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Bewertung

Viel Fassade, wenig Substanz – stabil, aber nicht gesund

1,7
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr bei WD Plus GmbH in Hannover gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Man weiß, woran man ist – im positiven wie im negativen Sinne. Wer länger im Unternehmen ist, kennt die Strukturen und kann sich darauf einstellen. Außerdem wird das Gehalt zuverlässig und pünktlich ausgezahlt.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Es herrscht eine spürbare Ungleichbehandlung – sowohl in Bezug auf Aufgabenverteilung als auch bei Gehalt, Verantwortung und Toleranz gegenüber einzelnen Mitarbeitenden.

Trotz teils sehr guter Geschäftszahlen und Millionenbeträgen an Bilanzgewinn wird regelmäßig vermittelt, dass es dem Unternehmen und der gesamten Branche wirtschaftlich schlecht gehe. Diese Botschaft wird häufig genutzt, um unbequeme Themen wie stagnierende Gehälter, hohe Arbeitsbelastung oder fehlende Investitionen zu rechtfertigen. Mitarbeitenden wird sinngemäß vermittelt, sie sollten „froh sein, überhaupt noch einen Job zu haben“. Diese Form der Kommunikation erzeugt Unsicherheit, Druck und verhindert eine gesunde, vertrauensvolle Unternehmenskultur.

Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass finanzielle Mittel eher in der oberen Führungsebene ankommen, während die Belegschaft mit minimalen Zugeständnissen auskommen soll.

Verbesserungsvorschläge

– Klare und transparente Kommunikation der Unternehmensziele und Entscheidungsprozesse – auch über Abteilungen hinweg.
– Einführung eines nachvollziehbaren Gehaltsmodells mit fairer Bezahlung und offener Kommunikation statt Schweigekultur.
– Aufbau echter Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Mitarbeitende und Führungskräfte.
– Nachhaltigerer Umgang mit Arbeitsbelastung: Lieber einen Gang zurückschalten als Mitarbeitende durch Überlastung, fehlende Erholung und dauerhaft hohe Überstunden zu verheizen.

Arbeitsatmosphäre

Innerhalb der eigenen Abteilung ist das Miteinander meist in Ordnung und kollegial. Sobald jedoch abteilungsübergreifende Zusammenarbeit gefragt ist, wird es schwierig. Es fehlt häufig an einem gemeinsamen Verständnis für Teamarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg. Statt echter Kooperation entsteht oft der Eindruck: "Ich habe meinen Teil erledigt – jetzt sind die anderen dran." Man hat das Gefühl, dass viele Kolleginnen und Kollegen nach dem Prinzip arbeiten: "Nicht meine Abteilung, nicht mein Problem." Das führt zu Reibungsverlusten, Verzögerungen und manchmal auch zu Frust – besonders bei Aufgaben, die eigentlich nur im Zusammenspiel gelöst werden können.

Image

Nach außen präsentiert sich das Unternehmen modern und mitarbeiterfreundlich – kleine Benefits wie ein Obstkorb oder ein Kickertisch sollen dieses Bild unterstützen. Intern sieht es jedoch anders aus: Viele Prozesse wirken veraltet, das Arbeitsklima ist teils angespannt und grundlegende Strukturen oder Werte werden nicht gelebt.

Der Unterschied zwischen Außendarstellung und Realität ist für viele Mitarbeitende offensichtlich – das sorgt für Frustration und untergräbt Vertrauen.

Work-Life-Balance

Es gibt flexible Arbeitszeiten mit einer definierten Kernarbeitszeit. In der Praxis wird diese von vielen Mitarbeitenden nicht eingehalten, was von der Geschäftsführung meist toleriert wird. Das führt zu Frust – besonders dann, wenn andere auf pünktliche Zuarbeit angewiesen sind.

Homeoffice ist nur in Ausnahmefällen möglich. Eine verbindliche oder faire Regelung fehlt, was im heutigen Arbeitsumfeld wenig zeitgemäß wirkt.

Die Urlaubstage liegen unter 30 und bieten damit weniger Erholungsspielraum als in vielen vergleichbaren Unternehmen. Kurze Abwesenheiten für private Erledigungen (z. B. Handwerkertermine, TÜV etc.) sind in einigen Abteilungen möglich, je nach Führungskraft.

Längere Urlaubszeiten sind dagegen eher ungern gesehen. Auch Themen wie Elternzeit, Kinderbetreuung oder Bildungsurlaub werden nicht aktiv unterstützt – teilweise sogar kritisch betrachtet. Das vermittelt nicht gerade den Eindruck eines familienfreundlichen oder mitarbeiterorientierten Unternehmens.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildung spielt im Unternehmen kaum eine Rolle. Es gibt weder ein strukturiertes Fortbildungsangebot noch gezielte Fördermaßnahmen für die individuelle Entwicklung. Bildungsurlaub wird eher ungern gesehen und nicht aktiv unterstützt.

