Abgeworben. Aufgerieben. Ausgetauscht. – Spannende Kunden, Image, aber leider zu oft auf Kosten der Mitarbeitenden!
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Spannende nationale und internationale Kunden
- Abwechslungsreiche Projekte mit viel Eigenverantwortung
- Hohe Lernkurve und abwechslungsreiche Aufgaben
- Einige engagierte und hilfsbereite Kolleg
- Starkes Image und gute Referenzen für den Lebenslauf
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Wenig Transparenz bei wichtigen Entscheidungen und Veränderungen
- Hohe Arbeitsbelastung mit regelmäßig anfallenden Überstunden
- Fehlende oder unzureichende Arbeitszeiterfassung bzw. Überstundenausgleich
- Urlaub führte durch fehlende Vertretungsregelungen häufig zu noch mehr Arbeitsbelastung
- Teilweise unterschiedliche Maßstäbe bei Führung, Präsenz und mobilem Arbeiten
- Kaum planbare Work-Life-Balance und eingeschränkte Erholung
- Aus meiner Sicht nicht immer angemessene Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden
- Veraltete bzw. unzureichende Arbeitsplatzausstattung
- Hohe Fluktuation und dadurch regelmäßiger Wissensverlust
- Kaum Entwicklungsmöglichkeiten trotz zusätzlicher Verantwortung
- Diskrepanz zwischen Employer Branding und gelebtem Arbeitsalltag
- Wenig nachhaltige Personalplanung
Employer Branding zeigt sich nicht im Recruiting – sondern im Umgang mit den eigenen Mitarbeitenden, wenn es schwierig wird.
Verbesserungsvorschläge
Die Außendarstellung von Jung von Matt setzt hohe Maßstäbe – umso wichtiger wäre es, diese auch im Arbeitsalltag konsequent zu leben. Mehr Transparenz bei Gehaltsentwicklung, Personalentscheidungen und wirtschaftlichen Veränderungen würde das Vertrauen der Mitarbeitenden stärken.
Ebenso wünsche ich mir eine realistische Personalplanung, eine konsequente Erfassung und einen fairen Ausgleich von Überstunden, verbindliche Vertretungsregelungen im Urlaub sowie moderne und ergonomische Arbeitsplätze. Wertschätzung sollte sich nicht nur im Recruiting, sondern auch im täglichen Umgang mit Mitarbeitenden und insbesondere in herausfordernden Situationen zeigen.
Arbeitsatmosphäre
Spannende Kunden und teilweise engagierte Kollegen konnten für mich leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass hoher Leistungsdruck und eine Diskrepanz zwischen Außendarstellung und internem Arbeitsalltag den Alltag geprägt haben.
Kommunikation
Transparenz wurde häufig kommuniziert, im Arbeitsalltag habe ich sie jedoch nur selten erlebt. Viele Entscheidungen – insbesondere rund um Gehalt, Personal und die betriebsbedingten Kündigungen – waren für mich wenig nachvollziehbar und wurden aus meiner Sicht nicht offen kommuniziert. Das meiste erfährt man über den Flurfunk.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war für mich einer der besseren Pluspunkte. Ich habe einige hilfsbereite, engagierte und fachlich starke Kolleg kennengelernt. Schade war, dass die hohe Fluktuation immer wieder zu Wissensverlust und wechselnden Ansprechpartnern geführt hat.
Work-Life-Balance
Eine 40-Stunden-Woche war für mich eher die Ausnahme als die Regel. Überstunden, kurzfristige Anfragen am Abend sowie Projekt- und Pitchphasen mit Wochenendarbeit gehörten für mich zum Arbeitsalltag.
Urlaub bedeutete für mich häufig keine Erholung, sondern lediglich eine Verschiebung der Arbeitslast, da meine Aufgaben in meinem Fall kaum vertreten wurden. Auch Arzttermine oder persönliche Ausnahmesituationen hatte ich häufig das Gefühl, besonders rechtfertigen zu müssen.
Während meiner Beschäftigungszeit wurden Arbeitsstunden zwar projektbezogen in SAP erfasst, ein entsprechender Ausgleich der regelmäßig anfallenden Überstunden unter der Woche fand aus meiner Sicht jedoch nicht statt. Ausgleichsmöglichkeiten gab es nach meiner Erfahrung im Wesentlichen nur für Wochenendarbeit.
