JvM Spree – in many ways a special place ✨
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hängt stark von der Unit ab, in der man arbeitet.
Ich habe in einem Großraumbüro gearbeitet, ohne eigenes Office.
Die Räumlichkeiten sind schön, sauber, und elegant gestaltet.
Es herrschte die meiste Zeit über eine lockere Atmosphäre.
Es gab jederzeit Zugang zu Wasser, Tee und Kaffee, manchmal auch anderen Getränken.
Kommunikation
Die Kommunikation ist mit wöchentlichen Agenturmeetings sowie Unitmeetings gut geregelt.
Über essenzielle, das Unternehmen betreffende Vorgänge wie Mitarbeiterplanung, Teamausrichtung, Verlust oder Gewinn etc. wissen eher die obersten Führungskräfte Bescheid, sodass manchmal ein Ungleichgewicht zwischen Leads und Belegschaft besteht.
Kollegenzusammenhalt
Ich denke, grundsätzlich herrscht ein freundliches Miteinander, und auch der Zusammenhalt untereinander ist im Arbeitskontext gut. Wie sehr dieser auch in schwierigen Phasen noch gegeben ist, ist allerdings von Team zu Team unterschiedlich. Dennoch gab es gemeinsam organisierte Lunches, After-Work Hangouts und Freundschaften unter den Mitarbeitenden.
Work-Life-Balance
Gut: Urlaubswünsche wurden in der Regel immer berücksichtigt und ermöglicht. Auch Home-Office Tage und mobiles Arbeiten gehörten zum Arbeitsalltag und haben die Work-Life Balance positiv beeinflusst. Die Rücksicht auf Familie und Elternzeit war meines Wissens nach ebenfalls sehr gut.
Schlecht: Je nach Projekt und Team gab es Phasen, in denen weit über die Kernarbeitszeit von 8 Stunden gearbeitet wurde und dies "zum guten Ton" gehörte. Das Prinzip "Das Projekt/Die Präsentation ist fertig, wenn sie fertig ist" kam gerade vor wichtigen Kundenpräsentationen häufig vor, mit Schichten bis in die späte Nacht hinein, ohne Anspruch auf Überstundenanrechnung. Auch wenn versucht wurde, die Stunden an anderen Tagen wieder auszugleichen, bestand kein geltender Anspruch darauf.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten war in den meisten Fällen fair und auf Augenhöhe. Auch im Arbeitsalltag war die Kommunikation locker und auf einem positiven Level.
Die hierarchischen Unterschiede wurden aber besonders in stressigen Phasen merkbar, zugegebenermaßen auch deshalb, da die Führungskräfte eine große Menge Druck und Stress ertragen müssen.
Ich denke, dass manchmal die professionelle Einschätzung von Fortschritt unausweichlich auch durch persönliche Präferenz und Sympathie beeinflusst wird.
Interessante Aufgaben
Sowohl die Teamzugehörigkeit, als auch die Aufteilung der Kundenprojekte wurde von der Teamleitung bestimmt – auch wenn die Möglichkeit bestand, etwaige Änderungswünsche zu äußern.
Natürlich gibt es mal mehr, und mal weniger interessante Aufgaben und Projekte, was auch an der Risikobereitschaft von Kundenseite liegt. Es ist außerdem subjektiv, was man als interessante Aufgabe erachtet.
Gleichberechtigung
Ich hatte das Gefühl, dass
- der Arbeitgeber Gleichberechtigung in jeglicher Hinsicht als hohes Gut vorlebt
- Initiativen zur beruflichen Weiterbildung von Frauen und den Ausbau von Führungsqualifikationen ermöglicht
- Initiativen zur Repräsentation queerer Menschen im Arbeitsumfeld fördert
- Quoten zur gerechten Aufteilung von Führungspositionen eingeführt und Stellen demnach besetzt hat.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich denke, der Altersdurchschnitt liegt deutlich unter 40 als darüber. Dennoch habe ich den Umgang mit älteren Mitarbeiter*innen als sehr wertschätzend (zumindest nach außen hin) wahrgenommen.
Arbeitsbedingungen
Die Offices sind modern, stylisch und elegant. Herausgegebene Laptops und Handys sind auf einem hohen technischen Stand, neue Software wird bei Bedarf ebenfalls zugänglich gemacht.