Auch interne Aufstiegschancen oder persönliche Entwicklungsmöglichkeiten sind nicht erkennbar. Wer sich fachlich oder beruflich weiterentwickeln möchte, stößt schnell an Grenzen – sowohl inhaltlich als auch organisatorisch.

Gehalt/Benefits

Über Gehälter darf offiziell nicht gesprochen werden, dennoch ist offensichtlich, dass große Unterschiede bestehen. Trotz flacher Hierarchien gibt es eine deutliche Gehaltsschere: Manche Mitarbeiter oder Abteilungsleitungen verdienen nur wenige Hundert Euro mehr als reguläre Mitarbeitende – andere wiederum erhalten mehrere Tausend Euro mehr. Die Unterschiede wirken willkürlich und nicht nachvollziehbar. Das sorgt bei vielen im Unternehmen für Unzufriedenheit, zumal die Kriterien für die Gehaltsverteilung nicht transparent sind.

Es finden regelmäßige Gehaltserhöhungen statt, diese bewegen sich aber meist nur im Bereich einiger Hundert Euro brutto jährlich und gleichen z. B. gestiegene Lebenshaltungskosten oder Inflation nicht aus.

Positiv zu erwähnen sind das Weihnachtsgeld sowie eine jährliche Erfolgsprämie, die zusätzlich zum regulären Gehalt gezahlt werden.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Umwelt- und Sozialbewusstsein spielen im Unternehmensalltag kaum eine Rolle. Der Fokus liegt klar auf maximalem Gewinn bei möglichst geringen Anforderungen an Umweltstandards oder soziale Verantwortung.

Es wird stark auf Importe – insbesondere aus China – gesetzt, ohne dass transparente Informationen zu Nachhaltigkeit, Produktionsbedingungen oder ethischen Standards bereitgestellt werden. Maßnahmen zur aktiven Förderung von Umweltschutz oder sozialer Verantwortung sind nicht erkennbar.

Kollegenzusammenhalt

Innerhalb der Abteilungen ist der Zusammenhalt gut. Man unterstützt sich gegenseitig und versucht, gemeinsam Lösungen zu finden – auch unter hoher Belastung. Es herrscht ein kollegiales Miteinander, bei dem man sich aufeinander verlassen kann. Allerdings entsteht gelegentlich der Eindruck, dass dieses Engagement von der Geschäftsführung als selbstverständlich angesehen oder sogar ausgenutzt wird – insbesondere wenn es um Überstunden oder freiwillige Zusatzaufgaben geht. Wertschätzung oder Ausgleich für diesen Einsatz bleiben oft aus.

Vorgesetztenverhalten

Die Geschäftsführung ist in der Regel einmal pro Woche vor Ort, den Rest der Woche werden Aufgaben und Verantwortung an Stellvertretung und Assistenz delegiert. Die Kommunikation verläuft meist respektvoll und auf Augenhöhe. Allerdings wirkt das Führungsverhalten häufig impulsiv, fachlich wenig fundiert und wenig geeignet für eine moderne Personalführung. In dem eher lockeren Umfeld kommt es gelegentlich auch zu unpassenden Kommentaren – teilweise mit diskriminierendem Unterton – was nicht professionell wirkt.

Die Assistenz der Geschäftsführung kommuniziert klar und direkt, handelt aber strikt im Sinne der GF und setzt deren Anforderungen oft ohne Rücksicht auf individuelle Gegebenheiten oder Belastungen durch.

Die Abteilungsleitungen bestehen häufig aus langjährigen Mitarbeitenden, die ohne gezielte Schulung oder Ausbildung in Führung, Kommunikation oder Organisation in ihre Rollen gekommen sind. Sie geben sich Mühe und zeigen Engagement, allerdings fehlt es oft an professioneller Führungskompetenz. Hier wäre gezielte Weiterbildung dringend empfehlenswert.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsplätze befinden sich größtenteils in einem Großraumbüro. Persönlicher Rückzugsraum oder individuelle Gestaltungsmöglichkeiten sind kaum vorhanden. Der Platz ist begrenzt, was sich mitunter negativ auf Konzentration und Wohlbefinden auswirkt.

Die technische Ausstattung ist je nach Abteilung unterschiedlich – dort, wo es notwendig ist, wird mit aktuellem Arbeitsmaterial gearbeitet.

