Hohe Verantwortung braucht faire Verteilung und Wertschätzung
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre lässt sich insgesamt als locker und persönlich beschreiben. Viele Kolleginnen und Kollegen kennen sich bereits seit vielen Jahren, teils Jahrzehnten, was ein vertrautes und fast schon familiäres Miteinander schafft. Auch im Umgang mit der Geschäftsleitung herrscht überwiegend ein offenes und zugleich professionelles Klima.
Image
Positiv hervorzuheben ist, dass das Unternehmen die Bedeutung der Außendarstellung erkannt hat. Durch Messeauftritte und weitere Maßnahmen wird inzwischen aktiv daran gearbeitet, die Bekanntheit und Attraktivität des Unternehmens im Wettbewerb um Fachkräfte zu steigern.
Work-Life-Balance
In puncto Work-Life-Balance gibt es nichts auszusetzen: Die 35-Stunden-Woche, flexible Gleitzeitregelungen und ein hohes Maß an Verständnis bei privaten Terminen oder unvorhergesehenen Ereignissen ermöglichen eine sehr gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
Karriere/Weiterbildung
Die Nachwuchsförderung genießt mittlerweile einen hohen Stellenwert. Auch im Bereich Weiterbildung ist ein positiver Trend erkennbar: Angebote werden ausgebaut, und es gibt zunehmend Möglichkeiten zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung.
Gehalt/Benefits
Dank des IG Metall-Tarifvertrags ist die grundsätzliche Vergütung solide. Dennoch zeigt sich ein deutliches Ungleichgewicht: Während Supportabteilungen im Schnitt überdurchschnittlich verdienen, werden Führungskräfte im Produktionsbereich vergleichsweise schlecht entlohnt.
Gerade Teamleiter tragen enorme Verantwortung – von Personalführung über Sicherheit und Qualität bis hin zu Liefertreue, Beständen und Kostenstellen. Dennoch liegen ihre Gehälter oft nur geringfügig über denen der Facharbeiter und deutlich unter denen vieler Supportbereiche. Der Gehaltssprung zwischen Teamleiter und Group Leader ist hingegen vergleichsweise gigantisch.
Dieses Missverhältnis wurde bereits mehrfach thematisiert, hat sich aber bisher kaum verbessert. In Verbindung mit der hohen Belastung erklärt das, warum Teamleiterstellen wenig attraktiv wirken. Viele fragen sich: „Warum viel Verantwortung für wenig Geld tragen, wenn es anderswo genau umgekehrt ist?“
Darüber hinaus entsteht häufig der Eindruck, dass persönliche Sympathien („Nasenfaktor“) stärker ins Gewicht fallen als nachweisbare Leistungen. Das führt zu Frustration und untergräbt die Wertschätzung gegenüber Teamleitern.
Vorgesetztenverhalten
In den letzten Jahren hat sich das Führungsverhalten insgesamt spürbar verbessert. Es gab einige personelle Veränderungen, die sich positiv ausgewirkt haben. Auch wenn es weiterhin vereinzelt kritische Fälle gibt, zeigt der Großteil der Führungskräfte ein professionelles und vorbildliches Verhalten. Leider kommt die Wertschätzung meist zu kurz. Gute, solide Arbeit, sowie Einsatz weit „über die Stellenbeschreibung hinaus“ wird meinst nicht gesehen und als selbstverständlich betrachtet während kleine Fehler sofort in den Fokus rücken.
Positiv hervorzuheben ist, dass viele Führungskräfte intern entwickelt wurden, was für die internen Karrierechancen spricht. Gleichzeitig führt dies jedoch zu einer gewissen Betriebsblindheit und fehlenden Impulsen von außen. Kritisch zu betrachten ist zudem, dass die Anforderungen an neue Führungskräfte deutlich gesunken sind – oft fehlen fundierte Qualifikationen wie ein Industriemeister oder Fachwirt. Das kann sich langfristig negativ auf die Führungskultur auswirken.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitslast ist völlig unausgewogen. In der Produktion bleibt am Ende grundsätzlich alles bei den TL hängen – egal, wer den Fehler eigentlich verursacht hat. Während sich Supportabt. oft aus der Verantwortung ziehen, gibt die OPS-Leitung den Druck nach unten weiter. Für die Betroffenen fühlt es sich so an, als seien sie die ständigen Blitzableiter für alles, was schiefläuft.
Das frisst enorm an der Motivation und führt dazu, dass viele TL keine Lust mehr haben, für alles den Kopf hinzuhalten. Auch innerhalb der TL ist die Arbeitslast teilweise sehr ungleich aufgeteilt. Während mache Führungskräfte mehrere Abteilungen gleichzeitig leiten müssen, gibt es die ein oder andere Führungskraft, die scheinbar gar keine Verantwortung trägt und von allen Aufgaben entbunden ist. Die Folgen sind ein extremer Frust, sowie eine immer höhere Fluktuation, die inzwischen unübersehbar ist. Die Firma kann froh sein, dass viele Leistungsträger überhaupt noch bleiben – meist nur aus Loyalität und weil eine hohe emotionale Bindung zum Unternehmen besteht. Objektiv gibt es aktuell kaum Gründe, langfristig hierzubleiben. Wenn sich daran nichts laufen genau die Leute weg, die den Laden am Laufen halten.
Kommunikation
Wie in vielen Unternehmen gibt es auch hier noch Verbesserungspotenzial in der internen Kommunikation. Wichtige Informationen erreichen nicht immer alle Betroffenen oder werden unvollständig weitergegeben. Gleichzeitig verbreiten sich vertrauliche Inhalte oftmals über inoffizielle Kanäle sehr schnell im gesamten Unternehmen. Seit dem Wechsel an der Spitze des Betriebsrats ist in dieser Hinsicht allerdings eine positive Entwicklung zu erkennen.
Was weiterhin kritisch zu sehen ist: Entscheidungen "von oben" werden selten nachvollziehbar kommuniziert. Führungskräfte sollen Maßnahmen umsetzen, ohne die Hintergründe zu kennen – das erschwert nicht nur die interne Vermittlung, sondern fördert auch Unverständnis und Unruhe. Aussagen wie „Ich darf dazu nichts sagen, aber es gibt wichtige Informationen“ unter dem Label „Offen und Ehrlich“ wirken kontraproduktiv und untergraben das Vertrauen.
Trotzdem ist eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren Jahren erkennbar – wenngleich noch Luft nach oben besteht.
Interessante Aufgaben
Flugzeugbau - Sehr interessant, wenn auch durch die starke Reglementierung kaum Innovation