Unternehmen im Umbruch
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Produkt ist hilfreich und schafft einen richtigen Mehrwert.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kommunikation. Lange und unklare Entscheidungswege. Zu wenig Mut produktseitige Veränderungen umzusetzen. Teilweise demotivierte und unambitionierte Mitarbeiter.
Verbesserungsvorschläge
Mobile Working weiter zulassen. Gemeinsame Vision und konkrete Ziele schaffen. Zusammenarbeit der Geschäftsleitung transparent machen. Kommunikation verbessern. Einheitliches Leadership-Konzept umsetzen. Gemeinschaftssinn und idealo Identität wieder fördern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist über einen sehr langen Zeitraum gut bis sehr gut gewesen. Es gab wertschätzendes Feedback der Geschäftsleitung und ein sehr kollegiales, flexibles aber dennoch zielorientiertes Miteinander. Man hat sich als starke Einheit wahrgenommen und an einem Strang gezogen. In den letzten Monaten hat sich diese Atmosphäre allerdings rapide verschlechtert. Viele Stellen wurden gestrichen. Gute und die Gemeinschaft fördernde Mitarbeiter haben das Unternehmen freiwillig verlassen. Wichtige Initiativen und Werte wurden aufgegeben. Die Kommunikation wurde rau und teilweise unsachlich.
Image
Das Image hat sich innerhalb der Firma in den letzten Monaten rapide verschlechtert. Der Geschäftsleitung wurde nicht mehr in dem Maße vertraut wie das früher der Fall war. Das ist evtl. darauf zurückzuführen, dass sie sich selbst widersprach und einen zerrütteten Eindruck hinterließ. Zudem hat es einige Mitarbeiter frustriert, dass es über mehrere Jahre hinweg keine produktseitigen erfolgreichen neuen Projekte und Initiativen gegeben hat.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war gut. Es gab eine sehr Mitarbeiter-orientierte Mobile Working Regel, die m.E. sehr gut angenommen wurde. Alle haben diese hohe Flexibilität geschätzt und waren dennoch bereit an der ein oder anderen Stelle die Extra-Meile zu gehen. Jetzt soll es eine Regelung geben, die eine Büroanwesenheitspflicht von 4 Tagen in der Woche vorsieht. Diese Regelung erachte ich als wenig zielführend und demotivierend, da den Mitarbeitern suggeriert wird, dass man ihnen nicht mehr vertraut. Meiner Meinung nach werden die bestehenden Abstimm- und Kommunikationsprobleme durch eine Anwesenheitspflicht nicht gelöst werden.
Karriere/Weiterbildung
Interne Karrieremöglichkeiten sind sehr intransparent. Anforderungen an neue Positionen wurden nicht kommuniziert. Weiterbildungsmaßnahmen wurden in den letzten Monaten deutlich gekürzt.
Gehalt/Benefits
Die gezahlten Gehälter sind meines Erachtens in Zusammenhang mit der vormals gebotenen Work-Life-Balance ok. Zudem gab es die Möglichkeit auf Teamveranstaltungen durchzuführen. Auch bei jährlichen großen Firmenfeiern wurde nicht gespart. Betriebsrente oder ähnliches gab es leider nicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialbewusstsein war wirklich hervorragend. Es gab eigene Teams, die sich diesem wichtigen Thema mit voller Hingabe angenommen haben. Nachdem einer der ursprünglichen Gründer aus der operativen Leitung ausgeschieden ist, wurde das Thema vollständig fallen gelassen. Schade. Vor allem da das Thema ein wichtiger gemeinsamer Wert der Mitarbeiter war.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt innerhalb des Teams war hervorragend. Jeder war für den anderen da und hat geholfen wo erforderlich. Man konnte sich jederzeit auf sein Team verlassen. Außerhalb des eigenen Teams war es insgesamt zäher. Zuständigkeiten waren teilweise unklar, so dass team-übergreifende Projekte starker Steuerung bedurften und oft nicht zufriedenstellend abgeschlossen wurden.
Vorgesetztenverhalten
Das kann man nicht pauschal beantworten. Das von mir erlebte Vorgesetzenverhalten hatte deutliche Schwächen. Weder gab es klare Zielsetzungen, noch gemeinsam erarbeitete Strategien oder motivierende Zielbilder. Eigentlich hatte man nicht das Gefühl, dass sich der Vorgesetzte für die Themen und Menschen Zeit genommen hat. Vielmehr wurden Entscheidungen getroffen, in die man in der Regel nicht einbezogen wurde oder wichtige Informationen wurden bewusst nicht oder nicht vollständig geteilt.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung entspricht aktuellen Standards. Es gab im Büro zudem die Möglichkeit eines kostenlosen Frühstücks und Mittagessens. Dieses Angebot war hervorragend. Das moderne Büro sieht schön aus und bietet auch allerhand Möglichkeiten. Allerdings ist es in vielen Bereichen wenig einladend eingerichtet und ein konzentriertes Arbeiten fällt wegen hoher Lautstärke schwer.
Kommunikation
Die Kommunikation war gerade in den letzten Monaten nicht zufriedenstellend. Man hatte durchweg das Gefühl, dass über entscheidende und wichtige Themen nicht oder zu spät gesprochen wurde. Eine vereinende, motivierende Vision wurde nicht geteilt. Die Kommunikation zu internen Veränderungen (u.a. Managementwechsel, Stellenabbau) war ungenügend.
Gleichberechtigung
Mir ist keine Ungleichbehandlung zwischen Männern und Frauen aufgefallen. Allerdings hat sich gezeigt, dass Mitarbeiter, die seltener im Büro anwesend waren, bei bestimmten Themen / Projekten benachteiligt wurden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren insgesamt interessant und herausfordernd. Zum Teil gab es Abwechslung durch neue Themen und Anforderungen.

