Strategiewechsel & toxische Gegebenheiten machten das Arbeiten trotz spannender Projekte & toller Kolleg*innen schwierig
Gut am Arbeitgeber finde ich
Den Zusammenhalt der Kolleginnen. Hier konnte ich in jungen Jahren viel lernen. Es bleibt abwechslungsreich, wenn man Glück hat.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Teils toxischen Verhältnisse zwischen Leads. Die Aufstiegschancen und die ständig wechselnden unklaren und unfairen Anforderungen. Unfaire Bezahlung. Durch die ständigen Kurswechsel und schlecht geplante Strategien hatte sich mein Arbeitsalltag verschlimmert. Ich fühlte mich hier als eine Art Ressource als Designer. Besonders enttäuschend ist, dass man viele der Probleme seit Jahren durch Mitarbeiter Umfragen kennt, an den Probleme aber nix ändert und Umfragen beschönigt. Nach Außen: "Human factor" nach Innen zählt nur "financial facotor"
Verbesserungsvorschläge
Mitarbeiter sollten mehr geschätzt werden. Investiert in gute Leute und behandelt sie fair. Anschließend sind die Leute auch motivierter, wovon auch die Agentur profitiert. Es sollten nicht ständige Kurswechsel veranstaltet werden, das hat in der Vergangenheit viel an Qualität eingebüst und Kunden vergrault.
Arbeitsatmosphäre
- Im Design Team gibt es viele Austauschformate und einen tollen Zusammenhalt zwischen einzelner Kollegen
- Man kann in jungen Jahren viel lernen und wird hier gut geschult
- Die Kollegen machen das Arbeiten angenehmer
- Dennoch gibt es viele Kurswechsel und Veränderungen, weshalb ich es nicht mehr angenehm fand zu arbeiten
- nach mehreren Jahren und die zuletzt sehr stark zunehmenden, internen Kurswechsel machten das Arbeiten mit der Zeit immer anstrengender
- Ungleichberechtigung und die fehlende Anerkennung von Mitarbeitern über die letzten Jahren brachten mich zum Abgang
- Toll waren immer die Partys im Sommer und zu Weihnachten, dort hatte man eine gute Zeit mit den Kolleg*innen.
Image
Leider ist durch die vielen Strategien und GF-Wechsel Chaos ins Image gekommen. Will man die Kreativ-Agentur von IBM sein? Ist man IBM? Human-Factor? Viele Wandel wurden durchgemacht, so richtig entscheiden kann man sich aber nicht. Eine neue teure Corporate Identity wurde geschaffen, die nicht viel Veränderung gebracht hat.
Bei Pitches bekommt man ab & zu keinen Erfolg, weil man zu sehr mit IBM zusammenhängt. Die lockere Agentur ist man aber auch nicht mehr, dafür sind Prozesse von IBM zu sehr eingeflossen, was den Tanker langsam werden lässt.
Work-Life-Balance
Ich liebte das Home Office
- viele Kolleg*innen habe ich auch online über mehrere Standorte gut kennen gelernt
- Man soll 2 Tage ins Office ( am Ende arbeitet man aber sowieso nur online mit regionalen/internationalen Kolleg*innen)
- Man hat einige Benefits: Deutschlandticket Zuschuss, Corporate Benefits
- Fitnessstudio gab es früher im Office, seitdem es weg ist gab es einen verzweifelten Versuch Urban Sportsclub zu bekommen
- Viele Kollegen haben aber deutlich reduzierte Stunden ( 4 Tage / 50% )
- Man kann an verschiedenen Tagen im Ausland arbeiten
Karriere/Weiterbildung
- Hier gibt es interne IBM Formate von denen man profitiert. Diese sind jedoch oft in die Jahre gekommen
- Einerseits will man die Leute in KI fit bekommen, will aber wenig Geld für die Weiterbildung ausgeben
- Will man sich selber weiterbilden gibt es kaum Budget für gute Weiterbildungen, wenn man diese doch nimmt, heißt es bei Gehaltsverhandlungen, man hätte von Weiterbildungen profitiert.
- Ist man 100% auf dem Kunden verbucht, hat man keine Zeit für Weiterbildung und erhält Kritik im Jahresgespräch
- Ist man nicht 100% gebucht muss man seine freie Zeit direkt auf Pitches verwenden, weshalb anschließend keine Zeit für Weiterbildung bleibt.
