next Level Ausbeutung
Verbesserungsvorschläge
Dieses Unternehmen steht beispielhaft für strukturelle Ausbeutung im architektonischen Arbeitsmarkt: qualifizierte, erfahrene Arbeitskraft wird systematisch unterbezahlt, Hierarchien sichern bestehende Machtverhältnisse, und arbeitsrechtliche Mindeststandards werden bewusst unterlaufen oder ausgereizt. Wer Wert auf faire Arbeitsbedingungen, Arbeitsrecht, Mitbestimmung und eine solidarische Arbeitskultur legt, sollte dieses Unternehmen sehr kritisch betrachten.
Arbeitsatmosphäre
An sich war die Arbeitsatmosphäre vom ersten Eindruck in Ordnung, die Mitarbeitenden sympathisch und nett. Eine systematische Einarbeitung fand nicht statt. Neue Mitarbeitende werden unmittelbar produktiv eingesetzt, ohne dass Zeit oder Ressourcen in Qualifizierung investiert werden. Die Verantwortung für funktionierende Arbeitsabläufe wird vollständig auf die Beschäftigten verlagert.
Kommunikation
Die Kommunikation innerhalb der Mitarbeitenden war gut, professionell und freundschaftlich. Die Kommunikation von Seiten der Projektleiter Ebene war mangelhaft bis nicht existent. Die ersten 6 Wochen gab es gar keine Unterhaltung zu den Aufgaben die man direkt erledigen sollte. Diese Nicht-Kommunikation hat im weiteren Verlauf zu Missverständnissen und Mehrarbeit geführt.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten folgt klassischen hierarchischen und kapitalistischen Verwertungslogiken: Leistung wird eingefordert, ohne dass faire Entlohnung, Mitbestimmung oder Anerkennung sichergestellt sind.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsplätze sind nicht ergonomisch ausgestattet. Höhenverstellbare Schreibtische oder andere gesundheitsfördernde Arbeitsmittel fehlen.
Gehalt/Benefits
Während der Probezeit wurde mir ein Beschäftigungsmodell als „Trainee“ angeboten, das deutlich unter dem gesetzlichen Mindestlohn lag. Entweder das annehmen oder man musste gehen. Dieses Angebot erfolgte trotz abgeschlossener Berufsausbildung, und mehrjähriger fast zweistelliger Jahre an Berufserfahrung im Handwerk, sowie Zusatzqualifikationen. Darüber hinaus einem abgeschlossenes Bachelorstudium und bereits 3 Jahren Berufserfahrung im Architekturbereich. Nach meinem Kenntnisstand wurde einem weiteren Mitarbeiter ein vergleichbares Angebot gemacht. Sowie anderen Kollegen dort bereits vor längerer Zeit ebenfalls. Meiner Einschätzung nach, wird Arbeitskraft hier massiv zum eigenen Vorteil ausgebeutet. Etwas derartiges habe ich in den mittlerweile 15 Jahren, die ich am Arbeitsmarkt partizipiere noch nie erlebt.
Karriere/Weiterbildung
Auf Nachfrage war ein echtes Trainee- oder Weiterbildungsprogramm mit klaren Lernzielen, Betreuung und Entwicklungsperspektiven nicht erkennbar. Die Bezeichnung „Trainee“ wirkte eher als formale Einstufung ohne inhaltliche Ausgestaltung.