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i22 Digitalagentur 
GmbH
Bewertung

Fulminates Team & unberechenbare Chef-Etage

2,7
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat im Bereich IT gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die i22 wurde in den 90ern gegründet und sitzt fest im Sattel – viel Erfahrung und Struktur, dennoch Flexibilität ohne Startup-Allüren.
Besonders hervorzuheben ist die Leistung des Recruiting-Teams. Dieses ist um die optimale Hiring Experience bemüht und hat einen tollen Onboarding-Prozess etabliert. Der Start bei i22 ist durch dieses Team wirklich toll.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Leider ist das „HR“-Team nur für das Recruiting zuständig. Eine Personalabteilung, die Bestandsmitarbeiter begleitet, fehlt komplett. Selbstverantwortung der Mitarbeiter wird so großgeschrieben, dass deren Entwicklung ihnen selbst obliegt. Man muss schon eine eigene Idee davon haben, was einen weiterbringt – und vielleicht gibt das Unternehmen dafür sogar Mittel frei. Regelmäßige Mitarbeitergespräche (und damit Gehaltsverhandlungen) gibt es nicht – wer das nicht selbst anberaumt, geht oft jahrelang leer aus. Schlecht für alle, die fähig, aber wenig selbstbewusst sind. Fairness definiere ich anders.
Insgesamt ist die Stimmung zuletzt sehr gekippt. Es bleibt für alle Mitarbeiter zu hoffen, dass sich dies wieder ändert.

Verbesserungsvorschläge

Die Unternehmensgeschichte verspricht so viel Konsistenz. Bitte seid auch in Persona konsistent. Seid verlässlich, vorhersehbar, sicher. Vielleicht habt ihr das Gefühl, dass ihr es seid. Aber ihr beschwört gegenteilige Gefühle herauf.

Arbeitsatmosphäre

Bei i22 ist man bemüht, sich immer weiterzuentwickeln. Neue Konzepte werden ausprobiert. Mitgestaltung durch Mitarbeiter wird gefördert: Hierzu gab es intensive Schulungen für interessierte Mitarbeiter. Auf diesem Wege werden kleine Veränderungen angestoßen und umgesetzt. Größere Vorschläge verlaufen sich aber gerne oder werden gar nicht erst erarbeitet, weil die Kapazitäten bei den Mitarbeitern fehlen. Die Wichtigkeit von Selbstorganisation wird bei i22 besonders betont – wenn diese Selbstorganisation aber ungewollte Richtungen einschlägt, wird von oben korrigiert. Die Vorgesetzten können, wenn sie gut drauf sind, ihre Mitarbeiter loben. Wenn die Stimmung in der Chefetage aber kippt, kann es auch mal ungemütlich werden.

Kommunikation

Es herrscht Du-Kultur auf allen Unternehmensebenen und mit Kunden.
Etwa einmal im Monat informiert die Geschäftsführung über die strategische Ausrichtung, erzielte Erfolge und Herausforderungen. Den Teams werden darüber hinaus aktuelle Zahlen bereitgestellt, mit denen diese ihre Leistung selbst beurteilen können. In regelmäßigen Abständen besprechen Geschäftsführung und Teams die erreichten Ziele (Euros) und die weitere Strategie.
Insgesamt wird aber auf die Selbstorganisation und Selbstverantwortung des Einzelnen sowie der Teams gesetzt. Der Einzelne oder Gruppen erhalten so sehr viel Gestaltungsraum, bleiben hier aber die gewünschten Ergebnisse aus, folgen auch schon mal harte Eingriffe seitens der Geschäftsführung. Daneben kommen (selten) auch nächtliche E-Mails mit deutlichen Erwartungen und Aufforderungen von der Art an, die einem den Tag vermiesen können.

