Ein gutes Unternehmen, das sich leider in die falsche Richtung entwickelt.
Verbesserungsvorschläge
Wer an den Mitarbeitern spart, spart aus meiner Sicht an der falschen Stelle. Gute Qualität, Motivation und langfristiger Unternehmenserfolg hängen maßgeblich von qualifizierten und zufriedenen Mitarbeitern ab. Faire und marktgerechte Gehälter, zeitgemäße Arbeitsmittel sowie bessere Möglichkeiten zur Weiterbildung wären daher wichtige Investitionen in die Zukunft des Unternehmens.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema Vertrauen. Führungskräfte sollten ihren Mitarbeitern mehr Vertrauen entgegenbringen und ihnen auch Verantwortung zutrauen. Wenn Mitarbeitern grundsätzlich mit Misstrauen begegnet wird, entsteht kaum der Freiraum, Eigeninitiative zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen und Dinge tatsächlich besser zu machen.
Weniger Kontrolle und Misstrauen, dafür mehr Kommunikation auf Augenhöhe, Wertschätzung und Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter würden aus meiner Sicht bereits vieles verbessern.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist leider sehr durchwachsen. Man hat häufig das Gefühl, vorsichtig sein zu müssen, was man sagt und wem gegenüber man etwas anspricht – die sprichwörtlichen „Wände haben Ohren“. Es gibt einige Mitarbeiter, bei denen man leider das Gefühl bekommt, dass Dinge weitergetragen werden oder einem im Nachhinein in den Rücken gefallen wird.
Auf der anderen Seite gibt es auch Kollegen, mit denen die Zusammenarbeit wirklich gut funktioniert. Dort herrschen gegenseitige Unterstützung, ein vernünftiger Umgang miteinander und eine angenehme Zusammenarbeit. Insgesamt hängt die Arbeitsatmosphäre daher stark davon ab, mit welchen Personen man zusammenarbeitet.
Image
Das Image des Unternehmens ist grundsätzlich gut und auch die Voraussetzungen wären vorhanden, dieses langfristig zu erhalten. Allerdings entsteht zunehmend der Eindruck, dass sich die Entwicklung in die falsche Richtung bewegt. Niedrige Gehälter und Sparmaßnahmen wirken sich aus meiner Sicht zunehmend auf die Qualität aus.
Gerade bei einem Unternehmen, das von Fachwissen, Erfahrung und qualitativ hochwertiger Arbeit lebt, sollte darauf geachtet werden, nicht an den falschen Stellen zu sparen. Langfristig besteht sonst die Gefahr, dass darunter nicht nur die Qualität, sondern auch der bisher gute Ruf des Unternehmens leidet.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist aus meiner Sicht ausbaufähig. Positiv ist, dass Überstunden grundsätzlich problemlos möglich sind und sich dadurch Zeitguthaben aufbauen lässt. Die bestehenden Gleitzeitregelungen könnten allerdings deutlich flexibler gestaltet werden.
Auch beim Thema Homeoffice besteht Verbesserungspotenzial. Aktuell ist lediglich ein Homeoffice-Tag pro Woche vorgesehen. Gerade bei vielen der im Unternehmen ausgeübten Tätigkeiten wäre technisch und organisatorisch deutlich mehr mobiles Arbeiten möglich und mittlerweile auch durchaus üblich. Mehr Flexibilität bei Arbeitszeit und Arbeitsort würde die Work-Life-Balance spürbar verbessern.
Karriere/Weiterbildung
Im Bereich Karriere und Weiterbildung besteht aus meiner Sicht deutlicher Verbesserungsbedarf. Insbesondere das Thema Bildungsurlaub wird eher kritisch gesehen. Bereits bei einer Anfrage kann bei Mitarbeitern der Eindruck entstehen, dass die Inanspruchnahme unerwünscht ist oder sich negativ auf die eigene Stellung im Unternehmen auswirken könnte.
Weiterbildung sollte stärker gefördert und als Investition in die Mitarbeiter und das Unternehmen verstanden werden. Eine offenere Haltung gegenüber Bildungsurlaub und klar kommunizierte Entwicklungsmöglichkeiten würden hier für deutlich mehr Sicherheit und Motivation sorgen.
Gehalt/Benefits
Beim Gehalt besteht aus meiner Sicht deutlicher Verbesserungsbedarf. Das Gehaltsniveau ist vergleichsweise niedrig und liegt für viele Tätigkeiten unter dem, was in der Branche üblich ist. Dies ist auch innerhalb des Unternehmens kein unbekanntes Thema. Langfristig entsteht dadurch das Risiko, qualifizierte Fachkräfte nicht gewinnen oder halten zu können, was sich letztlich auch auf die Qualität der Arbeit auswirken kann.
Bei den Benefits sieht es etwas besser aus. Angeboten werden unter anderem Wellpass und Fahrradleasing. Dazu kommen 30 Urlaubstage sowie Urlaubsgeld in Höhe von 50 %. Im Dezember gibt es außerdem eine zusätzliche Einmalzahlung. Diese wird allerdings jährlich neu vereinbart, sodass daraus keine dauerhaft zugesicherte Leistung entsteht.
