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IU 
Internationale 
Hochschule
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Gute Ansätze, aber Management überschätzt Skalierbarkeit

3,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Vertrieb / Verkauf bei IU Internationale Hochschule in Bad Honnef gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Grundkultur ist fair und meist kollegial. Viele Mitarbeitende sind sehr engagiert und tragen das Unternehmen trotz der ständigen Veränderungen. Innovation und neue Ideen finden grundsätzlich Gehör.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die größte Schwäche liegt im Missverhältnis zwischen strategischem Anspruch und operativer Realität. Entscheidungen werden häufig top-down getroffen, ohne die Tragfähigkeit im Alltag mitzudenken. Geschwindigkeit steht über Reifegrad. Man erwartet, dass Teams jede Richtungsänderung sofort schultern unabhängig von Kapazitäten, Workload oder vorhandenen Strukturen.

Verbesserungsvorschläge

Die eigentliche Lücke liegt nicht in den Ideen, sondern in der Umsetzung. Statt ständig neue Initiativen oder Änderungen anzustoßen, müsste zuerst das stabilisiert werden, was bereits läuft. Führung sollte weniger ankündigen und mehr zu Ende bringen – mit Entscheidungen, die im Alltag auch tragfähig sind.

Arbeitsatmosphäre

Diese Bewertung ist eine Aktualisierung. Das Bild hat sich Ende 2024 spürbar verändert. Ich bin nun im Zuge der strategischen Neuausrichtung ausgeschieden – eine Folge der sehr ambitionierten, aber operativ nicht ausreichend abgesicherten Wachstumsentscheidungen.

Image

Nach außen wirkt das Unternehmen moderner und stabiler, als es intern tatsächlich ist. Viele der öffentlichen Botschaften spiegeln eher die Zielvorstellung als den aktuellen Zustand wider. Das zeigt sich zunehmend auch daran, dass Studierende mit der Service- und Betreuungssituation deutlich andere Erfahrungen machen als es das Marketing verspricht. Die Außendarstellung ist professionell und gut strukturiert, die Umsetzung kommt jedoch nicht im gleichen Tempo hinterher. Dadurch entsteht ein wachsender Abstand zwischen dem Bild, das kommuniziert wird, und der Realität im täglichen Kontakt mit den Nutzern.

Work-Life-Balance

Formal wird Flexibilität angeboten, faktisch herrscht eine sehr hohe Erwartung an Verfügbarkeit. Arbeitszeiten von deutlich über 10 Stunden pro Tag sind in vielen Phasen eher Regel als Ausnahme, oft auch am Wochenende, wenn „wichtige Termine“ angesetzt sind. Eine echte Zeiterfassung fehlt bis heute – nicht zufällig. Mit der Personalausstattung ist das Tempo schlicht nicht in einer normalen 9-to-5-Struktur zu schaffen. Die Erwartung ist dauerhaft deutlich über dem, was ein regulärer Arbeitstag hergeben kann.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungsmöglichkeiten sind formal breit vorhanden (LMS, interne Trainings, einzelne Module). In der Praxis bleibt dafür jedoch oft kaum Zeit, weil operative Themen immer Vorrang haben. Durch die Umstrukturierungen wurden zudem viele Führungsrollen gestrichen oder zusammengelegt, wodurch der Pool an Entwicklungsmöglichkeiten deutlich kleiner geworden ist. Aufstiegschancen orientieren sich zunehmend am Lebenslauf statt an nachweisbarer Umsetzungskompetenz – mit klarer Tendenz zu Profilen aus großen Beratungen (insbesondere TOP-5). Entwicklung findet dadurch weniger über Leistung im Alltag statt, sondern stärker über formale Signalwirkung des CVs und das „richtige Profilbild“.

Gehalt/Benefits

Fixgehälter im Vertrieb sind nicht marktgerecht. Die Diskrepanz zwischen Anspruch, Arbeitsumfang und Bezahlung ist deutlich spürbar.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nach außen gibt es viele Signale in Richtung Nachhaltigkeit und „Purpose“, intern wirkt das jedoch häufig unausgereift oder nur teilweise gelebt. Einige Initiativen sind gut gemeint, bleiben aber eher symbolisch, weil sie nicht in die täglichen Abläufe übersetzt werden. Gleichzeitig funktioniert der soziale Aspekt im Miteinander deutlich besser als der ökologische Teil – die Kollegialität ist hoch, aber echte strukturelle Nachhaltigkeit ist noch nicht angekommen.