Kollegenzusammenhalt

In vielen Teams ist der Teamzusammenhalt außerordentlich. Für viele Mitarbeiter stellt dieser den Hauptvorteil der i22 als Arbeitgeber dar. In der i22 versammeln sich sehr viel Hilfsbereitschaft und Loyalität. Es entsteht oft eine familiäre Atmosphäre, die in gemeinsamen Freizeitaktivitäten auch außerhalb von Company Events gipfelt. Sicher wurden hier unzählige Freundschaften geknüpft.

Work-Life-Balance

Die i22 wirbt mit Vertrauensarbeitszeit: Man könne wann immer und von überall arbeiten. Letztlich diktiert aber der Servicevertrag des Hauptkunden eine 9-stündige Erreichbarkeit. In größeren Teams ist so eine Flexibilität nur durch Absprache und im Rahmen dieses Servicevertrags gegeben. An sich kein großes Problem, es ist nur einfach nicht das, was versprochen wird. Im Rahmen dieser Absprachen hat man aber die Flexibilität, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Unter „Vertrauensarbeitszeit“ verstehe ich persönlich, dass das Unternehmen mir vertraut, dass ich meine vereinbarten (standardmäßig 40 h) Stunden leiste. Dies ist hier durch eine sehr genaue Zeiterfassung nicht gegeben.
Daneben gibt es mit 25 + 2,5 Tagen Urlaub weniger bezahlten Urlaub als in allen anderen Unternehmen, für die ich bisher tätig war. Die 2,5 Tage entsprechen den üblichen Verdächtigen (z. B. Heiligabend), die nahezu jedes Unternehmen gewährt.
Hunde sind im Büro nicht erlaubt.
Elternzeiten gehören für die Vorgesetzten zu Verhandlungsmasse. Fällt die Geburt des Kindes in einen sehr ungünstigen Zeitraum, sollen die Kollegen doch bitte ihr Elternzeit verschieben….

Vorgesetztenverhalten

Anfangs empfand ich das Vorgesetztenverhalten als sehr angenehm und besser als alles, was ich bis dahin erlebt hatte (die Erlebnisse waren nicht berühmter Natur). Irgendwann hat sich etwas wahrnehmbar verändert. Immer häufiger konnten wir Entscheidungen nicht nachvollziehen, bekamen auf Nachfrage keine verständliche Erklärung.
Es wird oft betont, dass es bei i22 um Menschen geht; darum, Spaß zu haben. Aber dann werden Dinge initiiert, die Teams zerrütten; die Konflikte unter Team-Mitgliedern nicht lösen, sondern auf deren Aussitzen warten. Schließlich bekam man mit, dass Kollegen, die das Unternehmen verließen, wie Aussätzige ausgeschlossen wurden und mehrere Mitarbeiter gar schlechtere Arbeitszeugnisse erhielten, als es das noch kurz zuvor erhaltene Lob für ihre Leistungen vermuten ließ. Der Verdacht drängt sich auf, dass die Vorgesetzten hier den Austritt etwas zu persönlich nahmen.

Interessante Aufgaben

Hauptkunde ist ein Konzern. Neben seltenen spannenden Großprojekten gibt es aber auch viel Routinegeschäft – es wird die drölfte Version einer Landingpage geliefert. Wer je im Konzernumfeld gearbeitet hat, weiß auch, dass nicht alle Anforderungen Sinn ergeben – und i22 als Dienstleister muss es trotzdem machen. Damit muss man umgehen können!
Insgesamt kann man hier besonders als Anfänger aber viel lernen und ausprobieren – wenn man weiß, wie man sich innerhalb dieser Grenzen bewegen muss.
Die Arbeitsbelastung scheint nach allem, was ich aus verschiedenen Teams gehört habe, zwar nicht immer gleichmäßig verteilt, aber für alle recht hoch zu sein. Die Fälle häufen sich, wo Mitarbeiter erschöpfungsbedingt Arbeitszeit reduzieren oder Auszeiten nehmen müssen.

