Es braucht mehr Selbstreflexion!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ganz klar ist das beste das Kollegium, der Zusammenhalt und das helfen untereinander, was aber auch immer mehr auf die Probe gestellt wird.
Positiv hervorzuheben ist außerdem der Betriebsrat, der sich engagiert für die Mitarbeitenden einsetzt, Missverständnisse klärt und häufig dazu beiträgt, den Informationsfluss aufrechtzuerhalten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
-Mangelhafte und intransparente Kommunikation
-Fehlende Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden
-Unzureichende Führungskultur
-Fehlende Zukunftsperspektiven
-Hohe Fluktuation ohne erkennbare Gegenmaßnahmen
Nicht die wirtschaftliche Situation allein empfinde ich als problematisch, sondern den Umgang mit ihr. Schwierige Zeiten können jedes Unternehmen treffen. Entscheidend ist, wie Führung und Kommunikation in solchen Phasen gelebt werden. Genau hier sehe ich die größten Defizite.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen sollte die aktuelle Fluktuation nicht als unvermeidbare Entwicklung betrachten, sondern als ernstzunehmendes Warnsignal. Die Fluktuation sollte aus meiner Sicht Anlass zur kritischen Selbstreflexion sein. Wenn über einen längeren Zeitraum zahlreiche erfahrene Mitarbeitende, sowie ausgebildete Nachwuchskräfte das Unternehmen verlassen, spricht vieles dafür, die Ursachen nicht ausschließlich außerhalb des Unternehmens zu suchen.
Führungskräfte sollten in Mitarbeiterführung, Kommunikation und Konfliktmanagement geschult werden. Lautstärke, Vorwürfe oder Einschüchterung sind keine geeigneten Führungsinstrumente und tragen weder zu Motivation noch zu Mitarbeiterbindung bei.
Ebenso wichtig ist eine ehrliche und transparente Kommunikation. Mitarbeitende benötigen nachvollziehbare Informationen über die wirtschaftliche Situation und eine erkennbare Zukunftsperspektive. Unsicherheit entsteht vor allem dort, wo Informationen fehlen.
Langfristig werden qualifizierte Fachkräfte nicht durch Druck gehalten, sondern durch Vertrauen, Wertschätzung, Entwicklungsmöglichkeiten und glaubwürdige Führung.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich seit Ende 2024 aus meiner Sicht massiv verschlechtert. Im Umgang mit dem Auftragsrückgang fehlt für mich eine erkennbare Strategie. Statt transparent zu kommunizieren und eine nachvollziehbare Perspektive aufzuzeigen, entsteht der Eindruck, dass Probleme eher ausgesessen als aktiv gelöst werden.
Die Folgen sind im Arbeitsalltag deutlich spürbar: Unsicherheit, Demotivation und eine zunehmende Resignation innerhalb der Belegschaft. Nach meiner Wahrnehmung wirkt sich das inzwischen nicht nur auf die Stimmung, sondern teilweise auch auf die Arbeitsqualität und die Fluktuation aus.
Mittlerweile scheint sich die Belegschaft in zwei Gruppen aufzuteilen: diejenigen, die hoffen, bis zur Rente durchzuhalten, und diejenigen, die das Unternehmen verlassen, weil sie keine langfristige Perspektive mehr sehen.
Besonders problematisch empfinde ich die fehlende Wertschätzung. Gute Leistungen werden nur selten anerkannt. Mitarbeitergespräche werden überwiegend mit Kritik oder Problemen verbunden. Lob oder konstruktive Entwicklungsgespräche sind aus meiner Erfahrung die Ausnahme.
Image
Nach außen vermittelt das Unternehmen ein Bild, das aus meiner Sicht intern nicht ausreichend gelebt wird.
Innovationen scheitern aus meiner Sicht nicht nur an fehlenden Investitionen, sondern zunehmend auch daran, dass viele Mitarbeitende ihre Ideen nicht mehr einbringen. Wer wiederholt erlebt, dass Vorschläge unbeachtet bleiben oder Zusagen nicht eingehalten werden, verliert irgendwann die Motivation, sich zusätzlich zu engagieren.
Diese Entwicklung ist aus meiner Sicht das Ergebnis fehlender Selbstreflexion und einer Unternehmenskultur, die Kritik nur unzureichend aufgreift.
Work-Life-Balance
Bis Ende 2024 bot das Unternehmen eine sehr gute Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung. Innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen konnten Arbeitstage eigenverantwortlich geplant werden. Selbst im Schichtbetrieb bestanden entsprechende Möglichkeiten.
