Teils starke Teams, aber strukturelle Probleme bei Führung und Kommunikation
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre innerhalb meines Teams empfinde ich als sehr gut. Allerdings ist das aus meiner Sicht vor allem dem Team selbst zu verdanken. Wir investieren viel Energie darin, die positive Stimmung aufrechtzuerhalten und uns gegenseitig zu unterstützen, obwohl von außen immer wieder neue Herausforderungen und Belastungen auf das Team einwirken.
Image
Nach meinem Empfinden hat die HanseMerkur grundsätzlich ein sehr gutes Image. Wir haben insgesamt einen guten Markenauftritt. In manchen Geschäftsfeldern nimmt das Image aus meiner Sicht aber ab.
Work-Life-Balance
Durch die vergleichsweise flexiblen Arbeitszeiten besteht grundsätzlich eine gute Möglichkeit, die Arbeit an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Dadurch lässt sich die eigene Arbeitszeit in vielen Fällen flexibel organisieren und eine gute Work-Life-Balance erreichen. So ist es zumindest in meinem Fall, aber ich weiß auch, dass es in anderen Bereichen ganz anders ist.
Die Möglichkeit, anteilig im Homeoffice zu arbeiten, gehört für mich mittlerweile zu einer zeitgemäßen Standardleistung und ist nichts, womit man sich zu sehr schmücken kann. Sehr schade und gleichzeitig frustrierend finde ich, dass immer wieder der Eindruck entsteht bzw. darüber gemunkelt wird, dass von Unternehmensseite eigentlich eine höhere Präsenzquote gewünscht ist. Hier würde ich mir eine klare Kommunikation wünschen, statt dauerhaft Raum für Spekulationen und Unsicherheit zu lassen.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich gibt es gute Möglichkeiten, sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln, beispielsweise durch die Unterstützung der Personalentwicklung. Wie gut diese Möglichkeiten tatsächlich genutzt werden können, hängt jedoch stark vom jeweiligen Bereich und der Führung ab. In meinem Fall stehen bei entsprechendem Bedarf verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Aus Gesprächen mit anderen Bereichen weiß ich jedoch, dass die Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten dort teilweise deutlich begrenzter sind. Insgesamt wäre daher eine einheitlichere Förderung von Mitarbeitenden über die verschiedenen Bereiche hinweg wünschenswert.
Gehalt/Benefits
Grundsätzlich bietet das Unternehmen attraktive Benefits und es bestehen durchaus Möglichkeiten, ein einigermaßen angemessenes Gehalt zu erreichen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass größere Gehaltsentwicklungen oder Sprünge in den Tarifgruppen häufig nur dann realistisch werden, wenn man sehr deutlich signalisiert, dass man andernfalls einen Arbeitgeberwechsel in Betracht zieht. Ohne einen solchen externen Impuls gestalten sich größere Entwicklungsschritte aus meiner Erfahrung eher schwierig und sehr langwierig.
Zudem wird von Führungskräften häufig darauf verwiesen, dass Gehaltserhöhungen nur zu bestimmten Zeitpunkten eingeplant werden können.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Konkret finde ich gut, dass wir den Kinderschutzpreis verleihen. Ansonsten weiß ich auch von vielen sozialen Aktionen, die unsere Auszubildenden und Studenten umsetzen. Zum Umweltbewusstsein kann ich wenig sagen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt innerhalb meines Teams ist ausgesprochen gut. Das ist aus meiner Sicht vor allem darauf zurückzuführen, dass wir selbst viel dafür tun, uns gegenseitig zu motivieren, zu unterstützen und auch in schwierigen Situationen zusammenzuhalten. Über die eigene Teamgrenze hinaus zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Insbesondere abteilungs- und ressortübergreifend erlebe ich teilweise weniger ein gemeinsames Miteinander als vielmehr ein Gegeneinander. Hier wäre eine stärkere bereichsübergreifende Zusammenarbeit und ein gemeinsamer Blick auf die Unternehmensziele wünschenswert. Problematisch finde ich, dass die Abteilungen teilweise ganz unterschiedliche Ziele haben, sodass grundsätzliche Auseinandersetzungen vorprogrammiert sind.
Umgang mit älteren Kollegen
Aus meiner Sicht wird auf die Bedürfnisse und besonderen Situationen älterer Kollegen grundsätzlich Rücksicht genommen. Teilweise geht diese Rücksichtnahme meines Erachtens jedoch etwas weit, da bei älteren Kollegen mitunter auch eine geringere Leistung oder Einsatzbereitschaft eher akzeptiert wird als bei anderen Mitarbeitenden.
Vorgesetztenverhalten
Hier erlebe ich deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Führungsebenen. Mit meinem direkten Vorgesetzten arbeite ich sehr gut zusammen und wir ziehen bei vielen Themen an einem Strang. Auf höheren Führungsebenen nehme ich dagegen teilweise Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung wahr. Entscheidungen werden aus meiner Sicht häufig nur zögerlich oder gar nicht getroffen. Dies könnte auch mit einer sehr ausbaufähigen Fehlerkultur im Unternehmen zusammenhängen.
Arbeitsbedingungen
Geht aus den vielen anderen Kommentaren hervor. Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich die HanseMerkur vor einiger Zeit noch zweifelsfrei weiterempfohlen habe. Mittlerweile tu ich das nicht mehr guten Gewissens, da der typische HM-Spirit mehr und mehr verloren geht.
Kommunikation
Die interne Kommunikation empfinde ich als deutlich verbesserungswürdig. Viele relevante Informationen werden aus meiner Sicht nicht transparent und proaktiv kommuniziert, sondern erreichen die Mitarbeitenden eher über den Flurfunk oder persönliche Netzwerke innerhalb des Unternehmens. Besonders bei problematischen oder sensiblen Themen wäre eine offene und frühzeitige Kommunikation wichtig, um ein gemeinsames Verständnis zu schaffen und Spekulationen bzw. unterschiedliche Informationsstände zwischen Abteilungen und Teams zu vermeiden.
Gleichberechtigung
Ich habe keinen Fall mitbekommen, in dem nicht gleichberechtigt gehandelt wurde.
Interessante Aufgaben
Meine Aufgaben empfinde ich als sehr interessant, abwechslungsreich und anspruchsvoll. Gleichzeitig habe ich in meinem Aufgabenbereich viele Möglichkeiten, Themen selbst mitzugestalten und eigene Ideen einzubringen. Besonders motivierend ist für mich, dass ich die Ergebnisse meiner Arbeit unmittelbar sehen kann. Die inhaltlich interessanten und vielfältigen Aufgaben sind für mich daher ein klarer Pluspunkt.

