Arbeitgeber im Wandel - mit allen Vor und Nachteilen! idealo war besonders und ist nun noch mehr gleich wie der Rest
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt Deadlines, es gibt Verbindlichkeit. Das sorgt dafür, dass mehr passiert als es in der Vergangenheit wäre.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es entsteht manchmal unnötig Aufregung, auch wenn alles gut ist. idealo läuft nach wie vor wirtschaftlich gut und wächst seit Jahren. Wie ist es mal, wenn das mal nicht der Fall ist? Denkt man, dass es mit Panik besser wäre?
Verbesserungsvorschläge
Nehmt das Feedback der Mitarbeiter ernster. Wenn X-Mitarbeiter schildern das die 2 Geschäftsführer sich zu stark in Themen reindrehen, obwohl es eigentlich wichtigere Sachen zu entscheiden gäbe anstatt Mikrodetails, dann ist das berechtigt.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsstimmung hat unter den Veränderungen der letzten Jahre gelitten. Während sie im Marketing schon immer gut war, ist sie in anderen Bereichen leider echt stark abgeschlagen. Das merkt man im Alltag, wenn Leute weniger Motivation haben, weil Kürzung der Mitarbeiterbenefits und Veränderungen Spuren hinterlassen haben.
Work-Life-Balance
Manch einem Mitarbeiter würde ein Realitycheck helfen, mal mehr links und rechts zu schauen, wie es in anderen Unternehmen vorrangeht und deren Klima ist. idealos tendieren das zu ignorieren und denken es würde nur sie betreffen, wenn es heisst mehr Return zu Office gefordert wird, während man vorher im absoluten Wilden Westen war und alles möglich war. Ich finde immernoch Arbeit und Leben befindet sich im Einklang, nur wird eben deutlich mehr von einem gefordert. Das erfordert aber auch die aktuelle Lage und ist in anderen Unternehmen nicht anders. Zudem waren idealos hier in der Vergangenheit sehr verwöhnt, das Schmalspurprogramm in manchen Bereichen ausreicht.
Gehalt/Benefits
Was ich bisher wahrgenommen habe ist: Wenn Arbeit gut sichtbar gemacht wird, Impact zu sehen, wird diese in der Regel gewertschätzt. Ich finde idealo hat einige Schritte gemacht, dort wo Gehälter zum Markt gegapt haben aufzuschliessen, insofern das sichtbar gemacht worden konnte.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Themen wie Umwelt-/Sozialbewusstsein werden obwohl sie nach wie vor hier und da betrieben werden, intern nicht mehr größer thematisiert.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist immer noch da, nichtsdestotrotz sind Leute vorsichtiger geworden, was sie wem erzählen/anvertrauen, in der Angst es könnte Nachteilig für sie sein. So stark hab ich das in der Vergangenheit nicht wahrgenommen und es hat sich verändert.
Vorgesetztenverhalten
Mir fällt auf, wie in manchen Fällen von Führungskräften zu stark ja zu Themen gesagt wird, auch wenn man eine andere Meinung hat. Also VP's, C-Level steuern weniger Kontra bei, aus der Angst heraus selber als "Nein" Sager / Kritiker gesehen zu werden. Man könnte sich einiges an Arbeit sparen, wenn die Fachbereiche und Führungskräfte die man sich geholt hat, Entscheidungen für Sie zu treffen, damit es nicht die Geschäftsführer treffen müssen, auch wirklich wieder mehr entscheiden liesse.
Arbeitsbedingungen
Auch wenn Leute lamentieren, es geht idealos nach wie vor nicht schlecht.
Kommunikation
idealo ist ambitionierter geworden, verfolgt wieder eine klare Vision und treibt zahlreiche strategische und operative Maßnahmen voran. Auch die Kommunikation ist über die Jahre professioneller geworden.
Mit der gestiegenen Dynamik wird es aber schwieriger, Orientierung zu schaffen: Sind die wichtigsten Meilensteine, Ziele und vor allem deren Prioritäten allen idealos klar? Verstehen alle die finanzielle Lage und damit, warum bestimmte Ziele für das gesamte Unternehmen relevant sind?
Aktuell ist es so, dass für den Geschäftserfolg rein Marketing verantwortlich ist, aber Produkt&Engineering wenig hilfreich ist, dieses Ziel zu erreichen. Es ist entkoppelt voneinander.
Mir ist bewusst, dass viele Initiativen parallel laufen müssen. Im Alltag führt das aber teilweise dazu, dass viele mit dem Gefühl „Mein Projekt ist das wichtigste“ unterwegs sind, obwohl Themen miteinander konkurrieren.
Das konnten wir früher besser. Die Herausforderung ist für mich daher: Wie schaffen wir trotz höherem Tempo mehr gemeinsame Klarheit über Ziele, Prioritäten und den aktuellen Stand des Unternehmens, ohne dabei zu oversharen?

