Einfach viel zu viel Personal eingestellt, dass rächt sich jetzt…
Gut am Arbeitgeber finde ich
Aktuell fällt es mir schwer, noch positive Aspekte hervorzuheben. Insbesondere die Kündigungswelle hat mein Bild vom Arbeitgeber deutlich verändert. Für mich ist bis heute nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien viele Mitarbeitende gekündigt wurden. Die aus meiner Sicht mangelnde Transparenz bei diesen Entscheidungen hat mein Vertrauen in das Unternehmen erheblich beeinträchtigt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
der Fokus des Unternehmens heute deutlich stärker auf Wirtschaftlichkeit und Profitabilität liegt als noch vor einigen Jahren. Dadurch hat sich aus meiner Sicht auch die Unternehmenskultur verändert. Die Werte und der Umgang miteinander, die das Unternehmen früher aus meiner Sicht ausgezeichnet haben, sind heute nicht mehr in gleichem Maße erkennbar. Deshalb habe ich das Gefühl, dass das Unternehmen nicht mehr dasselbe ist, wie ich es bei meinem Einstieg kennengelernt habe.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hängt stark davon
ab, in welcher Abteilung man tätig ist. In manchen Bereichen herrscht eher ein Konkurrenzdenken, bei dem man sich gegenseitig das Leben schwer macht. Häufig ist zu beobachten, dass langjährige Mitarbeitende nur ungern Verantwortung oder Wissen weitergeben, während sich manche jüngere Kolleginnen und Kollegen als besonders kompetent präsentieren. Das kann zu Spannungen und einem wenig angenehmen Arbeitsklima führen.
Es gibt jedoch auch Abteilungen, in denen das Gegenteil der Fall ist. Dort wird ein respektvoller und wertschätzender Umgang miteinander gelebt. Hilfsbereitschaft, Teamgeist und Engagement stehen im Vordergrund. Kolleginnen und Kollegen unterstützen sich gegenseitig, tauschen ihr Wissen aus und arbeiten gemeinsam an Lösungen. In solchen Teams macht die Arbeit deutlich mehr Freude und die Zusammenarbeit ist wesentlich produktiver.
Derzeit ist nach der Kündigungswelle die Atmosphäre ziemlich angespannt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance unterscheidet sich inzwischen kaum noch von der anderer größerer Unternehmen. Positiv hervorzuheben ist die Flexibilität, selbst entscheiden zu können, ob man im Homeoffice oder im Büro arbeitet. Diese Möglichkeit erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erheblich. Ebenfalls sehr positiv ist die Mobilitäts-App Lufino, die einen zusätzlichen Mehrwert für die Mitarbeitenden bietet.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeiten zur Karriereentwicklung und Weiterbildung sind grundsätzlich vorhanden. Allerdings habe ich mich im Laufe der Zeit mehrfach gefragt, nach welchen Kriterien Mitarbeitende für Förderungen oder Weiterbildungsmaßnahmen ausgewählt werden. Bei einigen Kolleginnen und Kollegen erschien die Entscheidung nachvollziehbar und passend. In anderen Fällen konnte ich die Auswahl hingegen nicht nachvollziehen und hatte den Eindruck, dass die Entscheidungen nicht immer transparent oder ausschließlich leistungsbezogen getroffen wurden.
Gehalt/Benefits
Die Benefits wurden bereits in den vorherigen Punkten beschrieben und stellen grundsätzlich einen positiven Aspekt dar.
Beim Gehalt sehe ich hingegen Verbesserungsbedarf. Aus meiner Sicht ist die Vergütung inzwischen nicht mehr ganz zeitgemäß und hält mit der allgemeinen Lohnentwicklung nur bedingt Schritt. Zudem wurde in der Vergangenheit mit einer monatlichen Erfolgsbeteiligung geworben. Diese fiel jedoch über die Zeit immer geringer aus und lag teilweise sogar bei 0 Euro. Inzwischen wurde dieses Modell durch einen jährlichen Bonus ersetzt, dessen Höhe vom Unternehmenserfolg abhängt. Dadurch besteht keine verlässliche Möglichkeit, mit einem festen zusätzlichen Einkommen zu planen.
Auch bei den Gehaltserhöhungen sehe ich Nachholbedarf. Die letzte allgemeine Lohnerhöhung liegt bereits rund zwei Jahre zurück.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialbewusstsein ist aus meiner Sicht grundsätzlich immer verbesserungsfähig. Das Unternehmen wird zwar regelmäßig – unter anderem laut Arbeitgeberbewertungen – für sein Umweltengagement ausgezeichnet, was positiv zu bewerten ist.
