Ein wirtschaftlicher Totalschaden. Nach 20 Jahren und mehreren 100Mio Euro hat die Firma Heliatek nichts vorzuweisen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dass nicht nur das Geld der Investoren, sondern auch viel Geld aus öffentlichen Mitteln verschwendet wurde.
Verbesserungsvorschläge
Die Geschäftsführung ist ihren Aufgaben nicht gewachsen. Die Firma Heliatek hat nach 20 Jahren im Prinzip nichts vorzuweisen. Für die Geschäftsführung ist es an der Zeit zu gehen. Auch das Geld potentieller Investoren sollte für andere Projekte genutzt werden. Beispielsweise um wirklich gegen den Klimawandel zu kämpfen.
Arbeitsatmosphäre
Anfangs OK. Allerdings habe ich nach einiger Zeit vielen Kollegen nicht mehr über den Weg getraut.
Kommunikation
Die Firma Heliatek ist im Prinzip wie eine überdimensionale Talk Show. Sie hat Kommunikation auf ein anderes Level gebracht. Ich habe noch nie eine Firma erlebt, in der die Mitarbeiter so viel geredet haben. Dinge, die in 15 Minuten erledigt wären, werden gefühlt in 5- oder 10-köpfigen Teams besprochen. Und das mehrmals.
Kollegenzusammenhalt
Wenn es um die eigene Existenz geht, sieht man sofort, wer loyal ist und wer nicht. Ich würde 70% der Kollegen als nicht loyal beschreiben. Es geht in erster Linie darum seine eigene Haut zu retten. Auch in der Geschäftsführung gibt/gab es solche Personen. Wer sich vor versammelter Mannschaft hinstellt und alle überzeugen will, dass wir es nur gemeinsam schaffen und diese Person zu diesem Zeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einen Arbeitsvertrag bei einer anderen Firma unterschrieben hatte, hat für mich kein Gewissen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist im Prinzip nicht schlecht. Allerdings schadet sie der Firma erheblich. Die Mitarbeiter nehmen sich viele Dinge raus, bei denen es in anderen Firmen fristlose Kündigungen geben würde. Für einen Heliatek-Mitarbeiter ist es OK, wenn er während der Arbeitszeit raucht, ausgiebig Kaffee trinkt, mit den Kollegen ein Schwätzchen hält, im Home-Office seine Wäsche aufhängt, im Home-Office schläft oder die am meisten getestete Matratze auch am Arbeitsplatz testet.
Vorgesetztenverhalten
Einen Stern gibt es, weil mir spontan eine Person eingefallen ist, die ihre Sache gut macht. Mit den meisten Vorgesetzen jedoch habe ich nur mittelmäßige oder schlechte Erfahrungen gemacht. Die meisten Vorgesetzten können sich an das, was sie vor ein paar Tagen gesagt haben nicht mehr erinnern und reden sich bei kritischen Fragen immer heraus.
Wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen, ist es ebenso. Es wird um den heißen Brei herum geredet, es werden zusätzlich Meetings einberufen bei denen festgestellt wird, dass man ja selber gar nicht der Entscheidungsträger ist. Und nun muss ja erst mal herausgefunden werden, wer die Entscheidung treffen kann. Und vor allem auf welcher Datengrundlage. Und dazu muss man ja erst mal alle ins Boot holen. Dieses Spiel wird solange getrieben, bis die Entscheidung nicht mehr notwendig ist, weil ein viel größeres Problem aufgetreten ist. Der ursprüngliche Entscheider wischt sich den Schweiß von der Stirn und das Spiel beginnt erneut.
Interessante Aufgaben
Die mir zugeteilten Aufgaben haben mir zu Beginn Spaß gemacht. Allerdings haben diese Aufgaben nicht zum Erfolg geführt. Nicht, weil wir die Aufgaben nicht erledigen konnten, sondern, weil schon die Aufgaben an sich grundlegende Denkfehler enthielten. Zusätzlich hat die Firma Heliatek die komische Anwandlung die Aufgaben bzw. die Ziele regelmäßig zu ändern. So verpulvert man nur das Geld der Investoren.
Gleichberechtigung
Diese ist in der Firma Heliatek nicht vorhanden. Die Vorgesetzten behandeln nur die Angestellten gut, mit denen sie befreundet sind. Egal ob diese Personen gute Arbeit leisten oder nicht. Dies hat sich auch in den beiden Entlassungswellen bestätigt. Im Prinzip sind alle Angestellten, die mit Teilen der Geschäftsführung abkumpeln, nicht entlassen wurden. Auch wenn bei dem Einen oder Anderen der ausgeübte Job gar nicht mehr relevant für die Firma ist. Sehr komisch haben natürlich die Personen aus der Wäsche geschaut, die dachten, dass sie in der Geschäftsführung Freunde haben.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich habe nicht erlebt, dass Kollegen wegen ihres Alters benachteiligt wurden. Ich hatte aber immer den Eindruck, dass die Alteingesessenen sich oft der Floskel "Bei mir ist Land unter" bedienen und somit die meiste Arbeit an ihnen abprallt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsumgebung ist OK.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt nur sehr wenige Kollegen, die ein Umweltbewusstsein haben. Sehr komisch, bei einer Firma, die mit einem grünen Produkt die Welt verbessern will. Erschreckend fand ich, dass auch viele Vorgesetze bzw. "Entscheidungsträger" wenig für die Umwelt übrig haben. Es wurden regelmäßig Strecken mit dem Flugzeug zurückgelegt, obwohl es eine exzellente Bahnverbindung zwischen den angeflogenen deutschen Städten gibt. Der menschengemachte Klimawandel wurde in Frage gestellt und es wurden unqualifizierte Aussagen wie "Früher war es doch auch warm" getroffen. Und was die Firma für einen Müll verursacht hat. Wahnsinn.
Wenn man nicht auch privat hinter dem steht, was man beruflich macht, sollte man das Feld jemand anderem überlassen.
Das Sozialbewusstsein war in manchen Fällen da. In den meisten Fällen aber nicht. Nach der ersten Entlassungswelle hatte sich die Geschäftsführung lang und breit bei der Belegschaft entschuldigt. Es wurden Workshops für die Neuausrichtung der Firma veranstaltet. Sogar ein Psychologenteam wurde engagiert. Und als die meisten Mitarbeiter sich nach ein paar Wochen wieder aufgerappelt hatten, wurde die zweite Entlassungswelle verkündet. Heliatek at it´s best!
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist für ostdeutsche Verhältnisse OK. Dies ist sehr wahrscheinlich der Grund, warum die Firma Heliatek noch Angestellte hat.
Image
Da der eigene Marktwert auch sehr vom Image abhängt, versucht die Firma dieses natürlich über die bekannten Kanäle zu steigern. Es gilt. Mehr Schein als Sein. Man steckt sich hohe Ziele und posaunt diese überall herum. Wenn man die Ziele aber nur zu 5% erreicht, geht man damit selbstverständlich nicht an die Öffentlichkeit. Man wirbt damit innovativ zu sein. Komisch nur, dass es mittlerweile fast das selbe Produkt bei vielen Versandhändlern viel günstiger zu kaufen gibt.