Klimageräte sind vorhanden, was in den Sommermonaten hilfreich ist. Allerdings verfügen einige Büros über keine eigenen Fenster; Tageslicht kommt teilweise nur über Oberlichter, was das Raumklima und die Atmosphäre beeinflussen kann.

Kommunikation

Innerhalb der Abteilungen gibt es interne Meetings, in denen neben operativen Themen auch informelle Informationen („Flurfunk“) ausgetauscht werden. Eine strukturierte, abteilungsübergreifende Kommunikation findet jedoch kaum statt. Die Geschäftsführung kommuniziert in der Regel ausschließlich per E-Mail oder über die Assistenz. Der offizielle Informationsfluss beschränkt sich meist auf konkrete Aufgaben oder Rückfragen. Transparente Kommunikation – z. B. zu Unternehmenszahlen, strategischen Vorhaben, personellen Veränderungen oder Änderungen an Betriebsabläufen – bleibt weitgehend aus. Das führt dazu, dass viele Mitarbeitende sich nur unzureichend informiert fühlen und wichtige Informationen eher über inoffizielle Wege als über offizielle Kanäle erhalten.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben sind grundsätzlich vielfältig – von Einkauf, Import und Verkauf über Qualitätssicherung, Grafik, IT und Kundenservice bis hin zur Lagerlogistik. Es gibt viel zu tun, wodurch die Arbeit abwechslungsreich sein könnte.

In der Realität ist die Arbeitsbelastung pro Mitarbeiter jedoch massiv, da offenes Personal nicht oder nur sehr schwer gefunden wird. Neue Kolleginnen und Kollegen werden selten eingestellt, was zu chronischer Überlastung führt.

Abteilungsübergreifende Aufgaben sind eher selten. Die Möglichkeit, sich aktiv in andere Bereiche einzubringen oder über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, ist kaum gegeben. Das schränkt die persönliche Weiterentwicklung ein und wirkt siloartig.


Umgang mit älteren Kollegen

Gleichberechtigung

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Arbeitgeber-Kommentar

Liebe/-r Mitarbeiter/-in,
vielen Dank für dein konstruktives Feedback und dass du deine Erfahrungen mit uns teilst!
Wir bedauern sehr, dass du bisher keine durchweg guten Erfahrungen hier bei uns vor Ort sammeln konntest.
Wir nehmen dein Feedback sehr ernst und sind stets bemüht, uns weiterzuentwickeln und Verbesserungen vorzunehmen.


Uns ist bewusst, dass eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit manchmal herausfordernd sein kann, insbesondere wenn man selbst nicht in die Prozesse der anderen Abteilungen eingebunden ist. Dennoch setzen wir alles daran, unsere Abläufe zu optimieren und legen großen Wert auf eine vertrauensvolle und kooperative Zusammenarbeit.


Beim Thema Homeoffice stehen wir vor der Herausforderung, betriebliche Abläufe und persönliche Bedürfnisse und Wünsche in Einklang zu bringen. Viele unserer Prozesse erfordern den Austausch und eine direkte Zusammenarbeit vor Ort. Gleichzeitig wollen wir auch eine Balance zwischen den verschiedenen Abteilungen im Unternehmen wahren. Unsere Kolleginnen und Kollegen im Lager können ihre Arbeit nicht aus dem Homeoffice erledigen. Daher haben wir uns bewusst gegen eine aktive Homeoffice Regelung entschieden. Wir wissen, dass sich Arbeitsmodelle weiterentwickeln und prüfen laufend, inwiefern wir Anpassungen vornehmen können.


Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Kommunikationsstrukturen zu verbessern und den Informationsfluss innerhalb des Unternehmens zu optimieren. Ziel ist es, abteilungsübergreifend mehr Transparenz zu schaffen und alle Mitarbeitenden regelmäßig und umfassend über relevante Themen zu informieren. Hilfsweise wird zur Zeit der Mailverkehr genutzt, um so alle Mitarbeitenden gleichermaßen zu erreichen.


Wir freuen uns, dass du dich in deinem kollegialen Umfeld wohlfühlst und den respektvollen Umgang unserer Geschäftsleitung schätzt.


Insgesamt ist deine Rückmeldung für uns eine wertvolle Unterstützung und wir nehmen diese als neuen Impuls, uns kontinuierlich weiterzuentwickeln! Gerne möchten wir dir auch die Möglichkeit bieten, mit uns vor Ort in den Austausch zu treten! Wenn du also weitere Anregungen hast, komm gerne auf uns zu - gemeinsam können wir am Besten an Verbesserungen arbeiten!
Wir freuen uns auf den Dialog mit dir!


Alles Gute wünscht dir!
Dein HR-Team!

Dieser Kommentar bezieht sich auf eine frühere Version der Bewertung.
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