Holidu hat seine Seele verloren – Viele Jahre Herzblut reingesteckt und am Ende keine Menschlichkeit erfahren
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich war acht Jahre bei Holidu und habe das Unternehmen von rund 40 auf über 600 Mitarbeitende wachsen sehen. Und ich kann wirklich sagen: Holidu war einmal ein unglaublich tolles Unternehmen.
Wir hatten eine besondere Kultur, echte Werte, einen großartigen Zusammenhalt und Menschen, die mit unglaublich viel Leidenschaft dabei waren. Ich hatte über viele Jahre einen fantastischen Chef, der mir gezeigt hat, was gute Führung bedeutet.
Ich habe Holidu lange geliebt, mich mit dem Unternehmen identifiziert und unglaublich viel Herzblut hineingesteckt.
Umso trauriger finde ich es, sagen zu müssen, dass Holidu für mich über die Jahre seine Seele verloren hat.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wie wenig acht Jahre Loyalität, konstant starke Leistungen und persönlicher Einsatz am Ende offenbar wert sind.
Ich habe über Jahre zahlreiche erfolgreiche Projekte vorangetrieben, bei einigen Projekten mit den Gründern zusammengearbeitet und konstant sehr gute Leistungsbewertungen erhalten.
In meinem letzten Jahr habe ich trotz einer persönlich sehr schwierigen Zeit noch einmal alles gegeben, um meine nächste Beförderung zu erreichen. Ich habe zusätzliche Verantwortung übernommen, bin immer wieder die Extrameile gegangen und hatte sogar bereits eine komplette Präsentation mit meinen Ergebnissen, Erfolgen und meinem Beitrag zum Unternehmen vorbereitet. Alles habe ich mehrmals angesprochen und transparent kommuniziert. Ich hatte sogar HR um Hilfe gebeten.
Dann wurde mir plötzlich mitgeteilt, dass es mit der Beförderung nichts wird. Eine für mich nachvollziehbare Begründung gab es nicht.
Eine Woche später lag statt der Beförderung meine Kündigung auf dem Tisch.
Und das, obwohl ich mir kein Fehlverhalten hatte zuschulden kommen lassen, meine Leistung über Jahre hinweg sehr gut bewertet worden war und mir auch kein konkretes Leistungsproblem als Kündigungsgrund genannt wurde.
Was danach passierte, hat mich allerdings fast noch mehr getroffen.
Meine Accounts wurden am gleichen Tag gesperrt. Mein Team wusste nicht, wo ich war. Ich durfte mich nicht verabschieden. Geschweige denn eine Übergabe machen. Kein Dankeschön, kein persönlicher Abschied, nicht einmal eine kleine Geste der Wertschätzung nach acht Jahren.
Es fühlte sich für mich an, als würde man mich einfach aus dem Unternehmen verschwinden lassen wollen. Schnellst möglich und unauffällig.
Und ja, ich habe mich nach all den Jahren hintergangen gefühlt. Business ist das eine, aber Menschlichkeit das andere.
Verbesserungsvorschläge
Vielleicht sollte sich Holidu einmal ernsthaft fragen, was aus den Werten geworden ist, die dieses Unternehmen früher so besonders gemacht haben.
Ein Unternehmen besteht nicht nur aus Wachstumszahlen, Strategien, neuen Führungskräften und schönen Büros. Es besteht aus Menschen. Menschen, die sich engagieren, Verantwortung übernehmen, loyal sind und teilweise einen großen Teil ihres Lebens in dieses Unternehmen investieren.
Man kann ein Unternehmen auf über 600 Mitarbeitende skalieren und dabei trotzdem seine Seele verlieren.
Ich würde mir wünschen, dass Menschlichkeit, Respekt und echte Wertschätzung wieder einen höheren Stellenwert bekommen. Und dass Führungskräfte daran gemessen werden, wie sie mit ihren Mitarbeitenden umgehen – nicht nur daran, wie gut sie ihre eigenen Erfolge verkaufen.
Arbeitsatmosphäre
Früher war Holidu ein Unternehmen, in dem man wirklich gerne gearbeitet hat. Man hatte das Gefühl, gemeinsam etwas aufzubauen und Teil von etwas Besonderem zu sein.
Mit den Jahren und den Veränderungen im Management ist für mich viel davon verloren gegangen.
Es wurde aus meiner Sicht zunehmend wichtiger, wer sich gut positioniert, wer die Entscheidungen trifft und wer sich mit wem gutstellt.
