Der Lack ist ab
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt. Das früher beschworene „Miteinander“ ist einer kühlen Ellenbogenmentalität gewichen. Man spürt an jeder Ecke, dass man nur noch eine Nummer in einer Excel-Tabelle ist. Die bei Bedarf wegrationalisiert wird.
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Jobrad lebt fast ausschließlich von der Vergangenheit und einem extrem gut finanzierten Marketing-Apparat. Nach außen hin verkauft man sich als der nachhaltige, moderne „Best Place to Work“ in Freiburg, der die Mobilitätswende vorantreibt. Doch wer hinter die Fassade blickt, erkennt schnell, dass der soziale Anspruch an der Bürotür endet. Während man sich in der Öffentlichkeit für Nachhaltigkeit feiern lässt, ist der Umgang mit den eigenen Mitarbeitern Stichwort Stellenabbau alles andere als Nachhaltig.
Work-Life-Balance
Es wird zwar mit Flexibilität geworben, aber der Druck auf die verbliebene Belegschaft steigt durch den Stellenabbau immens. Die Arbeit von drei Leuten wird nun auf zwei verteilt. „Self-Care“ ist hier nur ein Schlagwort für die LinkedIn-Präsenz.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Viel Greenwashing. Ein Fahrrad-Leasing-Produkt macht ein Unternehmen noch lange nicht sozial nachhaltig, wenn man die eigenen Leute vor die Tür setzt. Der soziale Aspekt wird hier komplett für die Marge geopfert.
Karriere/Weiterbildung
Nicht vorhanden. Es gibt keine klaren Pfade, und Budget für externe Weiterbildungen scheint ein Fremdwort zu sein. Man wird eher auf seiner Position „verbraucht“ als entwickelt.
Kollegenzusammenhalt
Das einzig Positive sind die direkten Kollegen, die im selben Boot sitzen. Man schweißt sich durch das gemeinsame Leid zusammen, aber auch hier merkt man, wie das Misstrauen wächst, da jeder um seinen Platz bangt.
Vorgesetztenverhalten
Hier sind die Masken endgültig gefallen. Von der einstigen Empathie ist nichts mehr übrig. Es herrscht ein Klima der Kontrolle statt des Vertrauens. Micromanagement ist an der Tagesordnung, und menschliche Belange spielen keine Rolle mehr solange die Zahlen nicht exakt stimmen.
Arbeitsbedingungen
Ein zweischneidiges Schwert: Homeoffice-Optionen sind vorhanden und gut. Aber wer am Campus arbeiten muss, erlebt im Sommer das Grauen. Das Gebäude heizt sich extrem auf und ist unerträglich heiß – konzentriertes Arbeiten ist bei diesen Temperaturen fast unmöglich. Eine Zumutung für ein Unternehmen dieser Größe.
Kommunikation
Transparent ist hier gar nichts. Wichtige Infos erfährt man meist über den Flurfunk oder wenn es bereits zu spät ist. Die Führungsebene kommuniziert von oben herab, kritische Fragen werden in Meetings elegant umschifft oder mit Phrasen abgetan. Schade.
Gehalt/Benefits
Für Freiburger Verhältnisse absolut nicht gerecht. Wenn man einen Vergleich zu anderen regionalen Arbeitgebern zieht, merkt schnell, dass man hier massiv unterbezahlt wird. Kein Urlaubsgeld, Kein Weihnachtsgeld und eine Bonusregelung, die sich so gestaltet, dass man sie nicht oder kaum erreichen kann.

