Ehemals solides Unternehmen mit starkem Verfall im Umgang und in der Kultur – dringend Kurskorrektur nötig
Verbesserungsvorschläge
Die Geschäftsführung sollte dringend einen Weg finden, sich ein objektives und unverfälschtes Bild von den tatsächlichen Zuständen im Berliner Werk zu verschaffen. Die aktuelle Werkleitung ist maßgeblich verantwortlich für die negative Entwicklung vor Ort – insbesondere durch autoritäres Führungsverhalten, mangelnde Kommunikationskultur und das Ignorieren von Mitarbeiterfeedback. Entscheidungen werden intransparent getroffen, Kritik wird als persönlicher Angriff gewertet, und eine konstruktive Zusammenarbeit ist kaum möglich.
Es braucht dringend einen offenen, ehrlichen Austausch mit der Belegschaft – direkt, ungeschönt und ohne den Filter der Werkleitung. Nur wenn die Geschäftsführung bereit ist, auch unbequeme Wahrheiten anzuhören und daraus Konsequenzen zu ziehen, kann der Abwärtstrend gestoppt und verlorenes Vertrauen wiederhergestellt werden. Ein klares Signal, dass die Mitarbeitenden ernst genommen werden, wäre ein überfälliger erster Schritt.
Vielleicht ginge damit auch der zur Zeit recht hohe Krankenstand etwas zurück.
Arbeitsatmosphäre
Früher war die Arbeitsatmosphäre deutlich angenehmer, doch in letzter Zeit hat sich das Blatt gewendet. Immer mehr gute und erfahrene Kolleginnen und Kollegen verlassen das Unternehmen – teils aus Frust, teils weil sie bessere Perspektiven sehen. Die Folge: Die ohnehin hohe Arbeitslast wird zunehmend auf die verbleibenden Mitarbeiter abgewälzt. Fairness und Vertrauen, insbesondere durch die Werkleitung, sind kaum noch spürbar. Durch ständiges Mikromanagement wird einem jede Eigenverantwortung genommen, was zu Frust und Demotivation führt. Statt effizient zu arbeiten, verliert man sich in wechselnden Anweisungen und unnötigen Kontrollen – ein Arbeiten unter diesen Bedingungen gleicht mittlerweile einer Sisyphos-Arbeit. Besonders kritisch: Probleme lassen sich kaum ansprechen, da selbst sachliche Kritik von der Werkleitung oft als persönlicher Angriff gewertet wird. Die Konsequenz ist spürbares Ignorieren oder subtile Ausgrenzung – ein Klima, in dem Vertrauen kaum gedeihen kann.
Image
Image – intern wie extern angeschlagen
Das Image des Unternehmens befindet sich intern auf einem absoluten Tiefpunkt. Die anhaltenden Probleme und die negative Stimmung bleiben nicht mehr nur innerhalb der Belegschaft – auch extern wird das zunehmend wahrgenommen. Das ist besonders bedauerlich, da viele sich einst mit Stolz mit dem Unternehmen identifiziert haben.
Work-Life-Balance
Homeoffice wird offiziell zwar nicht ausgeschlossen, in der Praxis jedoch so gut wie nie genehmigt. Für die meisten Mitarbeitenden ist flexibles Arbeiten schlicht nicht möglich – mit der Begründung, die Anwesenheit sei unerlässlich. Interessanterweise gilt das offenbar nicht für die Werkleitung und deren engste Vertraute, die sehr wohl regelmäßig im Homeoffice arbeiten. Diese Ungleichbehandlung sorgt nicht nur für Frust, sondern auch für das Gefühl, dass mit zweierlei Maß gemessen wird – ein echter Rückschritt in Sachen moderner Arbeitskultur.