Insgesamt sind die Benefits ordentlich, können das vergleichsweise niedrige Gehaltsniveau aus meiner Sicht aber nicht vollständig ausgleichen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umweltbewusstsein im Unternehmen ist insgesamt in Ordnung. Grundsätzlich wird auf einen vernünftigen Umgang mit Ressourcen und Materialien geachtet, auch wenn es in einzelnen Bereichen sicherlich noch Verbesserungspotenzial gibt.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist grundsätzlich gut. Mit vielen Kollegen funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut, man unterstützt sich gegenseitig und auch persönlich entstehen gute Verhältnisse. Gleichzeitig entsteht teilweise der Eindruck, dass es von Unternehmensseite nicht unbedingt gerne gesehen wird, wenn Mitarbeiter sich untereinander zu gut verstehen oder engere kollegiale Beziehungen entwickeln. Das ist schade, da gerade ein guter Zusammenhalt aus meiner Sicht einen positiven Einfluss auf Motivation, Arbeitsatmosphäre und Zusammenarbeit hat.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere und langjährige Kollegen werden im Unternehmen grundsätzlich sehr geschätzt, insbesondere aufgrund ihrer Erfahrung und langen Betriebszugehörigkeit. Das ist auf der einen Seite positiv, führt aus meiner Sicht jedoch teilweise zu einem deutlichen Ungleichgewicht.
Jüngere oder weniger lang beschäftigte Mitarbeiter werden mit ihren Ideen und Einschätzungen nicht immer gleichermaßen ernst genommen. Mehr Offenheit gegenüber neuen Perspektiven und eine stärkere Wertschätzung unabhängig von Alter und Betriebszugehörigkeit würden dem Unternehmen guttun.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten ist aus meiner Sicht verbesserungswürdig. Die Kommunikation findet häufig eher nach dem klassischen Top-down-Prinzip statt, anstatt auf Augenhöhe. Entscheidungen und Vorgaben werden teilweise von oben nach unten weitergegeben, ohne die betroffenen Mitarbeiter ausreichend einzubeziehen.
Auch die Fehlerkultur könnte deutlich offener sein. Eigene Fehler werden auf Führungsebene nicht immer klar eingestanden oder transparent aufgearbeitet. Eine offenere Kommunikation, mehr Selbstreflexion und ein stärkerer Austausch auf Augenhöhe würden aus meiner Sicht sowohl das Vertrauen als auch die Zusammenarbeit deutlich verbessern.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich in Ordnung, unterscheiden sich jedoch teilweise deutlich zwischen den Abteilungen. Gerade bei der technischen Ausstattung besteht Verbesserungspotenzial. In einigen Bereichen wird bei Hardware und Arbeitsmitteln spürbar gespart, obwohl leistungsfähige und zeitgemäße Technik für effizientes Arbeiten notwendig wäre.
Eine regelmäßigere Modernisierung der Ausstattung und einheitlichere Standards zwischen den Abteilungen würden die tägliche Arbeit erleichtern und teilweise auch unnötige Zeitverluste vermeiden.
Kommunikation
Die Kommunikation und der interne Informationsfluss sind aus meiner Sicht deutlich verbesserungswürdig. Änderungen, die teilweise bereits seit Jahren bestehen, werden nicht konsequent dokumentiert oder in die entsprechenden Unterlagen und Prozesse übernommen. Dadurch wiederholen sich dieselben Fehler immer wieder, obwohl sie eigentlich längst bekannt sind und vermieden werden könnten.
Problematisch ist außerdem, dass einzelne langjährige Mitarbeiter aufgrund ihres Wissens und ihrer Erfahrung eine Art Monopolstellung innehaben. Fehler oder Versäumnisse dieser Personen werden teilweise eher akzeptiert, anstatt sie offen anzusprechen und nachhaltig zu beheben. Hier fehlt es aus meiner Sicht an klaren Strukturen, konsequenter Dokumentation und einem offenen Umgang mit Fehlern – unabhängig davon, von wem sie verursacht wurden.
Gleichberechtigung
Beim Thema Gleichberechtigung gibt es aus meiner Sicht noch Verbesserungspotenzial. Positiv hervorzuheben ist, dass in diesem Jahr erstmals eine Frau eine Abteilungsleitung übernommen hat. Das ist grundsätzlich eine erfreuliche Entwicklung.
Bei der Vergütung fehlt jedoch Transparenz und eine nachvollziehbare Struktur. Gehälter wirken teilweise sehr unterschiedlich verteilt. So kommt es vor, dass neu eingestellte Mitarbeiter höher vergütet werden als Kollegen, die bereits seit 10–15 Jahren im Unternehmen tätig sind. Transparentere Gehaltsbänder und nachvollziehbare Kriterien für Gehaltsentwicklungen würden hier für deutlich mehr Fairness sorgen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich interessant und durch die unterschiedlichen Anlagen auch abwechslungsreich. Gerade die verschiedenen Projekte und technischen Anforderungen sorgen zunächst für Abwechslung. Mit der Zeit wiederholen sich viele Tätigkeiten und Abläufe jedoch, sodass ein gewisser Routinecharakter entsteht. Insgesamt sind die Aufgaben dennoch vielseitiger als in vielen klassischen, stark standardisierten Tätigkeitsbereichen.