Offene Kommunikation predigen und Zensur einfordern... Das ist HSE... meiner Meinung nach
Gut am Arbeitgeber finde ich
Dass anscheinend so viele Ressourcen vorhanden sind, um Bewertungen löschen zu lassen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Auf Druck von HSE musste ich die Bewertung zum zweiten Mal "entschärfen". Besonders kritisch empfinde ich den Umgang mit Mitarbeitern in schwierigen persönlichen Lebenssituationen. Die Art und der Zeitpunkt bestimmter Personalentscheidungen können bei Mitarbeitern erhebliches Unverständnis auslösen. Der nächste Absatz musste auf Druck von HSE entfernt werden. Jeder kann sich selbst seine Gedanken dazu machen, welches Bild dadurch von der Unternehmenskultur entsteht.
Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass solche Entscheidungen untereinander zwar kritisch diskutiert, offen jedoch nur selten hinterfragt werden. Die Sorge, sich mit Kritik selbst zu schaden, ist aus meiner Sicht deutlich wahrnehmbar.
Wirtschaftlich schwierige Entscheidungen können notwendig sein. Entscheidend ist jedoch auch, wie mit den davon betroffenen Menschen umgegangen wird. Hier würde ich mir wesentlich mehr Empathie, Fingerspitzengefühl und soziale Verantwortung wünschen.
Verbesserungsvorschläge
Führungspositionen sollten konsequent nach fachlicher Kompetenz, Führungseignung und sozialer Kompetenz besetzt werden.
Ein Unternehmen braucht Menschen in verantwortlichen Positionen, die Widerspruch zulassen, eine eigene Meinung vertreten und Entscheidungen kritisch hinterfragen können. Werden dagegen vor allem Personen gefördert, die sich möglichst reibungslos in bestehende Strukturen einfügen, besteht die Gefahr einer Führungskultur, die sich zunehmend selbst bestätigt.
Mein wichtigster Verbesserungsvorschlag lautet deshalb: Führungskompetenz stärker gewichten, kritische Mitarbeiter nicht als Problem betrachten und fachliche Kompetenz, Erfahrung und eigenständiges Denken konsequent wertschätzen.
Gerade angesichts der Herausforderungen des klassischen Teleshoppings wären Veränderungsbereitschaft, neue Ideen und der Mut zu kritischen Stimmen besonders wichtig.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist nach meiner Wahrnehmung stark von Angst und Unsicherheit geprägt. Im Zusammenhang mit Kündigungen und Aufhebungsverträgen ist bei vielen Mitarbeitern eine deutliche Sorge um den eigenen Arbeitsplatz wahrnehmbar.
Diese Unsicherheit führt nach meiner Wahrnehmung zu einer angespannten Stimmung. Besonders problematisch empfand ich, dass bei mir teilweise der Eindruck entstand, Angst werde als Mittel zur Leistungssteigerung verstanden und auch entsprechend vermittelt.
Eine solche Haltung halte ich für äußerst fragwürdig. Angst mag kurzfristig Druck erzeugen, eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre entsteht dadurch aus meiner Sicht nicht.
Image
„Außen hui, innen ganz übel“ beschreibt meinen persönlichen Eindruck leider ziemlich gut.
Nach außen vermittelt das Unternehmen ein positives, herzliches und beinahe familiäres Bild. Gut gelaunte Gesichter vor der Kamera, Herzlichkeit und ein freundliches Miteinander prägen die Außenwirkung.
Hinter den Kulissen habe ich teilweise einen völlig anderen Eindruck gewonnen. Konkurrenzdenken, persönliche Befindlichkeiten und ein teilweise rauer Umgangston stehen für mich in deutlichem Gegensatz zum vermittelten Image.
Besonders auffällig empfinde ich die Diskrepanz zwischen dem Auftreten mancher Personen vor und hinter der Kamera. Das freundliche Gesicht nach außen und die von mir intern wahrgenommene Realität passen aus meiner Sicht teilweise nur schwer zusammen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist insbesondere im operativen Bereich sehr problematisch meiner Meinung nach.
Während in anderen Unternehmensbereichen Homeoffice, flexiblere Arbeitszeiten und größere Freiheiten möglich sind, gelten im operativen Bereich wesentlich restriktivere Bedingungen mit Schicht- und Stempelzeiten und geringer zeitlicher Flexibilität.