- Will man also nur profitabel sein oder auch in die Leute investieren? Hier widerspricht sich die Agentur selbst
- Es gibt jede Woche mindestens zwei Meetings für Kreative, in denen man sich austauschen kann. Oftmals bereiten Designer Inhalte vor, von denen man lernt.
- Der Austausch zwischen Designer ist hier super
- Gewerkübergreifend funktioniert es jedoch nicht so gut.
Ist man jedoch 100% auf Kunden, hat man keine Zeit für diese Meetings und wird indirekt trotz Profitabilität bestraft
Gehalt/Benefits
Gehälter sind für unsere Branche niedrig.
- Die Agentur verargumentiert immer, dass sie der Branche sich entsprechend, was einfach nicht stimmt
- Viele Designer haben keine Lust mehr auf Agentur, weil es seit Jahren unfaire Gehälter gezahlt werden
- iX ist nicht mehr die Agentur bei der man extrem viel lernen kann oder die Atmosphäre die Leute bei Laune hält
- Es ist nicht zeitgemäß, dass die Gehälter sich um teilweise 30% unterscheiden zu Stellen, die sonst auf dem Markt gezahlt werden
- Wenn man selbst in der Agentur für lange Zeit ist, dann verdient man weniger
- Das System ist darauf ausgelegt, dass man immer nur paar Prozente bekommt ( für die man extrem kämpfen muss )
- es gibt teilweise extreme Unterschiede zwischen Leveln
- die Gehaltsbänder sind zwar aufgeführt ragen aber in der Spanne so weit auseinander, dass es teilweise Junioren gibt, die an das Gehalt von Senioren kommen
- wenn man an die richtigen Leads kommt und sich persönlich mit ihnen oder Geschäftsführern gut versteht kann man in kurzer Zeit schnell aufsteigen und mehr Gehalt bekommen -> erzeugt aber bei dem Großteil der Kolleg*innen große Unzufriedenheit
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier gibt es verschiedene Nachhaltigkeitsinitiativen. Viele Kolleginnen versuchen sich in Gruppen für mehr Nachhaltigkeit einzusetzen. Leider wurde im Zusammenhang mit IBM ( USA ) die Diversitätsgruppe klein gehalten. Was die Kundenauswahl angeht achtet man hier jedoch nicht so sehr dieses Bewusstsein.
Kollegenzusammenhalt
- Die Kollegen sind im Unternehmen am positivsten
- Ich habe viele Freunde kennen gelernt
- auch Kollegen die an verschiedenen Standorten arbeiten habe ich wirklich sehr geschätzt
- Es könnte mehr Versuche geben die verschiedenen Standorte öfter auch persönlich treffen zu lassen, somit würde der Zusammenhalt mit internationalen Mitarbeitern besser ablaufen
Umgang mit älteren Kollegen
- Es gibt viele ältere Kollegen, was grundsätzlich gut ist, da sie viel Erfahrung mitbringen
- Die älteren Kolleg*innen sind jedoch oftmals Leads und solange im Unternehmen, dass sie sich andere Strukturen nicht vorstellen können
- Probleme werden von den vielen älteren Leads nicht ernst genommen, weil es "so schon immer ist"
- Ältere Kollegen werden jedoch selten eingestellt
- Überraschend und traurig fanden viele Mitarbeiter, dass Kollegen die lange krank waren zurück kamen und nach kurzer Zeit gekündigt wurden
Vorgesetztenverhalten
Teamleads sind zwar freundlich, sind aber größtenteils seit Jahren im Unternehmen oder haben in vielen Fällen nie woanders gearbeitet, viele kennen den Unterschied zu anderen Arbeitgebern nicht, wollen die Probleme nicht lösen & sich für jüngere Mitarbeiter einsetzen
- Man darf sich gegenüber dem Unternehmen kritisch äußern, hat man aber sein Halbjahresgespräch werden kritische Mitarbeiter immer nachteiliger behandelt
- In der Agentur muss man immer aufpassen mit wem man es sich verscherzen kann
- Gegenteilig kann man es sich sobald man mit den obersten Design Leads super versteht schnell gemütlich machen oder schnell aufsteigen, hier werden Teammitglieder nicht immer gleich behandelt, besonders wenn man introvertierter ist
- Forderungen sind einseitig, Jahr für Jahr kriegt man neue Anforderungen die man abarbeiten muss, als Dank bekommt man eine minimale Gehaltsanpassung (nach 2 Jahren)
- Fordert man selber mehr wird jedes Vergehen oder jede fehlende Anforderung als Argument genommen keine Beförderung oder Gehaltserhöhung zu geben
- Ich habe mehrere Vorgesetzten Wechsel hinter mir: für die eigene Entwicklung ein Glücksspiel und man muss sich erneut bei einem neuem Lead beweisen
Arbeitsbedingungen
Grundsätzlich schönes Office, mit Sitzbuchungstool. Wenn allerdings alle Leute im Office sind, kann es mal schnell voll werden. Home Office ist daher entspannter. Geräte und Technik sind gut aufgestellt. Allerdings könnte man bei der Tool-Landschaft schneller sein. Hier ist man von IBM abhängig und man verlangsamt auf dem Markt durch fehlende KI-Tools & Lizenzen.