Ich hatte immer stärker das Gefühl, dass die Menschlichkeit, die Holidu früher ausgezeichnet hat, auf der Strecke geblieben ist.
Image
Holidu präsentiert sich nach außen als modernes, internationales Unternehmen mit einer tollen Kultur.
Und früher war diese Kultur tatsächlich etwas Besonderes.
Heute sehe ich das deutlich kritischer. Denn was bringen schöne Büros, Teamevents und Unternehmenswerte auf Präsentationsfolien, wenn es im entscheidenden Moment an Menschlichkeit fehlt?
Karriere/Weiterbildung
Meine Erfahrung hat mein Vertrauen in faire Entwicklungsmöglichkeiten bei Holidu nachhaltig erschüttert.
Ich hatte ein klares Entwicklungsziel, habe ein ganzes Jahr darauf hingearbeitet und meine Leistungen und Erfolge ausführlich dokumentiert.
Trotz konstant sehr guter Performance und zusätzlicher Verantwortung wurde der Beförderungsprozess kurz vor der Entscheidung beendet, ohne dass ich dafür eine nachvollziehbare Erklärung erhielt.
Wer Mitarbeitende langfristig motivieren und halten möchte, sollte ihnen transparente und verlässliche Entwicklungsperspektiven bieten.
Kollegenzusammenhalt
Meine Kolleginnen und Kollegen waren für mich immer das Herz von Holidu.
Ich habe dort wundervolle Menschen kennengelernt, mit denen ich unglaublich gerne zusammengearbeitet habe und zu denen teilweise bis heute enge Verbindungen bestehen.
Sie sind auch der Grund, warum ich trotz allem viele schöne Erinnerungen an meine Zeit bei Holidu habe.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich hatte ausdrücklich angeboten, auch in ein anderes Team zu wechseln. Nach acht Jahren kannte ich das Unternehmen, viele Teams und die internen Strukturen sehr gut.
Trotzdem wurde mir keine konkrete Alternative angeboten.
Für mich war das besonders enttäuschend, weil ich das Gefühl hatte, dass man nicht einmal versuchen wollte, mich im Unternehmen zu halten.
Vorgesetztenverhalten
Für mich mit Abstand der größte Kritikpunkt.
Ich hatte über viele Jahre einen großartigen Chef, dem ich bis heute unglaublich dankbar bin. Er hat seine Mitarbeitenden gefördert, ihnen vertraut und ihre Leistungen gesehen.
Umso erschreckender war für mich der Kontrast zu meiner späteren Führungserfahrung.
Ich hatte zunehmend das Gefühl, dass es weniger darum ging, was ich tatsächlich geleistet habe, sondern vielmehr darum, wer sich am besten selbst verkaufen konnte.
Besonders bitter war für mich, im Nachhinein zu erfahren, dass Projekte, die ich maßgeblich vorangetrieben hatte und die sehr erfolgreich waren, offenbar als Erfolge meines Vorgesetzten dargestellt wurden.
Auch abseits meiner persönlichen Erfahrungen gab es Situationen auf Führungsebene, die mein Vertrauen in die Unternehmenskultur erschüttert haben. Gerade beim Umgang mit Machtpositionen und persönlichen Grenzen hätte ich mir gewünscht, dass die nach außen kommunizierten Werte auch intern konsequent gelebt werden.
Und auch der Umgang der Gründer mit meiner Kündigung hat mich sehr enttäuscht. In einem späteren Gespräch wurde mir gegenüber der Eindruck vermittelt, man habe von der Entscheidung nicht wirklich gewusst – obw
Kommunikation
Was mir am Ende besonders gefehlt hat, war Ehrlichkeit und Verlässlichkeit.
Besonders enttäuschend fand ich, dass mir im Nachgang persönlich Unterstützung bei meiner beruflichen Neuorientierung zugesagt wurde. Auf meine anschließenden Nachrichten per WhatsApp und E-Mail erhielt ich jedoch keine Antwort.
Es ist enttäuschend, wenn Menschen große Worte finden, aber dann nicht einmal auf eine Nachricht reagieren.
Gehalt/Benefits
Ich hatte zunehmend den Eindruck, dass für externe Führungskräfte sehr attraktive Gehälter möglich sind, während langjährige Mitarbeitende um ihre Weiterentwicklung und angemessene Anerkennung kämpfen müssen.
Neue Expertise von außen kann wertvoll sein. Aber dabei sollte man nicht vergessen, wer das Unternehmen über Jahre mit aufgebaut hat.