Besonders belastend empfinde ich dieses Ungleichgewicht innerhalb desselben Unternehmens. Mitarbeitern werden je nach Bereich sehr unterschiedliche Freiräume zugestanden.
Auch der Umgang mit Erholungsmöglichkeiten trägt zu diesem Eindruck bei. *Absatz musste auf Druck von HSE entfernt werden.
Insgesamt bietet dieser Bereich aus meiner Sicht nur sehr begrenzte Möglichkeiten für eine ausgewogene Work-Life-Balance.
Karriere/Weiterbildung
Nach welchen Kriterien Karrierechancen vergeben werden, war für mich während meiner Tätigkeit nur schwer nachvollziehbar. Fachliche Kompetenz, Leistung und Erfahrung schienen nach meiner Wahrnehmung nicht zwangsläufig die entscheidenden Faktoren zu sein.
Bei mir entstand vielmehr wiederholt der Eindruck, dass persönliche Nähe und ein gutes Verhältnis zu Entscheidungsträgern erheblichen Einfluss darauf haben können, wer gefördert wird.
Eine transparente Karriereplanung, bei der Qualifikation und Leistung erkennbar im Vordergrund stehen, konnte ich während meiner Tätigkeit kaum wahrnehmen.
Auch beim Thema Weiterbildung fällt meine persönliche Einschätzung negativ aus. Ernsthafte Angebote zur fachlichen Weiterbildung und gezielten persönlichen Entwicklung waren für mich kaum erkennbar.
Gehalt/Benefits
Die Kriterien für Gehaltserhöhungen sind aus meiner Sicht nur schwer nachvollziehbar. Es entsteht bei mir der Eindruck, dass Leistung, Kompetenz und Erfahrung nicht immer ausschlaggebend für die Gehaltsentwicklung sind.
Dieser Abschnitt musste nach Beanstandung durch HSE entfernt werden.
Eine transparente Gehaltsentwicklung, bei der Leistung und Erfahrung nachvollziehbar honoriert werden, konnte ich während meiner Tätigkeit nicht erkennen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umweltbewusstsein empfinde ich als sehr problematisch.
Während meiner Tätigkeit habe ich wiederholt erlebt, dass Lebensmittel für Präsentationen zubereitet und anschließend teilweise entsorgt wurden. Auch noch verwendbare Pflanzen wurden nach meiner Beobachtung teilweise entsorgt, anstatt sie Mitarbeitern zur Mitnahme zu überlassen. Hinzu kommen Retouren, die nicht mehr verkauft werden können, sowie nach meiner Wahrnehmung erhebliche Mengen an Verpackungsmaterial.
Unabhängig von den jeweiligen betrieblichen Gründen stellt sich für mich die Frage, ob diese Abläufe nicht nachhaltiger organisiert werden könnten.
Gerade bei einem Geschäftsmodell mit großen Waren-, Verpackungs- und Retourenmengen würde ich einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen erwarten.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist aus meiner Sicht stark verbesserungsbedürftig. Ich habe eine ausgeprägte Ellenbogenmentalität wahrgenommen, bei der nach meinem Eindruck viele Mitarbeiter zunächst versuchen, sich selbst abzusichern.
Immer wieder entstand bei mir der Eindruck, dass Aussagen oder vermeintliche Fehler von Kollegen an Vorgesetzte weitergetragen wurden. Dadurch überlegt man sich sehr genau, wem man etwas anvertraut.
Besonders problematisch empfand ich, dass ein solches Verhalten teilweise den Eindruck erweckte, als könne es sich für den Einzelnen auszahlen.
Diese Entwicklung ist für mich weniger ein Problem einzelner Mitarbeiter als vielmehr Ausdruck der von mir wahrgenommenen Unternehmenskultur. Wo das Gefühl vorherrscht, sich selbst absichern zu müssen, kann aus meiner Sicht vertrauensvoller Kollegenzusammenhalt nur schwer entstehen.
Umgang mit älteren Kollegen
Meine Kritik bezieht sich weniger auf das Lebensalter als auf den Umgang mit langjährigen und erfahrenen Mitarbeitern.
