Frage mich heute immer noch, woran es gefehlt hat, das die Probezeit nicht erfolgreich war...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Verbundenheit mit der Region, kollegialer Umgang und motivierte Kollegen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich habe direkt nach meiner Kündigung erfahren, dass Teamkollegen davon überrascht waren und nicht gefragt wurden. Das war mir bisher noch nicht in dieser Form begegnet.
Für das Gesamtbild hatte ich den Eindruck, das vom Management eventuell einfach zu wenig Zeit dafür eingeplant war, überhaupt zu verstehen, mit welchen praktischen Problemen die am schlimmst ausgelasteten Mitarbeiter zu kämpfen haben, bevor dann eine Entscheidung darüber getroffen wurde.
Verbesserungsvorschläge
Mehr technisches Know-How aufbauen in den Bereichen, in denen man wachsen möchte, oder einfach mal alternativ den ausführenden Mitarbeitern vertrauen, wenn man etwas nicht kennt :)
Arbeitsatmosphäre
Ich wurde direkt warm und herzlich im Team aufgenommen und auch die Mitarbeiter und Ansprechpartner waren in der Regel sehr freundlich und hilfsbereit. Auch in den Mittagspausen zusammen zu essen und spazieren zu gehen, hat mir sehr geholfen mich wohl zu fühlen.
Leider gab es in den knapp drei Monaten Probezeit trotz mehrmaligen Anfragen meinerseits weder Rückmeldung noch Interesse von einer Führungskraft, mich kennenzulernen. Diese eine Ausnahme hatte es in sich, denn obwohl ich den Eindruck hatte, das man mir bei jeder Gelegenheit aus dem Weg ging und in den gemeinsamen Zeiten gab es auch regelmäßig Tage mit unangenehmen Kommentaren (gegen Männer, gegen langhaarige ITler, gegen einen komischen undefinierten Geruch der seit kurzem im Raum existiert... die anderen haben ihn nicht bemerkt)
Diese Bewertung ist also irgendwie beides: eine klare 4-5 für alle Kollegen, die bereit waren mich kennenzulernen und mit denen ich mich wohl gefühlt habe...
Image
Ich habe lange überlegt ob ich hier überhaupt eine Bewertung abgeben soll...
Der gute Ruf und die Einstellung der Firma zur gesamten Wertschöpfungskette sowie der solidarische Firmengruppen-Gedanke der Securitas haben mich sehr motiviert in meiner Probezeit.
Mein persönlicher Eindruck war, dass es wirtschaftlich gerade nicht so gut läuft (siehe auch fast jede zweite Antwort von Hekatron auf negative Bewertungen hier ;) ) und vielleicht habe ich einfach nicht alles mitgebracht für die Rolle, das nötig gewesen wäre. Das "vielleicht" deswegen, weil es vielleicht der Firma vorher auch nicht klar war, sich eventuell die Situation zwischenzeitlich geändert hat, oder hier die Gründe ähnlich gelagert sind wie im Rest der deutschen Wirtschaft. Damit meine Ich: nicht die Mitarbeiter der großen Autokonzerne wollen große Luxuskarossen bauen anstatt eines bezahlbaren Kleinwagens... so ganz ohne Verantwortung des Managements finden Entscheidungen nicht statt, die dann zu einer schlechteren wirtschaftlichen Lage führen.
Eine große heile Familie habe ich aber nicht wahrgenommen, sondern absolut klare und auch teilweise schmerzhafte Grenzen zwischen Mitarbeitern und Entscheidern.
Work-Life-Balance
Für einen Arbeitgeber dieser Größe und in dieser Region wurde hier sehr viel geboten und es gab sehr viele Angebote, die gerade für junge Eltern gut sind.
Gehalt/Benefits
Für die Region und Größe passt es dazu. Im größeren Umkreis eher unterdurchschnittlich, aber dafür gibt es überdurchschnittlich viele andere Vorzüge auch in Form von Sozialleistungen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird viel getan um dem Ruf gerecht zu werden. Habe viele gute Initiativen gesehen, war aber zu kurz da um es ein Gefühl zu bekommen, wie das dann außerhalb ankommt.
Kollegenzusammenhalt
Mit so gut wie allen Kollegen habe ich mich gut verstanden und der gefühlte Zusammenhalt machte zwischenzeitlich so einiges gut.
Durch die teilweise erhöhte Arbeitslast war die Stimmung aber manchmal auch belastet. Erhöht im Sinne von: Man macht zusammen einen Plan mit Aufgaben, Kapazitäten, viel Verhandlung und direkt danach kommen die "könnte man nicht eben schnell nebenher" Anfragen völlig selbstverständlich. Qualität kommt da nicht unbedingt dabei heraus, wenn man mehr Umfang fordert, aber weder beim Zeitplan noch beim Budget entsprechend unterstützt.
Vorgesetztenverhalten
Meine direkten Vorgesetzten haben mich immer fair und aufmerksam behandelt. Ich hatte bis zum letzten Gespräch das Gefühl, willkommen zu sein.
Danach war ich mir nicht mehr sicher, ob es jetzt ich war oder die wirtschaftliche Situation oder einfach jemand ein Problem mit mir hatte ohne es mir zu sagen.
Arbeitsbedingungen
Gebäude, Büro und Ausstattung sind gut aber nichts besonders außergewöhnliches. Für das wichtigste ist gesorgt und darüber hinaus gab es auch eine brauchbare Kantine, eine gute Versorgung mit ein wenig mehr als den üblichen Getränken und darüber hinaus auch Kollegen, die mit privater Initiative den Büroalltag ein wenig versüßt haben.
Kommunikation
In der Zeit davor kam wohl reichlich Schwung rein durch neue Konzepte und das hat dann doch auch sehr gut getan. Die Kommunikation fand ich im Großen und Ganzen gut, was das Unternehmen angeht.
Was meine persönliche Situation betrifft habe ich nach wie vor ein Fragezeichen im Kopf, weil ich bis jetzt nicht weiß woran es eigentlich lag, das meine Probezeit vorzeitig beendet wurde. Die genannten Gründe kann ich kaum nachvollziehen und es gab zu keinem Zeitpunkt Schaden am Unternehmen, der von mir angerichtet wurde. So bleibt irgendwie ein gutes Gefühl, aber auch irgendwie Ratlosigkeit darüber, warum man ungenügend war...
Gleichberechtigung
Sexismus gegen Männer (in Form von provokanten, an niemanden direkt gerichteten Kommentaren in einer größeren Runde) wurde nur sehr vorsichtig kommentiert... und damit meine ich nicht nur den einen oder anderen schlechten Witz, sondern wesentlich mehr.
Ich kann es verstehen, das man sich sowohl den Stress mit der Person als auch der aktuellen politischen Stimmung nicht antun möchte, aber irgendwie hat es ein sehr ungutes Gefühl hinterlassen - nicht nur bei mir, wie hier ohne Anlass oder vorherige Provokation über gesellschaftliche Gruppen gesprochen wird und es einfach so stehen gelassen wird.