Durch Kurzarbeit, Arbeitszeitreduzierungen und die geplante Einführung eines neuen Arbeitszeit- bzw. Zeitkontenmodells hat sich diese Flexibilität jedoch deutlich verschlechtert. Nach aktuellem Stand würde künftig nicht mehr die gesamte geleistete Mehrarbeit den Mitarbeitenden zur freien Verfügung stehen.
Für mich steht diese Entwicklung im Widerspruch zu einer guten Work-Life-Balance. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass dadurch die Motivation sinkt und sich die Einstellung "Dienst nach Vorschrift" weiter verbreitet.
Gehalt/Benefits
Das Unternehmen ist aus meiner Sicht beim Gehalt nur eingeschränkt wettbewerbsfähig, da kein Tarifvertrag besteht.
Früher konnten eine 40-Stunden-Woche, ein sicherer Arbeitsplatz sowie gute Möglichkeiten zur Mehrarbeit die Gehaltsunterschiede teilweise ausgleichen. Viele dieser Vorteile bestehen inzwischen nicht mehr.
Heute liegt die Vergütung trotz höherer Wochenarbeitszeit nach meinem Eindruck unter dem Niveau vergleichbarer Arbeitgeber.
Aber es gibt Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist eine der größten Stärken des Unternehmens. In vielen Bereichen ist gerade dieses Miteinander der Grund dafür, dass Arbeitsabläufe trotz schwieriger Rahmenbedingungen funktionieren und Mitarbeitende dem Unternehmen treu bleiben.
Leider wird dieser Faktor aus meiner Sicht nicht ausreichend wertgeschätzt. Gleichzeitig wird der Zusammenhalt durch die hohe Fluktuation zunehmend auf die Probe gestellt.
Vorgesetztenverhalten
Es gibt durchaus Führungskräfte, die ihre Aufgaben in den Bereichen Planung, Kommunikation und Mitarbeiterführung sehr gut erfüllen. Leider gibt es ebenso das Gegenteil.
Aus meiner Sicht wird zu wenig in die Entwicklung von Führungskompetenz investiert. Wertschätzende Kommunikation, Konfliktlösung und Mitarbeiterführung scheinen nicht überall den Stellenwert zu besitzen, den sie haben sollten.
Besonders kritisch empfinde ich Situationen, in denen Mitarbeitende in Personalgesprächen laut, unsachlich oder vorwurfsvoll behandelt werden. Eine Führungskultur, die auf Einschüchterung statt auf Vertrauen setzt, schadet langfristig sowohl den Mitarbeitenden als auch dem Unternehmen.
Nach meinem Eindruck ist diese Problematik im Unternehmen bekannt. Es weis auch jeder wer gemeint ist. Umso unverständlicher ist es, dass bislang keine erkennbaren Veränderungen erfolgen.
Arbeitsbedingungen
Das Gebäude verfügt grundsätzlich über eine Klimatisierung. Allerdings unterscheiden sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit teilweise erheblich zwischen einzelnen Bereichen. Dies beeinträchtigt nicht nur das Arbeitsklima, sondern teilweise auch die Produktion.
In der CNC-Fertigung wäre eine Verbesserung der Akustik durch entsprechende Schallschutzmaßnahmen sinnvoll gewesen. Nach meinem Kenntnisstand wurden entsprechende Überlegungen jedoch aus Kostengründen nicht weiterverfolgt.
Auch Maßnahmen zur Verbesserung der Ergonomie, beispielsweise höhenverstellbare Arbeitsplätze, wurden trotz erkennbaren Nutzens eingestellt.
Kommunikation
Die Kommunikation gehört aus meiner Sicht zu den größten Schwachstellen des Unternehmens.
Seitens der Geschäftsleitung gibt es nur wenig direkte Kommunikation mit der Belegschaft. Stattdessen erfolgt die Weitergabe häufig über mehrere Ebenen. Informationen werden häufig ausschließlich über Führungskräfte weitergegeben. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Inhalte unterschiedlich interpretiert, unvollständig weitergegeben oder gar nicht kommuniziert werden.
Besonders kritisch finde ich, dass wichtige Informationen, dankbarer weise, häufig eher über den Betriebsrat als über die Unternehmensleitung selbst wahrgenommen werden. Das spricht aus meiner Sicht nicht für eine funktionierende interne Kommunikation.
Gleichberechtigung
Aus meiner Sicht gibt es hier keine besonderen Auffälligkeiten.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind stark von der jeweiligen Abteilung abhängig. Es gibt Bereiche mit abwechslungsreichen und interessanten Tätigkeiten, während andere deutlich weniger Entwicklungsmöglichkeiten bieten.