Viel KI, wenig Menschlichkeit: Fragwürdige Führungskultur hinter moderner Fassade
Gut am Arbeitgeber finde ich
Für Berufseinsteiger und Werkstudierende sicherlich ein interessanter Arbeitgeber. Das internationale Umfeld, moderne Büros, regelmäßige Teamevents und die Möglichkeit, mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammenzuarbeiten, machen Holidu für junge Fachkräfte attraktiv. Man kann erste Berufserfahrungen sammeln, Neues lernen und wertvolle Kontakte knüpfen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die große Diskrepanz zwischen der attraktiven Außendarstellung und der tatsächlichen Führungskultur. Viel hängt davon ab, in welchem Team man landet und an welche Führungskraft man gerät. Selbstherrliches Führungsverhalten, mangelnde Kritikfähigkeit, wenig Wertschätzung für erfahrene Fachkräfte und eine Unternehmenskultur, in der Anpassung teilweise wichtiger erscheint als Kompetenz und eigenständiges Denken.
Hinzu kommen aus meiner Sicht wenig wettbewerbsfähige Gehälter, fragwürdige langfristige Entwicklungsperspektiven und zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der Arbeitsplatzsicherheit. Die jüngste Entlassungswelle von Berichten zufolge rund 60 Mitarbeitenden verstärkt diese Bedenken zusätzlich.
Ein modernes Büro, internationale Kollegen und regelmäßige Teamevents können fehlende Führungskompetenz, mangelnden Respekt und fehlende langfristige Perspektiven nicht kompensieren.
Verbesserungsvorschläge
Vielleicht sollte sich Holidu zunächst einmal die Frage stellen, ob die Zusammenarbeit mit echten Menschen überhaupt noch zu den Prioritäten des Unternehmens gehört – oder ob langfristig nur noch KI, Automatisierung und maximale Effizienz zählen.
Falls Menschen weiterhin eine Rolle spielen sollen, wäre es ein guter Anfang, in tatsächliche Führungskompetenz, gegenseitigen Respekt und eine Unternehmenskultur zu investieren, in der eigenständiges Denken nicht als Störfaktor betrachtet wird.
Arbeitsatmosphäre
Holidu setzt stark auf KI, Automatisierung und Effizienzsteigerung. Doch bei all dem Fortschrittsdenken stellt sich zunehmend die Frage, welchen Stellenwert die Mitarbeitenden in dieser Strategie tatsächlich haben.
Die jüngste Entlassungswelle, rund 60 Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz verloren haben, wirft erhebliche Fragen zur langfristigen Personalplanung und Arbeitsplatzsicherheit auf. Besonders ernüchternd ist dies vor dem Hintergrund der zuvor kommunizierten positiven Geschäftsentwicklung.
Offenbar können selbst langjährige Betriebszugehörigkeit und Erfahrung keine Sicherheit bieten. Umso wichtiger ist es, kritisch zu hinterfragen, wie viel die viel beworbene Unternehmenskultur tatsächlich wert ist, wenn wirtschaftliche Prioritäten neu gesetzt werden.
Vorgesetztenverhalten
Aus meiner persönlichen Erfahrung bestehen erhebliche Defizite in der Führungsqualität. Selbstherrliches Auftreten, herablassende Kommunikation, mangelnde Selbstreflexion und wenig Offenheit für andere Perspektiven können die Zusammenarbeit erheblich erschweren.
Besonders irritierend finde ich den Umgang mit erfahrenen Fachkräften. Einerseits wird Expertise gesucht und eingestellt, andererseits entsteht im Arbeitsalltag der Eindruck, dass eigenständiges Denken, kritisches Hinterfragen und fachlicher Widerspruch nicht unbedingt erwünscht sind.
Wer Schwachstellen erkennt, bestehende Prozesse optimieren möchte oder Entscheidungen sachlich hinterfragt, sollte eigentlich als Bereicherung wahrgenommen werden. Stattdessen kann schnell der Eindruck entstehen, dass Zustimmung und Anpassungsfähigkeit höher geschätzt werden als tatsächliche Fachkompetenz.
Gehalt/Benefits
Auch das Gehaltsniveau empfinde ich für erfahrene Fachkräfte als wenig wettbewerbsfähig. Die Erwartungen und Anforderungen stehen aus meiner Sicht nicht immer in einem angemessenen Verhältnis zur Vergütung.
Wer bereits mehrere Jahre Berufserfahrung mitbringt und Wert auf Eigenverantwortung, fachliche Wertschätzung und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten legt, sollte sehr genau prüfen, ob das Unternehmen tatsächlich die passenden Rahmenbedingungen bietet.
Image
Holidu präsentiert sich als modernes, internationales und dynamisches Unternehmen. Gerade für Berufseinsteiger, Werkstudierende und internationale Fachkräfte, die neu nach München kommen, mag das auf den ersten Blick attraktiv sein. Das internationale Umfeld und die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, gehören sicherlich zu den positiven Seiten.
Doch hinter der attraktiven Außendarstellung sieht die Realität nicht unbedingt so positiv aus. Entscheidend ist vor allem, in welchem Team man landet und an welche Führungskraft man gerät.