Kollegenzusammenhalt

Sehr gut. Die Teams halten einander den Rücken frei – oft mehr als die Organisation selbst.

Umgang mit älteren Kollegen

Auch auf Grund der Gehaltsstrukturen gibt es nicht sehr viele ältere Kollegen (abseits der vermutlich besserbezahlten Führungsrollen). Wenn es sie gibt, dann ist der Umgang tadellos.

Vorgesetztenverhalten

Die mittlere Ebene versucht vieles abzufedern, steht aber regelmäßig zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Auf höherer Ebene fehlt häufig operative Erfahrung. Strategie wird häufig vor Umsetzung priorisiert, wodurch Belastung dauerhaft bei den Teams landet.

Arbeitsbedingungen

Technische Grundlage solide, organisatorische Basis instabil. Prozesse werden schneller umgebaut, als sie greifen können.

Kommunikation

Häufig viel, aber selten belastbar. Es wird eher „früh“ als „fertig“ kommuniziert.

Gleichberechtigung

Im mittleren Bereich stark, weiter oben zunehmend Einheitsprofil aus Beratungshintergründen. Vielfalt an Perspektiven nimmt ab.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben an sich sind vielseitig und inhaltlich spannend, vor allem durch die Nähe zum Bildungssektor. Allerdings fehlt häufig die Kontinuität: Prioritäten ändern sich so schnell, dass man selten langfristig an einem Thema dranbleiben kann. Vieles wird begonnen, aber nicht zu Ende geführt. Dadurch entsteht Abwechslung eher aus ständigen Richtungswechseln als aus echter Weiterentwicklung. Am Ende bleibt oft wenig von der eigentlichen Aufgabe übrig, weil man mehr mit Nachsteuern als mit inhaltlicher Gestaltung beschäftigt ist.

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Arbeitgeber-Kommentar

Liebe:r Kolleg:in,

vielen Dank für Deine ausführliche und positive Bewertung!
Es freut uns sehr, dass Du die Innovationskraft und Agilität der IU so schätzt und dass Du uns als besten Arbeitgeber in Deiner bisherigen beruflichen Laufbahn wahrnimmst. Das ist ein tolles Kompliment, das uns motiviert, weiterhin unser Bestes zu geben.
Zu den Fixgehältern im Vertrieb nehmen wir Deine Anregungen sehr ernst und prüfen derzeit, wie wir hier fair und marktgerecht anpassen können.
Wir verstehen ebenfalls, dass Wachstum und Veränderung herausfordernd sind und mehr Zeit benötigen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Prozesse zu verbessern und unseren Mitarbeiter:innen den notwendigen Support zu bieten, damit nicht zu viel auf einmal von Euch abverlangt wird.
Was die Strukturen und Kommunikationswege betrifft: Es freut uns, dass Du die Kommunikationskultur bei der IU so positiv wahrnimmst, auch wenn sie manchmal als etwas zu umfangreich empfunden wird. Hier werden wir weiterhin versuchen, ein gutes Gleichgewicht zu finden.
Der Kollegenzusammenhalt und die Unterstützung untereinander sind uns sehr wichtig und es ist schön zu hören, dass Du diese Werte bei uns erlebst und schätzt.
Wir erkennen an, dass die Work-Life-Balance und die Gehaltsstruktur Punkte sind, an denen wir arbeiten müssen. Deine Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge helfen uns dabei, die IU als Arbeitgeber weiterzuentwickeln und attraktiv zu bleiben.
In Bezug auf die Weiterbildung und Entwicklungsmöglichkeiten freuen wir uns, dass Du hier positive Erfahrungen gemacht hast und diese auch anderen Mitarbeiter:innen zur Verfügung stehen.

Nochmals vielen Dank für Dein konstruktives Feedback und dafür, dass Du ein so wichtiger Teil der IU-Community bist!

Beste Grüße
Johanna

Dieser Kommentar bezieht sich auf eine frühere Version der Bewertung.
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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.