Nicht empfehlenswert aufgrund Unternehmenskultur und Vergütung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Direkte Führungskräfte im Team zeigen sich oftmals fair und respektvoll im Umgang mit Mitarbeitenden.
Das jährliche Feedbackgespräch im Team wird aktiv gelebt und bietet zumindest auf dieser Ebene Raum für Austausch und Entwicklung.
Home-Office-Möglichkeiten sind vorhanden, was Flexibilität bei der Arbeitsgestaltung ermöglicht.
Formale Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich in Ordnung und technisch ausreichend ausgestattet.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Als Mitarbeitender hatte ich nicht den Eindruck, dass mein Beitrag oder meine Person wirklich geschätzt wurden. Statt auf Veränderungen im Arbeitsmarkt zu reagieren und faire, wettbewerbsfähige Bedingungen zu schaffen, wurde eher signalisiert, dass man ersetzbar sei.
Mein direkter Vorgesetzter hat sich stets korrekt verhalten – das Problem liegt aus meiner Sicht klar in der Unternehmenskultur. Entscheidungen wirken von oben herab getroffen, der Abstand zwischen Führungsetage und Belegschaft ist groß. Es entsteht der Eindruck, dass die obere Führungsebene sich selbst inszeniert, während Wertschätzung und echte Teilhabe der Mitarbeitenden keine Rolle spielen.
Verbesserungsvorschläge
Faire und transparente Vergütungskultur etablieren.
Statt pauschaler Absagen und „Basar“-Metaphern sollte eine offene Gehaltsstruktur eingeführt werden, die den Marktbedingungen entspricht und individuelle Verhandlungen ermöglicht. Wertschätzung zeigt sich auch über eine faire Bezahlung und klare Karriereperspektiven.
Personalabteilung als echten Partner der Mitarbeitenden positionieren.
HR muss weg vom rein administrativen Dienstleister hin zur echten Interessenvertretung und Unterstützung der Mitarbeitenden. Ein offener, respektvoller Dialog sollte etabliert werden, der auch kritische Anliegen ernst nimmt und lösungsorientiert angeht.
Unternehmenskultur auf Augenhöhe fördern.
Die Führungsebene sollte den Abstand zur Belegschaft verringern, hierarchische Strukturen überdenken und eine Kultur des gegenseitigen Respekts schaffen. Eine transparente Kommunikation und Einbindung aller Mitarbeitenden fördert Motivation und Identifikation.
Nachhaltigkeit und soziales Engagement authentisch gestalten.
Greenwashing und oberflächliche Projekte sollten durch konkrete, messbare Initiativen ersetzt werden, die tatsächlich Umwelt- und Sozialbewusstsein fördern und transparent kommuniziert werden.
Arbeitsaufgaben und Herausforderung besser steuern.
Um Unterforderung zu vermeiden, sollten klare Aufgabenbereiche definiert und die Auslastung regelmäßig überprüft werden. Mitarbeiterentwicklung durch anspruchsvollere Tätigkeiten und Weiterbildungsangebote muss möglich sein.
Arbeitsbedingungen flexibler und mitarbeiterfreundlicher gestalten.
Bedürfnisse der Mitarbeitenden, auch bei technischen Arbeitsmitteln, sollten ohne überflüssige Diskussionen berücksichtigt werden. Moderne Arbeitsplätze sind ein wichtiger Faktor für Zufriedenheit und Produktivität.
Feedback- und Kommunikationskultur ausbauen.
Regelmäßige, konstruktive Feedbackgespräche sollten nicht nur im direkten Team, sondern unternehmensweit zur Normalität werden. Abteilungen und HR müssen als Partner auftreten, die auf Augenhöhe kommunizieren.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb meines direkten Teams wurde das jährliche Feedbackgespräch aktiv gelebt, was ich als positiv und wertschätzend empfand. Mein Teamlead zeigte sich hier engagiert und bemüht um konstruktiven Austausch.
Außerhalb dieses Rahmens war eine offene Feedbackkultur oder ein wertschätzender Umgang jedoch kaum spürbar. Die Kommunikation mit anderen Abteilungen oder auf höheren Führungsebenen wirkte oft distanziert, bürokratisch und wenig kooperativ. Insgesamt fehlte ein gemeinschaftliches Miteinander, das über die funktionalen Arbeitsabläufe hinausgeht
Kommunikation
Die Kommunikation mit meinem direkten Vorgesetzten und dessen Führungskraft war respektvoll und konstruktiv. Sobald jedoch andere Abteilungen – insbesondere HR – involviert waren, änderte sich das Bild deutlich. Rückmeldungen blieben aus, Anliegen wurden ignoriert oder nur formal abgehandelt. Zwischenmenschlicher Respekt und echtes Interesse an Dialog sind dort aus meiner Sicht nicht gegeben. Kritische Themen wurden häufig abgewiegelt oder gar nicht erst ernst genommen. Die interne Kommunikation wirkt insgesamt nicht kooperativ, sondern hierarchisch-abweisend.
Kollegenzusammenhalt
In meinem Team 1a, ist aber absolute Glückssache.