Beim sozialen Miteinander habe ich jedoch den Eindruck, dass dieses im Laufe der Zeit nachgelassen hat. Während der soziale Umgang früher aus meiner Sicht stärker im Fokus stand, hat sich dieser Aspekt in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert.
Kollegenzusammenhalt
Wie bereits erwähnt, gibt es beim Zusammenhalt deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bereichen. Während in einigen Abteilungen ein starkes Miteinander, gegenseitige Unterstützung und ein guter Teamgeist gelebt werden, ist der Zusammenhalt in anderen Bereichen deutlich schwächer ausgeprägt.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen ist nach meiner Erfahrung respektvoll und wertschätzend. Im Arbeitsalltag habe ich diesbezüglich überwiegend positive Eindrücke gewonnen.
Im Zusammenhang mit der Kündigungswelle hatte ich jedoch den Eindruck, dass überdurchschnittlich viele ältere Mitarbeitende betroffen waren. Dadurch entstand bei mir das Gefühl, dass das Unternehmen die Belegschaft gezielt verjüngen möchte, möglicherweise mit dem Ziel, künftig flexibler auf Veränderungen reagieren zu können.
Vorgesetztenverhalten
Bei den Vorgesetzten sollte zwischen der Geschäftsleitung und der Teamleitung unterschieden werden. Zur Geschäftsleitung habe ich mich bereits oben geäußert.
Über meine Teamleitung kann ich hingegen ausschließlich Positives berichten. Ich hatte jederzeit das Gefühl, unterstützt und fair behandelt zu werden. Die Zusammenarbeit war stets respektvoll, offen und auf Augenhöhe. Aus meiner Sicht hat die Teamleitung ihre Aufgaben jederzeit sehr gut erfüllt
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind insgesamt gut. Im Büro ist die technische Ausstattung modern und vollständig. Es stehen mehrere Bildschirme zur Verfügung, und die Arbeitsplätze können flexibel gewählt werden. Außerdem werden den Mitarbeitenden kostenlos Obst sowie Wasser, Kaffee und Tee angeboten.
Verbesserungspotenzial gibt es jedoch beim Raumklima. Insbesondere im Sommer wird es in den Büros teilweise sehr heiß, mit Temperaturen von nahezu 30 Grad. Zudem sorgt die offene Bürogestaltung dafür, dass je nach Auslastung ein dauerhaft erhöhter Geräuschpegel vorhanden ist, was konzentriertes Arbeiten erschweren kann.
Wer im Homeoffice arbeitet, muss seinen Arbeitsplatz weitgehend selbst einrichten und beispielsweise einen geeigneten Schreibtisch bereitstellen. Die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Laptops sind für mobiles Arbeiten zwar ausreichend, aus meiner Sicht ist für ein ergonomisches und effizientes Arbeiten im Homeoffice jedoch mindestens ein zusätzlicher großer Bildschirm erforderlich
Kommunikation
Die Kommunikation zwischen den Mitarbeitenden und der Teamleitung war bislang sehr gut und offen.
Kritisch wird jedoch die Rolle der Geschäftsleitung gesehen. Unangenehme Entscheidungen oder schlechte Nachrichten werden häufig von den Teamleitungen übermittelt, während die Geschäftsleitung bei positiven Entwicklungen oder Auszeichnungen selbst im Vordergrund steht und die Anerkennung für sich beansprucht. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Verantwortung für negative Themen delegiert wird, während Erfolge für das eigene Ansehen genutzt werden.
Gleichberechtigung
Ob die Gleichberechtigung im Unternehmen durchgängig gewährleistet ist, kann ich nicht abschließend beurteilen. Aus meiner persönlichen Sicht habe ich bisher keine negativen Erfahrungen gemacht und würde den Umgang insgesamt als fair und angemessen einschätzen.
Interessante Aufgaben
In den mir bekannten Bereichen sind die Aufgaben jedoch häufig eher eintönig und teilweise noch sehr traditionell beziehungsweise wenig modern gestaltet. Aus meiner Sicht besteht hier durchaus Potenzial, Arbeitsabläufe und Prozesse zeitgemäßer zu gestalten. Der Eindruck entsteht allerdings, dass Modernisierungsmaßnahmen vor allem dann vorangetrieben werden, wenn sie gleichzeitig einen Personalabbau ermöglichen, beispielsweise durch den verstärkten Einsatz von KI.

