Mehr Schein als Sein – Wer Netzwerke liebt, ist hier richtig.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Gehaltszahlungen erfolgen pünktlich und die Büros sind modern ausgestattet. Homeoffice an Freitagen und Montagen bietet Flexibilität im Arbeitsalltag. Viele erfahrene Kolleg:innen sind hilfsbereit und teilen ihr Wissen gerne. Wer Wert auf geregelte Arbeitszeiten legt, findet hier eine verlässliche Work-Life-Balance. Auch die zentrale Lage und die Kantine sind Pluspunkte.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Betriebsklima ist von Konkurrenzdenken, mangelnder Wertschätzung und teilweise auch Mobbing geprägt. Karrierechancen hängen oft von Beziehungen ab, nicht von Leistung. Die Aufgaben sind meist monoton, persönliche Anliegen werden nur zögerlich oder nach Druck ernst genommen. Kommunikation ist wenig transparent, und echte Weiterentwicklungsmöglichkeiten fehlen. Besonders belastend: Es gibt keinen Betriebsrat, sodass man bei Konflikten oder wenn der Vorgesetzte einen loswerden will, völlig ausgeliefert ist. Diskretion wird nicht immer gewahrt – so werden Bewerbungsunterlagen oder Zeugnisse teilweise im Team thematisiert, was das Vertrauen weiter untergräbt. Auch Gleichberechtigung und Diversität werden eher für das Image genutzt, als wirklich gelebt: Frauen und Mitarbeitende mit unterschiedlichen Hintergründen werden zwar nach außen präsentiert, im Alltag aber oft klein gehalten oder für Werbezwecke instrumentalisiert. Ein wirklich unterstützendes und faires Arbeitsumfeld fehlt.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang mit Mitarbeitenden wären wünschenswert, besonders bei sensiblen und persönlichen Anliegen. Entscheidungen sollten transparent und nachvollziehbar getroffen werden, statt Anliegen erst nach Druck oder mehrfacher Nachfrage zu berücksichtigen. Wertschätzung sollte nicht an Bedingungen geknüpft sein oder von persönlicher Nähe abhängen. Ein respektvoller, fairer und unterstützender Umgang auf Augenhöhe würde das Arbeitsklima und die Loyalität der Mitarbeitenden nachhaltig stärken.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre bei HELM ist insgesamt von Misstrauen, Konkurrenz und Anpassungsdruck geprägt. Wer Wert auf ein unterstützendes, wertschätzendes und entwicklungsorientiertes Umfeld legt, wird hier vermutlich enttäuscht. Ohne Betriebsrat sind Mitarbeitende ihrem Vorgesetzten oft völlig ausgeliefert, was das Klima zusätzlich verschlechtert. Für echte Teamplayer oder Menschen mit Innovationsdrang ist das Klima eher frustrierend.
Image
HELM genießt grundsätzlich einen soliden Ruf in der Branche. Nach außen wirkt das Unternehmen professionell und etabliert, was auch bei Kunden und Geschäftspartnern ankommt. Intern sieht die Realität jedoch oft weniger glänzend aus, als das Image vermuten lässt. Insgesamt ist der äußere Eindruck gut, aber nicht immer deckungsgleich mit den tatsächlichen Arbeitsbedingungen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance bei HELM ist gut – ich habe immer pünktlich Feierabend gemacht, unabhängig davon, wie mein Vorgesetzter das fand. Überstunden waren nicht nötig, die Aufgabenlast war überschaubar. Allerdings weiß ich, dass mein pünktlicher Feierabend hinter meinem Rücken negativ kommentiert wurde. Wer Wert auf geregelte Arbeitszeiten legt, ist hier richtig – allerdings geht das oft mit monotonen und wenig fordernden Tätigkeiten einher.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind bei HELM sehr begrenzt. Wer hier wirklich aufsteigen will, braucht vor allem „Vitamin B“ – Beziehungen zählen mehr als Leistung oder Eigeninitiative. Am besten startet man direkt mit einer Ausbildung bei HELM, denn interne Netzwerke sind entscheidend. Für Quereinsteiger oder externe Bewerber sind echte Entwicklungschancen rar, und Weiterbildungen werden meist nur pro forma angeboten.
