Angst, Druck und monatelange keine Lohnzahlungen. Mitarbeiter sind am Limit
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der (teilweise) Zusammenhalt unter den Kollegen. Jeder weiß, wie schwer die Situation ist, und man versucht sich gegenseitig aufzufangen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die letzte Gehaltszahlung kam Ende Juni und das waren nur 50 % des Aprilgehalts. Seitdem nichts mehr. In 6 Tagen sind 4,5 Monatsgehälter offen!!! Die Geschäftsleitung meldet sich selten, aber wenn dann nur montags per Mail mit der Ankündigung, dass „diese Woche Geld kommt“. Welche Gehälter damit bezahlt werden können, wird nie gesagt. Danach ist wieder eine Woche Funkstille, bis die nächste Ausrede folgt.
Alleine in den letzten 4 Wochen war von Investoren die Rede, dann vom Verkauf privater Immobilien. Beides wurde groß angekündigt und dann plötzlich gar nicht mehr erwähnt. Transparenz? Fehlanzeige. Zahlen oder konkrete Ergebnisse gibt es nie.
Parallel fühlt man sich als Mitarbeiter unter Druck gesetzt. In Emails wird geschrieben dass sich Lohnzahlungen nur lohnen, wenn „Schlüsselpersonen“ bleiben. Da aber wegen der vielen Kündigungen praktisch jede Position eine Schlüsselrolle ist, ist man bei Eigenkündigung schuld, wenn sein Kollege kein Gehalt mehr sieht. Diese Schuldzuweisungen und das ständige Spiel mit Angst haben die Belegschaft kaputtgemacht.
Außerdem hat man Angst vor den möglichen Konsequenzen. Wer selbst kündigt, und noch keinen Anschlussjob hat, riskiert eine Sperre beim Arbeitslosengeld. Wer klagt, fürchtet von zukünftigen Lohnlisten gestrichen zu werden, sollte irgendwann mal Gehalt ausbezahlt werden.
Klar könnte jeder von uns Insolvenz anmelden. Aber man hat auch Angst von der Geschäftsleitung oder den noch wenig verbliebenen „Jüngern“ als Sündenbock hingestellt zu werden.
Tatsache ist: Abteilungen liegen brach, die Stimmung ist am Boden. Viele Kollegen sind körperlich und psychisch am Limit. Selbst Arbeitsämter und Anwälte kennen das Problem so gut, dass man als Huber-Mitarbeiter schon mit „Ach, der nächste“ begrüßt wird.
Statt klarer Worte gibt es nur leere Versprechen, Schuldzuweisungen und Schweigen. Die meisten wünschen sich inzwischen einfach nur noch, dass endlich ein Schlussstrich gezogen wird – und die Verantwortung dort landet, wo sie hingehört: bei der Geschäftsführung.