Insgesamt hatte ich häufig den Eindruck, dass eine dauerhaft hohe Arbeitsbelastung als selbstverständlich angesehen wurde.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe den Führungsstil überwiegend als hierarchisch erlebt. Wertschätzung habe ich insbesondere nach meiner betriebsbedingten Kündigung vermisst. Mein Eindruck war, dass nicht immer dieselben Maßstäbe für alle Mitarbeitenden galten.
Interessante Aufgaben
Die Kunden, Projekte und Aufgaben waren abwechslungsreich, anspruchsvoll und fachlich sehr spannend. Hier konnte ich viel lernen und Verantwortung übernehmen.
Gleichberechtigung
Ich hatte nicht immer den Eindruck, dass im Arbeitsalltag für alle Mitarbeitenden dieselben Maßstäbe galten. Regelungen zu Anwesenheit, Erreichbarkeit oder mobilem Arbeiten wurden aus meiner Sicht nicht immer einheitlich angewendet. Dadurch entstand bei mir der Eindruck, dass vergleichbare Situationen unterschiedlich bewertet wurden, ohne dass die Gründe dafür für mich nachvollziehbar waren.
Umgang mit älteren Kollegen
Dazu kann ich keine fundierte Bewertung abgeben.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen entsprachen aus meiner Sicht nicht dem Anspruch, den die Agentur nach außen vermittelt.
Während meiner Beschäftigung musste ich mehrfach den Arbeitsplatz wechseln – teilweise ohne vorherige Information. Es kam vor, dass ich ins Büro kam und mein bisheriger Arbeitsplatz bereits anderweitig vergeben war. Meine Arbeitsmaterialien waren verschwunden und ich wurde erst auf Nachfrage darüber informiert, dass ich erneut umgesetzt worden war.
Zeitweise hatte ich dadurch nicht einmal einen festen Arbeitsplatz. Gleichzeitig war mein Schreibtisch defekt und nicht ergonomisch einstellbar, ebenso wie mein Bürostuhl. Trotz mehrfacher Hinweise erhielt ich keine angemessene Ausstattung. Selbst grundlegende Arbeitsmittel wurden aus meiner Sicht nicht zeitnah bereitgestellt oder ersetzt.
Für ein Unternehmen, das hohe Professionalität und Qualität nach außen vermittelt, hätte ich bei den grundlegenden Arbeitsbedingungen deutlich mehr erwartet.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen werden Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung stark kommuniziert. Im Arbeitsalltag habe ich dies jedoch nicht immer konsequent wiedergefunden.
An meinem Standort gab es beispielsweise keine konsequente Mülltrennung. Zudem habe ich erlebt, dass Mitarbeitende darauf hingewiesen wurden, die vorhandenen E-Ladestationen nicht zu nutzen, da diese ausschließlich der Geschäftsführung vorbehalten seien. Für mich passte das nicht zu dem modernen und nachhaltigen Selbstbild, das nach außen vermittelt wird.
Gehalt/Benefits
Mein Gehaltswunsch wurde im Bewerbungsprozess aus meiner Sicht deutlich nach unten verhandelt und unter anderem mit transparenten Gehaltsbändern begründet. Diese waren jedoch zunächst nur schwer auffindbar. Nachdem ich sie später gefunden hatte, lag mein ursprünglicher Gehaltswunsch nach meinem Verständnis weiterhin im mittleren Bereich der vorgesehenen Gehaltsspanne.
Auch nach sehr positiven Feedbackgesprächen wurde eine Gehaltsentwicklung regelmäßig mit fehlendem Budget oder der Voraussetzung einer Beförderung begründet – obwohl ich bereits früh zusätzliche Verantwortung übernommen hatte.
Positiv sind das Deutschlandticket, Urban Sports Club und die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten. Gleichzeitig erschwerten die hohe Arbeitsbelastung und wechselnde Vorgaben zur Präsenz im Büro aus meiner Sicht, diese Benefits im Arbeitsalltag wirklich sinnvoll zu nutzen.
Image
Jung von Matt genießt zu Recht einen hervorragenden Ruf und arbeitet mit spannenden Kunden und bekannten Marken. Genau dieses starke Image war einer der Hauptgründe für meine Bewerbung. Umso größer war für mich die Enttäuschung, dass mein persönlicher Arbeitsalltag diesem Anspruch nicht gerecht wurde.
Karriere/Weiterbildung
Trotz positiver Feedbackgespräche, zusätzlicher Verantwortung und einer steilen Lernkurve wurden mir während meiner Beschäftigung kaum konkrete Entwicklungs- oder Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten. Aufgrund der hohen Fluktuation musste ich mir viele Prozesse und Informationen selbst erarbeiten.