Unternehmens- und Führungskultur stark ausbaufähig
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die von der Geschäftsleitung ausgerufene Transparenz, Objektivität und Verursachungsgerechtigkeit existiert nur auf dem Papier. Leider befindet man sich im Mittelalter und verfährt nach Gutsherrenart und bevorzugt bestimmte Personengruppen, die besonders einem der drei Geschäftsführer zugeordnet werden können. Vertrauen erarbeitet man sich so nicht wirklich.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb der Abteilungen besteht vordergründig ein guter Zusammenhalt, aber generell kann man von einer toxischen Atmosphäre sprechen. Durch scheinbares Desinteresse und Top-Down-Mangement einiger Vorgesetzter wird Unzufriedenheit und Demotivation gefördert.
Work-Life-Balance
Von der Vertrauensarbeitszeit ist man nun (offiziell) auf ein Gleitzeitmodell mit Kernarbeitszeiten gekommen. Leider sind die Ausnahmen die Regel und jeder macht im Prinzip was er will. Das fördert natürlich nicht die Stimmung in bzw. zwischen den Bereichen / Abteilungen. Generell scheint der Workload bei vielen sehr hoch zu sein, da sich ständig über die Aufgaben und vielen Termine beschwert wird. Ein pünktliches Ende der Arbeitszeit scheint sich aber nicht auszuschließen….
Des Weiteren scheint die Arbeitsbelastung einiger Bereichsleiter nicht besonders hoch zu sein, wenn nebenbei (!) noch ein Youtube-Kanal betrieben werden kann.
Karriere/Weiterbildung
Bis vor einiger Zeit wurden Mitarbeitergespräche geführt. Jetzt gibt es Performance Dialoge, in der nicht die Entwicklung des Mitarbeiters im Vordergrund steht, sondern die monetäre Verbesserung des Unternehmens. Das Mitarbeiter als Kapital anzusehen sind, kann man eventuell aus Geschäftsführungssicht so sehen, aber das die Personalentwicklung dieses Bild als Einstieg zur Erläuterung des Performance Dialoges nimmt, sagt eigentlich alles über das Menschenbild aus, was im Unternehmen vorherrscht.
Die klassische Karriere ist nur möglich, wenn viel und laut über die ach so schwere Arbeit immer und immer wieder geklagt wird. Das Aufgaben auch wirklich erledigt werden, ist für eine Karriere aber auch nicht zwingend erforderlich. Und man ist natürlich auch immer zu erreichen; Teams macht es möglich…Nützlich ist auch keine Meinung zu haben bzw. diese nicht zu artikulieren. Auch den Vorgesetzen zu lobpreisen ist immer gerne gesehen.
Ach ja… und es schadet auch nicht aus Hamburg zu kommen…
Gehalt/Benefits
Die Gehaltssteigerungen in den letzten Jahren sind sehr überschaubar; Nullrunden werden immer häufiger. Zusatzleistungen wie Obst, Wasser, Zuschuss zum Urban Sport Club ist bereits auch in vielen anderen Unternehmen Standard und daher eher zu vernachlässigen. Die beschriebene Erfolgsbeteiligung in den Arbeitgeber-Kommentaren ist mathematisch nachzuvollziehen, aber leider sind die Parameter die zugrunde gelegt werden, nicht transparent oder können/wollen nicht erläutert werden. Des Weiteren wird die Leistung eines einzelnen Mitarbeiters auch nicht gewürdigt, da die Entgeltrunden pauschalisiert für alle gelten. Es sei denn der Mitarbeiter bekommt seine Sonderlocke (was anscheinend auch zunehmend zum Standard wird).
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Abseits der Geothermie-Lager keinerlei Umweltbewusstsein erkennbar. Die soziale Komponente wurde/wird im Zuge des Umbaus zur Konzernstruktur ad acta gelegt.
Umgang mit älteren Kollegen
Die älteren Kollegen werden teilweise nicht ernst genommen und und scheinen teures Arbeitsmittel zu sein…
Vorgesetztenverhalten
Die immer wieder zitierte Fehlerkultur existiert aus meiner Sicht nicht, da die Verantwortlichkeiten nach unten durchdelegiert werden. So ist sich halt jeder selbst der nächste und Proaktivität wird damit nicht wirklich gefördert… Der jetzige Geschäftsführer hat gemäß LinkedIn einen Background aus der Unternehmensberatung mit Schwerpunkt Restrukturierung. Interpretation dieser Personalie ist hier jedem selbst überlassen… Nach den geschalteten Stellengesuchen für die Kunst wird er bald wieder gut zu tun haben…
Alles in allem fehlt es einigen der Bereichs-, Abteilungs-, und Teamleitungen häufig an Sozialkompetenz…
Naja, sie waren stets bemüht...
Arbeitsbedingungen
Das Ambiente in den Büroräumen versetzt einen zurück in die 80er. Der Wohlfühlfaktor geht gegen Null; aber man soll ja auch arbeiten. Die Weiteren Fazilitäten sind gelinde gesagt eine Katastrophe: schlecht gereinigte Toiletten und eine Teeküche, die krumm und schief ist. Repräsentative Räume der Kunst oder der Geschäftsführung werden für teures Geld hergerichtet. Auch die Fassade wurde seinerzeit in einem grau gestrichen, dass an Mordor erinnert…
Kommunikation
Kommunikation findet häufig über das Intranet statt. Wenn man sich mit den wirklich wichtigen Informationen beschäftigt, hat man zumindest eine Idee, welchen Weg das Unternehmen zukünftig einschlagen will (bzw. ob man „restrukturiert“ werden könnte) … Diese Informationen werden aber gerne mit der Salamitaktik verkündet.
Bei heiklen Themen versucht man gerne das persönliche Gespräch einer schriftlichen Stellungnahme vorzuziehen. Auch ein beliebtes Mittel ist es, einfach nicht bzw. erst nach mehrmaligem Nachfragen auf Anfragen zu reagieren.
Gleichberechtigung
Manche sind halt gleicher…
Interessante Aufgaben
Es gibt sicherlich interessante Aufgaben, aber da sich das gesamte Unternehmen seit Jahren um interne Belange (Prozessbeschreibungen, Umlagen, Software etc.) kümmert, sind für alle anderen Aufgaben keine Ressourcen vorhanden. Das senkt die Motivation im Zeitverlauf doch erheblich, so dass es den Anschein macht der Großteil der Mitarbeitenden erfülle Dienst nach Vorschrift.