Die Beleuchtung war anpassbar, lediglich bei Hitze konnte man sich nur mit einem Ventilator helfen, da es keine Klimaanlage für die Räumlichkeiten gab.
Lautstärkelevel hingen stark von der jeweiligen Unit/Abteilung ab, da manche Teams im Großraum zusammenarbeiten, während andere Teams kleinere Offices zur Verfügung hatten, in denen 2-4 Leute zusammen saßen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich denke, der Arbeitgeber ist grundsätzlich umwelt- und sozialbewusst.
So wurde zB eine Fahrradwerkstatt angeboten, bei der Mitarbeitende ihre Fahrräder reparieren lassen konnten. Geringe Kosten wurden dabei vom Arbeitgeber übernommen, bei größeren Reparaturen musste privat dazugezahlt werden.
Ich denke aber, dass zB bei manchen Kundenterminen teilweise immer noch Inlandsflüge etc in Kauf genommen werden. War es jedoch anders möglich, wurden auch Bahnfahrten priorisiert.
Auch bei Merchartikeln für die Mitarbeiter*innen wurden zertifizierte Textilhersteller ausgewählt, und bei Caterings darauf geachtet, dass Lebensmittel in geeigneten Mengen bestellt und verbraucht wurden.
Außerdem wurden vegetarische und vegane Lebensmittel priorisiert.
Gehalt/Benefits
Gehälter wurden sorgfältig abgerechnet und pünktlich ausbezahlt.
Für die aufgebrachte Zeit (40h +, Kernarbeitszeit von 09:00 - 18:00) blieb für mich persönlich einfach zu wenig Netto vom Brutto übrig. Gerade für die eher hohen Lebenserhaltungs-/Mietkosten in Berlin.
Es kommt aber auch immer auf die Perspektive an. Ein ehemaliger, ein paar Jahre älterer Kollege hatte erwähnt, dass er für mein Einstiegsgehalt zu seiner Zeit erst 4 Jahre angestellt sein musste, um auf denselben Betrag zu kommen (könnte auch inflationsbedingt sein). Eine andere Kollegin, die bereits bei mehreren Agenturen gearbeitet hat berichtete auch, dass dieser Arbeitgeber verhältnismäßig gute (Einstiegs-)Gehälter zahlen würde.
Image
Allgemein fällt das schwer zu sagen – Mitarbeitende, die sich mit ihrer Aufgabe und ihrem Team identifizieren, sind stolz darauf bei diesem Arbeitgeber zu arbeiten.
Allerdings gibt es auch die in meinen Augen valide Kritik, zB keinen Betriebsrat zu haben, der die Interessen der Mitarbeitenden mit Nachdruck repräsentieren kann.
Für das Image spricht das kreative Team, Menschen, die auch außerhalb der Arbeit häufig coole Leidenschaften haben, sowie die Werte, für die das Unternehmen steht und einstehen möchte (Vielfalt, Demokratie, Akzeptanz, Repräsentation, Progressivität).
Dagegen sprechen teils ungesunde Arbeitsbedingungen (8h + Arbeit am Bildschirm), hohe Erwartungshaltung, und teilweise Oberflächlichkeit sowie die eigene Einschätzung des "Impacts".
Karriere/Weiterbildung
Die Kriterien für beruflichen Aufstieg und Gehaltserhöhungen sind meiner Meinung nach nicht transparent genug. Es heißt eher "Anstrengen, Leistung bringen" und weitere undefinierte Forderungen. Man müsse schon einen Preis gewinnen, um Dankbarkeit und Wertschätzung (auf finanzieller Ebene) zu erwarten.
Unter der Hand gilt beinahe die Regel "Der Weg nach oben führt nach draußen", also dass man beruflichen Aufstieg nur durch einen Wechsel des Arbeitgebers im gewünschten Zeitraum schaffen könne.
Es ist eigentlich recht klar - man möchte mit der vielen Zeit, die man dort über die Agentur an Firmen "verkauft", auch angemessen monetär entlohnt werden und sich von Jahr zu Jahr steigern, um die Motivation nicht zu verlieren.
Das Unternehmen würde sehr davon profitieren, von sich aus diese Perspektiven aufzuzeigen, und auch bereits kleinere Boni bei Meilensteinen wie dem "Überstehen" der Probezeit, erstem Jahr o.ä. einzuführen, um spürbar Wertschätzung zu suggerieren und Motivation zu steigern.