Work-Life-Balance
Aufgrund der permanenten Home-Office-Situation lässt sich die Work-Life-Balance schwer objektiv bewerten. Formal besteht zwar ein gutes Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Freizeit – inhaltlich ist das aber vor allem der Tatsache geschuldet, dass es an vielen Tagen kaum echte Aufgaben gab. Die Unterforderung war strukturell und wurde in Gesprächen sogar relativiert mit dem Argument: „Woanders verdient man zwar mehr, hat aber auch deutlich mehr zu tun.“
Für mich ist das kein Qualitätsmerkmal, sondern Ausdruck mangelnder Aufgabensteuerung und Priorisierung. Wer sich weiterentwickeln oder inhaltlich gefordert werden möchte, wird auf Dauer eher frustriert sein.
Vorgesetztenverhalten
Mein direkter Vorgesetzter sowie dessen Führungskraft haben sich mir gegenüber stets respektvoll und fair verhalten. Entscheidungen wurden nachvollziehbar kommuniziert, und es gab auf dieser Ebene ein ehrliches Bemühen um einen konstruktiven Umgang.
Allerdings endete dieses professionelle Verhalten meist auf Abteilungsebene. Sobald andere Ebenen – insbesondere HR oder höhere Führungsstrukturen – beteiligt waren, dominierte ein hierarchischer, distanzierter und häufig abweisender Kommunikationsstil. Kritik oder Entwicklungsvorschläge stießen selten auf Interesse, echte Dialogbereitschaft war kaum vorhanden.
Insgesamt vermittelt das Unternehmen den Eindruck, dass Führung dort eher als Kontrolle denn als Förderung verstanden wird. Die Unternehmenskultur stellt die Interessen der Führungsebene sichtbar über die der Mitarbeitenden – nicht auf Augenhöhe, sondern top-down.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren interessant, sofern ich selber auf die Suche nach ihnen gegangen bin.
Arbeitsbedingungen
Die grundsätzlichen Arbeitsbedingungen sind formal in Ordnung – Remote-Arbeit war möglich, die technische Ausstattung funktional. Allerdings mangelte es spürbar an Flexibilität und Verständnis für individuelle Bedürfnisse.
Selbst kleinste Anliegen – wie z. B. der Wunsch nach einer kabellosen Maus – führten zu überzogenen Diskussionen oder wurden unnötig verkompliziert. Dieser Umgang mit alltäglichen Arbeitsmitteln wirkt weder modern noch lösungsorientiert und steht sinnbildlich für eine Haltung, in der Mitarbeitende keine aktive Rolle bei der Gestaltung ihres Arbeitsplatzes einnehmen sollen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen bemüht sich in seiner Außendarstellung um ein grünes und soziales Image. In der Praxis wirkte vieles davon auf mich oberflächlich oder unausgereift. Die als „sozial“ deklarierten Projekte hatten häufig eher den Charakter von PR-Maßnahmen. Ein umfassendes, gelebtes Umwelt- oder Sozialkonzept konnte ich während meiner Zeit im Unternehmen nicht wahrnehmen.
Gehalt/Sozialleistungen
Gehaltsverhandlungen sind in der Praxis unerwünscht und werden nicht geführt. Aussagen wie „wir sind hier nicht auf einem Basar“ oder „wenn es dir nur ums Geld geht, bist du hier falsch“ stehen exemplarisch für den grundsätzlichen Umgang mit dem Thema. Auch interne Kommunikation wie „GCP soll nicht dafür bekannt sein, gut zu bezahlen – das würde die Shareholder beunruhigen“ verdeutlicht, dass faire Vergütung keinen Stellenwert hat.
Die Personalabteilung tritt nicht als Partnerin der Mitarbeitenden auf, sondern wirkt in vielen Fällen eher wie eine Verwaltungsinstanz im Sinne der Geschäftsleitung. Persönliche Entwicklung, faire Anerkennung oder individuelle Förderung finden kaum statt. Wer sich Gehaltsentwicklung, Wertschätzung oder ernst gemeinte Gespräche erhofft, wird schnell feststellen, dass dies weder gewünscht noch vorgesehen ist.
Image
Nach außen gibt sich das Unternehmen modern, mitarbeiterfreundlich und transparent. Diese Darstellung entspricht aus meiner Erfahrung allerdings nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. Viele interne Abläufe und die Unternehmenskultur stehen in starkem Kontrast zur gepflegten Außenwirkung. Für mich entstand der Eindruck einer Fassade, die mehr verspricht, als sie halten kann.
Karriere/Weiterbildung
Persönliche Weiterentwicklung spielt im Unternehmen eine sehr geringe Rolle. Zwar gab es mit Crea eine Plattform, über die einige Standard-Schulungen zur Verfügung standen – es gibt auch ein paar Themen für zb Stressbewältigung oder Konfliktlösung, jedoch sind fachliche Vertiefungen quasi nicht vorhanden.
Als ich beispielsweise gezielt nach einer fachlich relevanten Excel-Schulung fragte, wurde ich kurzerhand auf die offiziellen Microsoft-Tutorials verwiesen – Eigeninitiative wird hier offenbar mit Desinteresse quittiert.
Weiterbildung scheint nicht nur unerwünscht, sondern wird teilweise sogar belächelt. Auch Karriereperspektiven außerhalb klarer, vorgezeichneter Pfade sind kaum erkennbar. Wer sich fachlich oder persönlich weiterentwickeln möchte, bekommt subtil das Signal: "Hier bist du falsch."

