorgesetzten weitergetragen, aber oft auch vorgefiltert und ist versandet. Konzepte, die für deadline x unbedingt bis ins kleinste Detail ausgearbeitet werden mussten, lagen dann Monate in der Schublade oder wurden diskutiert oder auch einfach am Ende wieder ignoriert. Irgendwann hört man dann auch auf Ideen und Kreativität und vorallem Innovationsdrang mitzubringen und man verstummt.
Image
Das Image, auch getragen durch die Optik der Gebäude, passt nicht zu dem eigentlichen Sein und Arbeiten in der Firma. Leider. Es war meiner Meinung nach einmal anders. Was auch immer diese Managementseminare oder vielleicht auch eine Unternehmensberatung mit der management Ebene bewirkt haben, hat einen starken Keil zwischen Image und Realität getrieben.
Work-Life-Balance
8 Tage Homeoffice pro Monat. Bei Teilzeit, auch nur anteilig. Selbst bei familiärbedingten Umzügen weiter weg und dem commitment, dennoch einmal pro Monat eine Woche auf eigene Kosten im Büro zu sein, wurde nicht von der Regel abgewichen. Hier gab es keine Möglichkeit zur Verhandlung und selbst wenn es im Team lösbar wäre, brachte der Provisionsdruck leider das Gegenteil von Mut nach einer Lösung/Option zu fragen.
"10% Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten"
Karriere/Weiterbildung
Es gab interne Schulungen, z.B. Excel oder Englisch Grundlagenkurse. Dass Budget (ca. 2000€ pP/Jahr) für Schulungen und auch die gesetzlichen Bildungsurlaube jedem Mitarbeitenden zustehen, wurde nicht kommuniziert. Auch hier wieder der Unterschied wie in den Teams damit umgegangen wird.
Gehalt/Benefits
Durch die Provision schwankte das Gehalt so stark, dass es sehr schwierig wurde Verlässlichkeit aufzubauen. Das lag natürlich auch an den Umsatzzahlen, vorallem aber auch an der Benotung und der Intransparenz.
Kostenloses Sprudelwasser.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es ist ein internationales Logistikunternehmen, da ist nicht viel zu holen zum Thema Umweltbewusstsein.
Sozialbewusstsein: Brot und Spiele und Ablenkung. Anstelle eines Betriebsrat wurde die Belegschaft mit der Erstellung eines Leitbilds fürs Unternehmen beschäftigt.
Chice Party im Dortmunder U oder Disco im Palettenlager halfen dem Sozialaspekt.
Kollegenzusammenhalt
Es gab Teams, die miteinander gut, mit Freiraum und lösungsorientiert gearbeitet haben. Jedoch war durch den Provisionsdruck und dem dadurch bedingten Verhalten gegenüber den Vorgesetzten vieles sehr schwierig. Leider mehr Tratsch und unfairer Flurfunk als eigentlich notwendig war. Es zeichnete sind öfters das "Alte Riege ist mehr wert"-Verhalten ab.
Umgang mit älteren Kollegen
Die alten Provisionsverträge waren wohl besser und wurden laut meiner Kenntnis auch nicht angepasst. Hier war ganz klar der Vorteil beim länger im Unternehmen sein.
Was das alter der Mitarbeitenden angeht kann ich keine negativen Aussagen feststellen. Es zählte mehr das Dienstalter.
Vorgesetztenverhalten
Wie bereits oben erwähnt gab es solche und solche. Und auch wie in den anderen aktuellen Bewertungen: verstehst du dich gut oder kannst gut nach der Pfei.fe tanzen, ist alles in Ordnung. Aber ebendies schränkt Wachstum und Mut ein.
"Wir lernen aus Fehlern" wie es in den Leitsätzen stand, war nicht möglich. Oder kostete sehr, sehr viel.
Arbeitsbedingungen
Alles modern eingerichtet, etwas zu viel Wert auf Kunst und Glorie gelegt als auf Praktisches oder Inklusives. Kein Aufzug im Büro, Glastreppe im Betonkasten ohne Geländer.
Positiv sind die höhenverstellbaren Tische und Klimalüftung. Aber auch das sollte so langsam auch Standard sein und eher als Invest des Arbeitgebers in die Gesundheit, Wohlbefinden und Langlebigkeit der Mitarbeitenden.
Kommunikation
Es gab Informationen, Statistiken, Zahlen, als auch Entscheidungen und Einblicke in die management Runden. Aber auch hier: der eine Vorgesetzte gibt alle Infos weiter, der andere nur teilweise/gefiltert und wieder andere Teams erhalten Infos nur über den Flurfunk bzw. von Mitarbeitenden aus anderen Teams.
Am schlimmsten fand ich den Umgang mit Mitarbeitenden als unsere Verkaufsteams neu aufgestellt und sortiert worden sind. Hier wurde ganz klar die Einordnung in die Teams nach Kundenklasse A, B, C vorgenommen. Erst eine große Präsentation der neuen Idee, die mehr nach McKinsey-Beratung klang als nach der "PICARD Familie", dann zog jeder seine Raumnummer und sah in den Raum kommend erst, wo man gelandet ist. Dieser Tag und alles was danach geschah war so menschlich abwertend, wie selten erlebt. Ab da wurden alle schlechten Entscheidungen oder Minusumsatz auf das C-Kunden Team geschoben, die zum reinen call-center ohne Kundensupport und Kundenbetreuung geworden sind. Die Kommunikation darüber war auch nach außen nicht vorhanden, es gab keine Inhalte, die den Kunden sinnvoll und glaubhaft kommuniziert werden konnten.
Vorfälle mit Übergrifflichkeiten wurden nicht oder spät eingeordnet.
Gleichberechtigung
Welches Geschlecht vorlag war für die meisten Aufgaben, Rollen oder Teams egal. Jedoch hörte man hier und da dennoch unterschwellig noch die "Alte Garde" mit ihren Boomer-Ansichten und Weltbildern.
Interessante Aufgaben
Hatte man die Möglichkeit Kunden zu entwickeln, so wurde es auch spannend. Blieb das jedoch aus, war es sehr eintönig und stringentes Abarbeiten.
Aufgrund der vielen Aufgaben und unklaren Hierachien, die z.B. bei der IT Projekte priorisieren konnten, war auch hier schnell Essig mit den interessanten Projekten/Aufgaben. Es fühlte sich mehr nach Stillstand an und dem Liegenlassen von Chancen. Alte Technologien wurden weiterbetrieben und gefördert. "Wir haben das schon immer so gemacht" und "Es ist historisch gewachsen" sind normalerweise eher ein Weckruf als eine Begründung für Ablehnungen neuer Ideen!