Kommunikation
- Interne Kommunikation geht seit Jahren drunter und drüber: Seitdem man mehrere Standorte vereint hat wechselt die Kommunikations-Strategie von Quartal zu Quartal
- Man spricht von "human-factor": Intern geht es für Mitarbeiter seit Jahren und deren Zufriedenheit seit Jahren bergab
- Mitarbeiter werden nur noch als Ressoruce genutzt
- Nach Außen will man den Menschen im Unternehmen hervorheben, stellt aber parallel sämtliche Prozesse, zur Vereinfachung für Mitarbeiter um, weshalb wir zahlreiche Kunden verloren haben
- Neukunden werden kaum gewonnen, weil man sie organisatorisch vermasselt. Intern wird anschließend in der Kommunikation die Probleme nach außen geschoben und nicht auf die eignen interne Probleme
- In der internen Kommunikation wird seit Jahren von fehlenden Jahreszielen gesprochen, macht jedoch von Jahr zu Jahr mehr Gewinnen ( nur nicht so viel Gewinn wie vorher utopisch geplant) -> wollen Mitarbeiter mehr Gehalt ( nach 2-3 Jahren ) wird immer auf die schlechte Lage verwiesen
- Geschäftsführer werden gefühlt jedes Jahr ausgetauscht, somit ändert sich nicht nur die Kommunikation, sondern auch interne Absprachen, Planungen und Prozesse, was zu mehr Unsicherheit führt
Gleichberechtigung
Hier gab es früher Diversitätsprogramme, was ein riesen Erfolg war und wichtig für das Unternehmen war. Leider wurden wegen IBM (USA) die Programme stark gekürzt.
Innerhalb der Agentur werden einzelne Leute stark gepusht und bevorzugt, während Andere oft introveriterte auf der Strecke bleiben. Hier lohnt es sich der "Hahn" im Stall zu sein, statt gute profitable Ergebnisse zu liefern.
Unter den Kollegin selbst findet man aber eine sehr moderne und offene Atmosphäre.
Interessante Aufgaben
Die spannenden Aufgaben nehmen seit Jahren ab, das ist einer der Hauptgründe warum ich die Agentur verlasse
- Es gab ein Jahr wo ich teilweise auf fünf Miniprojekten gleichzeitig gearbeitet habe
- Die großen Projekte fehlen seit Jahren -> Neugewinne gehen nach kurzer Zeit doch wieder auf geringeres Budget herunter
- Viele Kolleg*innen arbeiten seit Jahren auf ein und dem selben Kunden, damit man dem Kunden nicht verunsichert
- Neu-geschaffene Projektmanger ordnen dich willkürlich zu Projekten zu. Die Mitarbeiter sind hier nur noch eine Ressource. Hast du 1 Tag zufällig Zeit muss direkt eine PowerPoint "schicke" gemacht werden
- Hat man Glück kann man mehrere Monate auf einem Projekt arbeiten, hier wird man jedoch nicht immer vollständig gebucht, weshalb man zusätzlich andere Kunden abarbeitet
- Ist man auf mehreren verschiedenen Kunden, muss man oft kämpfen, dass man nicht zu viele parallele Deadlines hat
- Interne Planungs und Ordnungs Prozesse, ständige Umstellungen von sogenannten Clustern machen das Arbeiten anstrengender
- Die Agentur steht sich mit Prozessen oft selbst im Weg
- Fehlende Projekte schiebt man auf die wirtschaftliche Lage, nicht auf das eigene fehlende KnowHow