Karriere/Weiterbildung
Karriere und Weiterbildung – kaum Möglichkeiten zur Entwicklung
Weiterbildungsangebote sind im Unternehmen so gut wie nicht vorhanden. Schulungen finden selten bis gar nicht statt, selbst in Bereichen, in denen fachliche Auffrischung oder technisches Know-how dringend notwendig wären. Damit fehlen nicht nur individuelle Entwicklungsmöglichkeiten, sondern auch wichtige Impulse für die Qualität und Zukunftsfähigkeit der Arbeit. Wer sich weiterentwickeln will, muss das meist außerhalb des Unternehmens organisieren – auf eigene Kosten und eigene Initiative.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Sozialleistungen – enttäuschend in der Entwicklung
Aus meiner Sicht spiegeln die Lohnerhöhungen der letzten Jahre nicht die allgemeine Entwicklung in der Branche wider. Während anderswo marktgerechte Anpassungen stattfinden, bleiben diese hier deutlich hinter den Erwartungen zurück. Besonders enttäuschend war die kurzfristige Streichung von Sonderzahlungen, die über Jahrzehnte hinweg fester Bestandteil der Vergütung waren. Das hat nicht nur finanziell, sondern auch auf emotionaler Ebene für viel Unverständnis und Enttäuschung gesorgt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Dazu liegen mir keine Informationen vor
Kollegenzusammenhalt
Trotz – oder vielleicht gerade wegen – der vielen Herausforderungen im Arbeitsalltag ist der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen sehr gut. Man unterstützt sich gegenseitig, tauscht sich aus und versucht gemeinsam, das Beste aus der Situation zu machen. Die schwierigen Rahmenbedingungen haben das Teamgefühl sogar gestärkt, weil man weiß, dass man sich aufeinander verlassen kann – auch wenn von oben wenig Rückhalt kommt. Der kollegiale Umgang ist oft das Einzige, was einen motiviert, weiterzumachen.
Umgang mit älteren Kollegen
Umgang mit älteren Kollegen – ein verschenktes Potenzial
Die langjährige Erfahrung und hohe Fachkompetenz älterer Kolleginnen und Kollegen werden im Unternehmen kaum geschätzt. Statt ihr Wissen aktiv zu nutzen oder sie gezielt einzubinden, werden ihre Beiträge häufig ignoriert oder übergangen. Das führt nicht nur zu Frustration bei den Betroffenen, sondern ist auch aus Unternehmenssicht ein großer Verlust – denn hier wird wertvolles Know-how systematisch verschenkt.
Vorgesetztenverhalten
Abgesehen von den bereits genannten Problemen mit der Werkleitung – insbesondere der mangelnden Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen und dem fehlenden Einbezug der Mitarbeitenden – ist das Vorgesetztenverhalten im Allgemeinen durchaus positiv.
Arbeitsbedingungen
Arbeitsbedingungen – mit Luft nach oben
Die Arbeitsbedingungen sind im Großen und Ganzen in Ordnung – vieles ist funktional, wenn auch nicht modern. Besonders auffällig ist jedoch der Zustand der sanitären Einrichtungen: Diese wurden seit Jahrzehnten nicht mehr renoviert und befinden sich entsprechend in einem deutlich überholungsbedürftigen Zustand. Hier wäre dringend eine grundlegende Erneuerung nötig, um zeitgemäßen Standards zu entsprechen.
Kommunikation
Kommunikation – einseitig, herablassend und ohne Wertschätzung
Die Kommunikation mit der Werkleitung ist mittlerweile ein echtes Problem. Anstatt auf Augenhöhe zu sprechen, werden Anweisungen häufig im Befehlston gegeben – ohne Kontext, ohne Dialog, ohne Respekt. Konstruktive Rückmeldungen oder Nachfragen werden nicht ernst genommen oder direkt als Störung empfunden. Wertschätzung für Einsatz oder Ideen? Fehlanzeige.
Wer den Mut hat, Missstände offen anzusprechen, muss mit spürbaren Konsequenzen rechnen – von Ignoranz bis hin zu subtiler Ausgrenzung. So entsteht ein Klima der Unsicherheit, in dem echte Kommunikation kaum noch möglich ist. Transparenz, Feedbackkultur oder Dialogbereitschaft sind aktuell leider nicht mehr vorhanden.
Gleichberechtigung
Aus meinem Kenntnisstand ist diese gut.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich wären durchaus interessant und abwechslungsreich – leider werden sie durch das ständige Mikromanagement und den Entzug jeglicher Eigenverantwortung stark entwertet.

