Hoher Anspruch an moderne Zusammenarbeit, zu wenig Fokus auf Ergebnisse
Gut am Arbeitgeber finde ich
Viele engagierte, kompetente und sympathische Kolleg:innen. Spannende Themen, ein grundsätzlich attraktives Produkt und die Möglichkeit, an vielseitigen Marketingprojekten mitzuarbeiten. Der Anspruch, eine moderne und mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur zu schaffen, ist grundsätzlich positiv.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die aus meiner Sicht zu dogmatische Orientierung an Methoden, Prozessen und Organisationsmodellen, häufig zulasten von Pragmatismus und Ergebnissen. Zu viele Abstimmungen, unklare Verantwortlichkeiten und fehlende Konsequenz bei Entscheidungen.
Besonders frustrierend war für mich das Gefühl, dass meine fachliche Expertise und meine Erfahrungen aus vorherigen beruflichen Stationen kaum geschätzt oder genutzt wurden. Ich hatte häufig den Eindruck, dass meine Perspektiven und Vorschläge wenig Gewicht hatten, sobald sie von etablierten Vorgehensweisen abwichen. Statt meine Erfahrung einbringen und Dinge aktiv mitgestalten zu können, fühlte ich mich zunehmend ausgebremst. Das hat meine Motivation über die Zeit erheblich beeinträchtigt.
Hinzu kommt eine Unternehmenskultur, die ihren eigenen Anspruch an Modernität und Werte aus meiner Sicht teilweise stark überhöht. Wiederholte Reorganisationen haben die Komplexität nach meinem Eindruck eher erhöht als reduziert, ohne die grundlegenden Probleme bei Führung, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswegen zu lösen.
Verbesserungsvorschläge
Rückbau der aufgeblasenen Matrixorganisation im Marketing, die erkennbar zu wenig Output generiert. Weniger Methoden um der Methoden willen, mehr Fokus auf tatsächliche Ergebnisse. Klare Verantwortlichkeiten schaffen, Führung stärken und an ihren Ergebnissen messen, Entscheidungswege verkürzen und bestehende Prozesse konsequent hinterfragen.
Erfahrenen Mitarbeitenden mehr Vertrauen entgegenbringen, ihre Expertise ernst nehmen und alternative Lösungsansätze zulassen. Den Anspruch an eine moderne Unternehmenskultur weniger über Begriffe und Organisationsmodelle definieren, sondern stärker daran messen, wie gut die Zusammenarbeit tatsächlich funktioniert.
Ein transparenter Prozess für eine Gehaltsentwicklung fehlt und sollte dringend erarbeitet werden.
Arbeitsatmosphäre
Grundsätzlich angenehmes Miteinander mit vielen sympathischen Kolleg:innen. Gleichzeitig empfand ich die starke Fixierung auf die eigene Unternehmenskultur teilweise als beklemmend. Kritische Perspektiven auf etablierte Arbeitsweisen schienen mir nicht immer gleichermaßen willkommen zu sein.
Zuletzt wurde die Stimmung durch den Stellenabbau spürbar beeinträchtigt.
Image
JobRad hat den Anspruch, ein besonders modernes und innovatives Unternehmen zu sein. Meiner Wahrnehmung nach war der Wunsch, eine Art Silicon-Valley-Unternehmenskultur zu etablieren, teilweise stärker ausgeprägt als die Bereitschaft, deren tatsächliche Wirksamkeit kritisch zu hinterfragen. Zwischen Selbstbild und Arbeitsrealität habe ich eine deutliche Diskrepanz erlebt.
Work-Life-Balance
Homeoffice / Remote Arbeit möglich, flexible Arbeitszeiten etc.
Gehalt/Benefits
Grundgehalt in Ordnung, mehr aber auch nicht. Regelmäßige Gehaltsgespräche o.ä. gibt es nicht, hier muss eigeninitiativ eingefordert werden. In meiner Zeit konnte ich trotz mehrfachem Bemühen keine Gehaltserhöhung erreicht werden.
Positiv zu erwähnen ist, dass es alle gängigen Benefits gibt, sowie ein großzügiges Mobilitätsgeld. Mir persönlich wäre ein höheres Grundgehalt jedoch lieber gewesen.
Kollegenzusammenhalt
Viele engagierte, hilfsbereite und fachlich kompetente Kolleg:innen. Umso bedauerlicher, dass das vorhandene Potenzial durch organisatorische Komplexität aus meiner Sicht nicht immer ausgeschöpft wurde.
Umgang mit älteren Kollegen
kann ich nicht beurteilen
Vorgesetztenverhalten
Aus meiner Sicht zu wenig klare Führung, Priorisierung und Ergebnisverantwortung. Die komplexe Matrixorganisation erschwert eindeutige Zuständigkeiten zusätzlich. Statt Probleme durch klare Entscheidungen zu lösen, wurde häufig mit neuen Rollen, Prozessen und Organisationsmodellen reagiert. Auch wiederholte Reorganisationen haben nach meinem Eindruck eher zusätzliche Komplexität geschaffen als bestehende reduziert.
Auf die Gesamtorganisation bezogen hätte ich mir als Mitarbeiter eine klarere Benennung der Management-Fehler, die zum Stellenabbau und der schwierigen Situation von JobRad geführt haben, und persönliche Übernahme der Verantwortung gewünscht.
Arbeitsbedingungen
Super moderne Arbeitsplätze, Küchen auf jedem Stockwerk, Cafeteria, modernes Equipment. Etwas Besseres wird man in Freiburg nicht finden.
Kommunikation
Es wird sehr viel kommuniziert, aber nicht immer effektiv. Zahlreiche Meetings, Abstimmungen und Schnittstellen erzeugen einen hohen Koordinationsaufwand. Viel Austausch bedeutet leider nicht automatisch mehr Klarheit oder bessere Entscheidungen.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich spannende Themen und vielfältige Möglichkeiten, Marketing aktiv zu gestalten. Leider stehen dem häufig starre Prozesse, lange Abstimmungswege und eine aus meiner Sicht zu dogmatische Konsens-Kultur entgegen. Kreativität, Pragmatismus und individuelle Expertise könnten deutlich stärker zum Tragen kommen.