Nach meiner Wahrnehmung werden Erfahrung und vorhandene Kompetenz nicht immer entsprechend wertgeschätzt. Jüngere und unerfahrenere Mitarbeiter scheinen teilweise bessere Entwicklungsmöglichkeiten zu erhalten.
Kritisch empfinde ich auch den Umgang mit Mitarbeitern, die über ältere und für sie vorteilhaftere Arbeitsverträge verfügen. In diesem Zusammenhang habe ich Situationen erlebt, in denen bei mir der Eindruck erheblichen Drucks entstand, andere Vertragsbedingungen zu akzeptieren.
Insgesamt würde ich mir deutlich mehr Wertschätzung für Erfahrung, Kompetenz und langjährige Betriebszugehörigkeit wünschen.
Vorgesetztenverhalten
Führungskräfte sucht man nach meiner jahrelangen Erfahrung und persönlichen Wahrnehmung leider vergebens. Eines der größten Probleme sehe ich in der Auswahl und Qualifikation von Führungskräften.
Bei der Besetzung von Führungspositionen entstand bei mir wiederholt der Eindruck, dass persönliche Nähe zu Entscheidungsträgern eine größere Rolle spielte als fachliche Kompetenz und Führungseignung.
Bei Führungskräften vermisste ich wichtige Fähigkeiten wie Konfliktfähigkeit, souveräne Kommunikation, Zuhören und fachliche Sicherheit. Gerade in schwierigen Situationen habe ich Teamleiter und Supervisoren häufig als überfordert erlebt.
Statt Konflikte zunächst konstruktiv zu lösen, wurde meiner Erfahrung nach sehr schnell mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen wie Abmahnungen argumentiert. Auch den Umgangston habe ich wiederholt als herablassend und wenig respektvoll empfunden.
Autorität sollte aus meiner Sicht durch Kompetenz, Souveränität und Führungsstärke entstehen, nicht allein durch Position und Druck.
Arbeitsbedingungen
Arbeitszeit- und Schichtmodelle werden immer wieder verändert, wodurch die Planbarkeit des Privatlebens erschwert wird.
*Dieser Abschnitt musste auf Druck von HSE entfernt werden.
Dass der operative Betrieb funktioniert, liegt aus meiner Sicht zu einem erheblichen Teil am persönlichen Einsatz vieler Mitarbeiter, die Probleme auffangen und dafür sorgen, dass die Abläufe funktionieren.
Diese Leistung sollte deutlich stärker wahrgenommen und wertgeschätzt werden.
Kommunikation
Wer Probleme offen benennt oder Entscheidungen hinterfragt, kann den Eindruck gewinnen, sich damit selbst zu schaden. Dadurch wird sehr genau überlegt, was man sagt und wem gegenüber man es sagt.
Gleichzeitig habe ich wiederholt erlebt, dass Informationen nur häppchenweise kommuniziert oder mit dem Hinweis versehen wurden, dass darüber noch nicht gesprochen werden dürfe. Dadurch entstand für mich eine unnötige Informationshierarchie.
Zwischen dem Anspruch einer offenen Kommunikationskultur und der von mir wahrgenommenen Realität besteht für mich eine erhebliche Diskrepanz.
Interessante Aufgaben
Die eigentliche Tätigkeit im operativen Bereich hat großes Potenzial und könnte abwechslungsreich, kreativ und verantwortungsvoll sein.
Der Gestaltungsspielraum wird meiner Erfahrung nach jedoch durch zahlreiche Abstimmungsschleifen und Mitspracherechte unterschiedlichster Bereiche stark eingeschränkt. Teilweise entstand bei mir der Eindruck, dass Personen Einfluss auf operative Entscheidungen nehmen, denen aus meiner Sicht die notwendige Erfahrung mit den entsprechenden Abläufen fehlt.
Dadurch wird zunehmend erklärt, begründet und abgesichert, anstatt eigenverantwortlich zu entscheiden.
Das Ergebnis empfinde ich häufig als Einheitsbrei. Statt Kreativität und Eigenverantwortung steht nach meiner Wahrnehmung zunehmend im Vordergrund, möglichst keine Fehler zu machen und Vorgaben abzuarbeiten..