Gehalt/Benefits
Obwohl wir hier von der Chemiebranche sprechen, gibt es bei HELM keinen Tarifvertrag – und das merkt man beim Gehalt deutlich. Mein Gehalt lag spürbar unter dem, was im Branchentarif üblich ist, und war für die Verantwortung und den Aufwand schlicht ein schlechter Witz. Die wenigen Sozialleistungen wie Zuschüsse zum Deutschlandticket oder vermögenswirksame Leistungen reißen das auch nicht raus. Im Vergleich zu tarifgebundenen Unternehmen ist die Vergütung bei HELM wenig attraktiv.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialbewusstsein bei HELM wirkt überwiegend wie Greenwashing. Statt echter Nachhaltigkeit werden lieber grüne Poster aufgehängt und Nachhaltigkeit propagiert, während in der Praxis wenig passiert: In den Fluren brennt rund um die Uhr das Licht und das Management fliegt weiterhin regelmäßig um die Welt. Die Außendarstellung steht im starken Gegensatz zum tatsächlichen Verhalten – Engagement für Umwelt und soziale Verantwortung bleibt oberflächlich und wenig glaubwürdig.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleg:innen ist durchwachsen. Es gibt einige hilfsbereite und freundliche Mitarbeitende, auf die man sich verlassen kann. Insgesamt herrscht jedoch ein eher sachliches Miteinander, das von Konkurrenzdenken und Einzelinteressen geprägt ist. Teamarbeit findet statt, bleibt aber meist oberflächlich. Wirklich enger Zusammenhalt oder ein echtes Wir-Gefühl sind selten, aber ein respektvoller Umgang ist grundsätzlich gegeben.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleg:innen ist überwiegend respektvoll und unkompliziert. Es sind viele erfahrene „alte Hasen“ im Team, die geschätzt werden und ihr Wissen gerne weitergeben. Altersdiskriminierung habe ich nicht erlebt; ältere Mitarbeitende sind gut integriert und werden als wertvolle Teammitglieder angesehen. Insgesamt gibt es in diesem Bereich wenig Negatives zu berichten.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten war enttäuschend. Wertschätzung für Engagement und Zusatzaufgaben fehlte, Anerkennung gab es meist nur für Anpassung und Gefallen. Anliegen wurden oft ignoriert oder nur nach mehrfachem Nachhaken bearbeitet. Konstruktives Feedback war selten, Kritik wurde lieber hinter dem Rücken geäußert. Besonders problematisch: Ohne Betriebsrat fehlt Mitarbeitenden der Schutz, wenn Führungskräfte Grenzen überschreiten oder sensible Themen nicht mit der gebotenen Diskretion behandeln. Auch im Umgang mit Bewerbungen und Zeugnissen fehlt es an Professionalität und Respekt – der Umgang mit solchen Unterlagen hinterlässt oft einen fragwürdigen Eindruck und trägt nicht zu einer vertrauensvollen Atmosphäre bei. Kritische Hinweise auf solche Praktiken werden eher abgewehrt als reflektiert. So war es zumindest in meiner Abteilung.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen bei HELM sind insgesamt gut. Die Büros sind relativ modern ausgestattet und bieten ein angenehmes Arbeitsumfeld. Homeoffice ist an Freitagen und Montagen obligatorisch, was Flexibilität ermöglicht. Das Kantinenessen kostet mittlerweile 5 €, ist aber in Ordnung. Die technische Ausstattung ist solide, und Gehaltszahlungen erfolgen pünktlich. Insgesamt sind die Bedingungen zeitgemäß, auch wenn manche Abläufe weiterhin recht bürokratisch sind.
Kommunikation
Die Kommunikation bei HELM ist meist formal und wenig transparent. Wichtige Informationen werden oft nur auf Nachfrage oder verspätet weitergegeben. Feedback von Vorgesetzten ist selten konstruktiv, Lob gibt es kaum. Die Personalabteilung reagiert überwiegend bürokratisch und standardisiert, individuelle Anliegen werden selten ernst genommen. Offene Diskussionen oder echte Einbindung der Mitarbeitenden in Entscheidungen finden kaum statt.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung ist bei HELM ausbaufähig. Besonders als Frau hat man es schwer, sich durchzusetzen, wenn man nicht bereit ist, sich anzupassen und mitzuspielen. Es gibt zwar einen kleinen, ambitionierten Kern von Frauen, doch auch dort steht meist das eigene Fortkommen im Vordergrund. Insgesamt werden Frauen systematisch klein gehalten oder ihnen wird gönnerhaft begegnet, selbst wenn sie sich engagieren oder Verantwortung übernehmen. Wer nicht in die bestehenden Strukturen passt oder sich nicht unterordnet, wird schnell an den Rand gedrängt. Diversität wird nach außen gerne betont, etwa indem einzelne Mitarbeitende mit Migrationshintergrund oder anderen sichtbaren Merkmalen für Werbezwecke präsentiert werden. Im Arbeitsalltag ist echte Vielfalt und Inklusion jedoch kaum spürbar. Ohne Betriebsrat fehlt eine unabhängige Instanz, die für Fairness sorgt. Ein wirklich offenes und unterstützendes Umfeld für alle Geschlechter und Hintergründe ist leider nicht gegeben.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren überwiegend monoton und wenig anspruchsvoll. Es fehlte an Abwechslung, Eigenverantwortung und Möglichkeiten, sich fachlich weiterzuentwickeln. Kreative oder herausfordernde Tätigkeiten gab es kaum – stattdessen herrschte oft Langeweile und Unterforderung. Wer auf der Suche nach spannenden Projekten oder neuen Impulsen ist, wird hier schnell vom sogenannten Bore-out betroffen sein.


