Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Bezahlung ist gut, es gibt eine gute Anbindung mit dem Bus und die Projekte sind abwechslungsreich.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Respekt gegenüber Auszubildenden, Arbeitsklima, Kommunikation, genehmigter Urlaub wurde eine halbe Stunde vor Beginn gestrichen.
Verbesserungsvorschläge
Gründung eines Betriebsrats sowie einer Jugend- und Auszubildendenvertretung, damit die Bedürfnisse nicht von den Abteilungsleitern, sondern von den Personen selbst bestimmt werden.
Arbeitsatmosphäre
Außer mit den Auszubildenden und einzelnen Mitarbeitern wurde selten über Privates geredet, alles blieb im Arbeitskontext. Außerdem wurde eine Angstkultur gegenüber den Auszubildenden ausgeübt: Sie wurden laut angefahren, hatten ständig das Gefühl, beobachtet zu werden, und so weiter. Die Kommunikation fand vor allem nach dem Prinzip „Flurfunk” statt. Es wurde viel gemeckert, aber die Probleme wurden nie bei den zuständigen Personen angesprochen. Den Auszubildenden wurde auch nahegelegt, bei Verzug von Projektzielen unbezahlt am Wochenende zu arbeiten.
Karrierechancen
In unserer Abteilung wurde vor mir noch nie ein Azubi übernommen. Meines Wissens nach wurde nach sieben Jahren einer übernommen.
Arbeitszeiten
Die Öffnungszeiten sind von 08:00 bis 17:00 Uhr. Falls man einen Termin hat, kann man auch früher gehen, wenn man die Stunden dann in den nächsten Tagen wieder ausgleicht.
Ausbildungsvergütung
Die war überdurchschnittlich und das Gehalt wurde immer pünktlich gezahlt. Zudem gab es die Lohnabrechnungen digital.
Die Ausbilder
Theoretisch gab es zu meiner Zeit drei Ausbilder. Eigentlich wurde uns erst mitten im zweiten Lehrjahr ein richtiger Ausbilder zur Seite gestellt. Davor musste man die Mitarbeiter fragen, die zu dem Zeitpunkt sehr überarbeitet waren und wenig Zeit für Azubi-Hilfe hatten. Entsprechend war auch die Qualität ihrer Hilfestellung. Nachdem der Ausbilder kam, wurde ein Ausbildungsplan erstellt. Es schien zunächst, als ob man viel mitgestalten könne, doch letztendlich wurde vieles über den Köpfen der Azubis hinweg entschieden und alles, was angesprochen wurde, wurde meist ignoriert. Zum Ende hin schien sich leicht etwas zu ändern, doch ab diesem Zeitpunkt war ich nicht mehr bei der Firma beschäftigt.
Spaßfaktor
Die Azubi- und Firmenevents waren eine willkommene Abwechslung zum tristen Alltag. Allerdings wurden die Azubis bei Abteilungs-Events ab und zu mal ausgeschlossen, was zu dem Gefühl einer Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Firma beigetragen hat.
Aufgaben/Tätigkeiten
Ich habe Erweiterungen an einem Legacy-Programm durchgeführt und bei der neuen Version des Programms geholfen. Es gab viel Kontakt mit Kunden, die meist schon seit Monaten auf Aufträge warten. Als Azubi bekommt man meist die banalsten Aufgaben, was am Anfang normal ist. Es schien sich aber auch nach dem zweiten Ausbildungsjahr nicht zu ändern. Ich kann an einer Hand abzählen, welche Projekte mich tatsächlich gefordert haben.
Variation
Bei den wenigen anspruchsvollen Aufgaben gab es eine gute Variation. Da Firmen aus verschiedenen Branchen nach Anbindungen gefragt haben, konnte man sich oft mit neuen Themenbereichen oder mit Software von Drittanbietern beschäftigen, die man dann im Programm der Firma anbinden sollte.
Respekt
Die Meinung von Azubis wird kleingeredet. Ich kann mich an keinen Fall erinnern, in dem uns der Abteilungsleiter recht gegeben hat. Man musste erst die Vollangestellten der Abteilung oder anderer Abteilungen dazu animieren, die Probleme der Azubis anzusprechen. Genehmigter Urlaub wurde dann auch eine halbe stunde vor Urlaubsbeginn gestrichen. Man musste auch manchmal die Autos der Vollangestellten zur Waschanlage bringen.