Gleichberechtigung

Männer sind bei i22 zwar in der Überzahl, dennoch habe ich nie beobachtet, dass Bewerbungen von Frauen häufiger aussortiert worden wären. Diese Bewerbungen gehen schlicht seltener ein. Gesetzt bleibt dennoch, dass die Führungsetage männlich besetzt ist.
Mütter, die aus der Elternzeit zurückkommen, klagen darüber, dass sie entweder mit ihrer Teilzeitstelle auf die Ersatzbank gesetzt werden oder aber sich ganz besonders anstrengen und beweisen müssen. Frauen bekommen bei Gehaltsverhandlungen Argumente zu hören, warum andere Mitarbeiter mehr Geld erhalten, die annehmen lassen, dass Männer bevorzugt behandelt werden.

Umgang mit älteren Kollegen

Die i22 brüstet sich damit, für eine Agentur einen recht hohen Altersdurchschnitt (30+) zu haben. Es gibt Kollegen, die 15+ Jahre dabei sind. Alter scheint bei Einstellung keine Rolle zu spielen – sehr gut.

Arbeitsbedingungen

In Prä-Corona-Zeiten hatte man bei i22 wohl einen recht guten Arbeitsplatz: Höhenverstellbare Schreibtische, ergonomische Schreibtischstühle, Hardware aus einem definierten Set frei wählbar. Hier und dort gibt es gemütliche, begrünte Sitzecken, die zum spontanen Austausch einladen. Klimaanlage gibt es nur in den Konferenzräumen und in der Cafeteria, sodass sich im Hochsommer alle in diesen Räumen versammelten – ein toller Ausnahmezustand. Die entsprechende Küche ist sehr gut ausgestattet.
„Post-Corona“ kommt all dies leider kaum zum Einsatz.
Remote-Kollegen werden nur mit dem Laptop ausgestattet und genießen sonst keinerlei Vorzüge – Selbstorganisation halt.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Mir ist nicht bekannt, dass aktiv etwas für Nachhaltigkeit getan wird. Zumindest manchmal wird ein Teil des Jahresgewinns an soziale Projekte gespendet.

Gehalt/Sozialleistungen

Im Vergleich zu anderen Agenturen erhalten Mitarbeiter bei i22 ein überdurchschnittliches Gehalt. Viele Teams erbringen aber Leistungen eines IT-Unternehmens. IT-Unternehmen würden für diese Leistung deutlich bessere Gehälter zahlen. Auch aus diesem Grund nahm die Fluktuation zuletzt deutlich zu.
Gehälter werden immer pünktlich vor Monatsbeginn gezahlt.
Es gibt eine Gewinnbeteiligung für alle – wenn eben Gewinn erzielt wird. Man darf auf den Bonus nicht zählen, das System empfinde ich allerdings als sehr fair. Bonus ist so nicht wenigen vorbehalten, sondern immer eine Teamleistung.
Corporate Benefits werden angeboten. Prä-Corona wurde von der Geschäftsführung das Mittagessen gestiftet, welches von einer Köchin jeden Tag frisch zubereitet wurde – paradiesische Zeiten.

Image

Siehe „Vorgesetztenverhalten“. Früher habe ich die i22 hochgelobt und empfohlen. Jetzt würde ich jedem davon abraten, hier lange zu arbeiten. 2022 (Verfassungszeitpunkt der Bewertung) scheint mir die i22 höchstens eine gute Zwischenstation für einen kurzen Aufenthalt vor der besseren Gelegenheit zu sein.
Im Vorstellungsgespräch wird meiner Einschätzung nach oft das Wunschbild der i22 und nicht das Realbild transportiert. Die i22 versteht sich darin, Bewerbermarketing zu betreiben. Ich will nicht mal behaupten, dass hier groß gelogen wird. Vielmehr glauben alle an das, was sie loben und versprechen. Irgendwann macht man dann eigene Erfahrungen.

