Zwischen Micromanagement, Chaos und Angstkultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt einzelne Bereiche, die gut sein können, wenn man mit viel Glück den richtigen Manager hat. Es gibt Menschen, die sich wirklich Mühe geben, etwas zu verbessern.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dazu einfach mal oben lesen, es ist einfach so viel. Angefangen bei fehlender Struktur, auch wenn behauptet wird, alles sei da. Auf dem Papier ist tatsächlich alles vorhanden. Nur gibt es die Personen nicht mehr, und die Rollen wurden gewechselt, und an sich funktioniert der Prozess ja ohnehin nicht.
Es gibt kein Organigramm, die Definition der Rollen ist nicht vorhanden – bzw. doch: Man macht einfach alles, das ist die Definition.
Deutsches Recht wird hier eher als Empfehlung wahrgenommen, und man hält es ein, wenn es gerade passt.
Alle Entscheidungen kommen aus Indien.
Die Hardware ist veraltet – Notebook, Smartphone, Monitore. Ein Lebenszyklus ist nicht vorhanden bzw. wird nicht eingehalten.
Die Software, die intern genutzt wird, hat sich seit Jahren nicht verbessert, sie sieht nur neu aus.
Die Eintragung der Überstunden ist unglaublich kompliziert gestaltet und muss von so vielen Personen genehmigt werden, dass der Monat auch gerne mal vorbei ist. Dann muss man einen weiteren Antrag stellen, um den vergangenen Monat zu ändern, was natürlich ebenfalls genehmigt werden muss. Anschließend muss man auch noch darauf achten, dass die Überstunden tatsächlich ausgezahlt werden – das dauert ca. 2–4 Monate. Wenn man das alles geschafft hat: Glückwunsch.
Damit spart sich das Unternehmen ein Vermögen an nicht ausgezahlten Überstunden.
Verbesserungsvorschläge
Ein Anfang wäre es, eine saubere Struktur aufzubauen. Dazu müsste man aber die Manager wechseln, da diese solche Verbesserungen nie zulassen würden. Micromanagement ist eine Katastrophe. Anleitungen sollten sauber geschrieben werden. Onboarding mit Berechtigungen für die entsprechende Rolle sollte definiert sein. Aufgaben sollten klar kommuniziert und auch dokumentiert werden. Verantwortlichkeiten sollten klar dokumentiert und ebenfalls kommuniziert sein. Aufgaben sollten nicht am Tag der Deadline weitergegeben werden, um sie HEUTE noch zu erledigen, nachdem sie vier Wochen beim Manager lagen.
Das Gehalt kommt fast immer pünktlich, das gilt auch für den Bonus.
Arbeitsatmosphäre
Es wird ständig Druck gemacht. Es wird mit Angst geherrscht.
Image
In Deutschland praktisch unbekannt, wenn bekannt, dann nur negativ aufgefallen. Man versucht mit allen Mitteln, das Rating auf verschiedenen Plattformen zu verbessern. Die ganzen 5-Sterne-Bewertungen gibt es nur wegen Gewinnspielen oder anderer interner „Vorteile".
Work-Life-Balance
Eher keine Work-Life-Balance, es wird ständige Erreichbarkeit vorausgesetzt, Besprechungen am Wochenende oder außerhalb der regulären Arbeitszeiten, die plötzlich verpflichtend sind.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt Beförderungen nur für die Lieblinge, welche eher nicht aus Europa kommen, die Cliquen der indischen Kollegen spielen hier eine gigantische Rolle. Natürlich muss man sich mit einer bestimmten Person zusammentun und mit ihr zusammenarbeiten, und dann sind Beförderungen auch entgegen den Policy-Vorgaben möglich.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt hängt sehr stark davon ab, WANN man in das Unternehmen gekommen ist. Es kann also sehr gut bis absolut miserabel sein. Benefits sind freies Wasser, Tee und Kaffee. Je länger man hier arbeitet, desto schlechter steht man beim Gehalt im Vergleich zu neu eingestellten Kollegen da. Die Gehaltserhöhungen sind nicht besonders hoch, und wenn man fünf Jahre hier ist, bekommen neue Kollegen für die gleiche Position einfach mehr Gehalt. Die Erklärung lautet: „Wir brauchen diese Personen ja dringend." Geld für Gehaltsanpassungen ist wie immer „nicht vorhanden".
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier gibt es, soweit mir bekannt, keine Probleme.
Kollegenzusammenhalt
Es gibt gute und hilfsbereite Kollegen. Ohne diese wäre vieles nicht möglich.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier gibt es, soweit mir bekannt, keine Probleme.
Vorgesetztenverhalten
Absolut unfähige Vorgesetzte, die mit der europäischen Kultur nicht klarkommen. Es wird laut und rau, andere Meinungen können zur Entlassung führen. Es wird keine Struktur vorgegeben, Unfähigkeit herrscht absolut überall vor. Hier steht Quantität absolut im Vordergrund, und Qualität spielt keine Rolle. Beförderungen, wenn es denn welche gibt, gehen auch hauptsächlich an Nicht-Europäer.
Arbeitsbedingungen
Alte Hardware, keine Tastatur, keine Maus, kein Headset wird zur Verfügung gestellt, aber hey, einen 15-€-Gutschein kann man beantragen für ein Headset, das man selbst kaufen darf. Monitore im Büro sind 24 Zoll, und zwar einer pro Platz – wenn überhaupt einer vorhanden ist. Die Internetverbindung ist ein Witz, und wir weichen immer wieder auf öffentliches WLAN aus. Mobiltelefone sind zu nichts zu gebrauchen, außer um die Anmeldung zu bestätigen und zu telefonieren. Einen Lebenszyklus für Hardware gibt es nicht. Sieht ganz witzig aus, wenn den Notebooks Tasten fehlen.
Kommunikation
Viel Unnötiges wird hervorgehoben, wichtige Informationen bekommt man oft zu spät oder gar nicht mit. Informationen müssen selbst gesucht werden, ebenso Personen, die eventuell helfen können.
Gleichberechtigung
Frauen werden eher nicht gut angesehen.
Interessante Aufgaben
Je nach Projekt ist es möglich, interessante Aufgaben zu haben. Es kommt auch darauf an, wie sehr man sich selbst verheizen möchte.