Karriere/Weiterbildung

Wer Aufstiegschancen sucht, findet derer nicht viele bei i22. Weiterbildung wird gefördert, wenn sie gut verargumentiert werden kann. Denn, ratet mal: Weiterbildung muss selbst organisiert werden.

Arbeitgeber-Kommentar

Christian Ohler, Geschäftsführer
Christian OhlerGeschäftsführer

Hallo,

das ist vermutlich die ausführlichste Bewertung, die wir hier bisher bekommen haben. Toll, dass du so ein detailliertes und differenziertes Bild von i22 beschrieben hast.
Vielen Dank vor allem für dein Lob, speziell an unser Recruiting-Team und deine Wertschätzung, was den Kollegenzusammenhalt angeht. Das freut uns alle sehr!

In deiner Bewertung ist manches, was sich wie eine Tatsache liest, natürlich aus deiner individuellen Perspektive beobachtet und bewertet. Vieles kann man – und werden KollegInnen auch - anders sehen.

Deswegen möchte ich gerne eine ergänzende Sichtweise einbringen:
Bei i22 setzen wir auf erwachsene, selbständige Mitarbeitende, denen niemand sagen muss, was sie wie tun sollen. Das betrifft sowohl die Entscheidungen im Arbeitsalltag, als auch die Gestaltungsmöglichkeiten in Bezug auf die eigene fachliche und persönliche Entwicklung. Das ist sicherlich nicht für jede/n etwas! Jedoch sehen wir es als die notwendige Voraussetzung, um heute und in Zukunft flexibel und agil auf Kundenwünsche und die Dynamik außerhalb des Unternehmens reagieren zu können.
Dazu führen wir u.a. vierteljährliche Gespräche mit unseren Teams, um zwischen den Anforderungen des Marktes, den Werten des Unternehmens und den Vorstellungen der Teams die Handlungsräume zu verhandeln – das sind für uns keine „Eingriffe“, sondern Dialoge, die alle Bedürfnisse in Einklang bringen: Konstruktiv, (selbst-)kritisch und wertschätzend.

Dadurch entfällt auch der Bedarf für eine Personalabteilung: Alles kann individuell, im Team oder direkt mit uns in der Geschäftsführung besprochen werden kann. Wozu braucht es regelmäßige Mitarbeitenden-Gespräche, wenn nur du als Mitarbeitende/r wissen kannst, wann dazu ein Anlass oder Bedarf besteht? Einmal im Jahr z. B. sich zusammenzusetzen, wenn man nichts zu erzählen hat, ist Zeitverschwendung oder Theater.

Kurz noch zum Thema Vertrauensarbeitszeit: Wann und wo gearbeitet wird, kann jede/r bei i22 selbst bestimmen. Das hat aber nichts damit zu tun, dass es eine Arbeitszeiterfassung braucht – diese ist ja rechtlich zwingend vorgegeben. Das nutzt aber auch allen Mitarbeitenden, die ihr Arbeitszeitkonto im Blick haben können, um z. B. Überstunden auszugleichen. Und natürlich schließt das Auszeiten ein, die man nehmen kann. Ja, leider hat Corona auch seinen Tribut gefordert, manche KollegInnen haben sich vielleicht in dieser Zeit zu viel zugemutet. Am Ende haben wir es durch den großen Einsatz von allen geschafft, diese Krise unbeschadet zu überstehen. Darüber sind wir sehr froh und dankbar!

Du hast an verschiedenen Stellen uns als Geschäftsführung direkt angesprochen. Schade finde ich, dass du (nur) Andeutungen machst, die ich so leider nicht auflösen und kommentieren kann. Gerne kannst du hier konkreter werden, dann ergänze ich diesen Kommentar.
Klar ist: Als Geschäftsführer lernen wir jeden Tag, noch ein bisschen besser darin zu werden, ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen zu gestalten, auf dass sich unsere Kunden verlassen können und allen Mitarbeitenden optimale Bedingungen für ihren Job bietet.

Viele Grüße
Christian

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