Jung von Matt als Arbeitgeber

Kein Firmenlogo hinterlegt

Außen HUI, innen PFUI

2,7
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bei Jung von Matt AG in Hamburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Gutes Image. Schöne Räumlichkeiten. Interessante Leute. „Werber-Gefühl“.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Siehe oben. Bei Verbesserungsvorschlägen.

Verbesserungsvorschläge

Arbeitet an der Organisationsentwicklung. Am Onboarding. Bildet eure Führungskräfte aus. Lebt Gleitzeit (anstatt sie nur auf einem DINA4 Papier an jede Toilette zu hängen). Bildet eure Mitarbeiter anständig aus. Belohnt eure Mitarbeiter ab und an. Lasst sie mal (Wirklich!) früher gehen, gebt einen kleinen Bonus aus. Whatever. Kaffee von Elbgold, Frühdtücksbuffet und Bier ist zu wenig. HomeOffice auch wirklich leben, nicht nur wie Gleitzeit aufs Papier schreiben. Sollte nach Corona aber hoffentlich endlich funktionieren.

Arbeitsatmosphäre

Zuerst einmal: mein Zeugnis ist sehr gut, es gibt also keinen Grund „abzurechnen“, aber hier meine ehrliche Meinung:
Die Räume sind alle extrem offen und hellhörig. Man sitzt teilweise zu acht in einem Abteil, wenn dann noch telefoniert oder „geschnackt“ wird, ist konzentriertes Arbeiten - meiner Meinung nach - nicht möglich.

Kommunikation

F A I L. Die ganze Organisation hat ein Kommunikationsproblem. Hier wurde nicht ausgebildet. Und das, obwohl JVM KOMMUNIKATION an seine Kunden VERKAUFT. Kreative, Strategen, Berater - sie alle werden befördert, sind irgendwann „Head of“ haben aber leider keine Ahnung wie man richtig „leadet“, denn ab dem Junior/Midlevel muss man Teams anleiten. Wirklich: Katastrophe. Wäre die Kommunikation professioneller, könnten sich alle viele Überstunden sparen, aber hier liebt man es ja gedanklich 636484 Kreise zu ziehen, um am Ende zum gleichen Ergebnis wie zu Beginn zu kommen. „Wir bleiben unzufrieden“. Cool.

Kollegenzusammenhalt

Die Kollegen die JvM feiern und lieben halten gerne zusammen und schlagen sich gemeinsam die Nächte und Wochenenden um die Ohren. Es gibt allerdings auch viele internen Zickereien, Hintenrum, Neid, wenn Projekte an jemand anderen vergeben wurden etc. Hier muss man sich nichts vormachen. Hier wollen im Endeffekt alle schnell durchhalten, für sich. Lebenslauf und so. Beste Agentur = die ehrgeizigsten Leute.

Work-Life-Balance

404 not found. Klar, dazwischen geht man auch mal um 18:00/18:30, aber selten, ohne noch kurz schräg angeschaut zu werden. Ich höre aber noch heute von den Leuten aus meiner (ehemaligen) Abteilung, dass sie fast jedes Wochenende arbeiten, oft bis 23 Uhr abends und eines muss man wissen: man weiß nie, wann man abends raus kommt. Vielleicht um 18 Uhr, vielleicht auch erst um 23:30. Ich habe nach 3 Monaten dort abends unter der Woche keine Verabredungen mehr ausgemacht.

Vorgesetztenverhalten

Ich wurde immer korrekt behandelt, man konnte offen und ehrlich sprechen. Allerdings muss man Gespräche einfordern! Von selber kommt keiner auf einen zu, außer es hagelt heftig Kritik.

Interessante Aufgaben

Abwechslungsreich ist die Arbeit definitiv. Mal mehr, mal weniger interessant. Aber es ist alles dabei, das mochte ich. Man muss aber dazu sagen: viele Kunden springen ab, man „nimmt was man kriegen kann“ mittlerweile und schreckt eigentlich vor nichts mehr zurück. Werbung für E-Zigaretten (echt cool & healthy), Atommülllager (keiner hat’s geglaubt aber ist echt so!) oder ein leckeres (Schrottfleisch)würstchen bei Netto für 99Cent - here we go, let‘s text! Aber fair enough, wir sind hier in der Werbebranche.

Gleichberechtigung

Eher geht so. Ich habe das Gefühl man bemüht sich international zu sein. Sobald das Team aber wegen jemand englisch sprechen „muss“, sind heimlich alle genervt. Junge, kinderlose, hübsche Frauen sind sehr beliebt. Am besten von „weiters weg“, weil dann haben sie hier nicht so viele Freunde und können mehr arbeiten - alles schon gehört. Hauptsächlich Männer im Vorstand. Rassismus immer wieder mitbekommen.

Umgang mit älteren Kollegen

Amazing. Gibt nicht viele, aber die sind alle super tiefenentspannt und haben (zurecht!) Heldenstatus. Die haben mich manchmal motiviert auch so entspannt mit dem Job umzugehen. Man braucht ein dickes Fell.

Arbeitsbedingungen

Volles Office, Siebträgermaschine macht müde Geister munter, Mac Book, mitten im Karolinenviertel. Gibt schlechteres. Aber geputzt wird nicht wirklich.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ich denke auch hier: mehr Schein, als Sein. Sozialbewusstsein würde ja auch bedeuten, seine Leute nicht auszubeuten. Da gehts schon los..

Gehalt/Sozialleistungen

Zitat: „davon kann ich ja nicht mal mein Hundefutter bezahlen“.
Beispiel Gehälter:
Ein Berater im Trainee wird mit 1800€ brutto vergütet, Junior Stellen in der PR mit 2400€ und Junioren in der Strategie wird 2700€ geboten. Die höheren Positionen haben natürlich - je nach Erfahrung und woher sie kommen - einen besseren Verhandlungsspielraum. Innerhalb einer Abteilung kann das Gehalt aber bei gleicher Ausbildung intern auch mal um 500€ schwanken.
Die Gehälter sind auf eine 40 Stunde gerechnet. Auf die kommt aber kein Mensch. Realistisch sollte man im Durchschnitt mit 50 Stunden rechnen.

Image

Jeder liebt JvM im Lebenslauf. Von vielen gefürchtet. Die Besten! Wir sind so geil. Und ja, hartes Pflaster - aber für den CV lohnt es sich.

Karriere/Weiterbildung

Man kann natürlich dort die Karriereleiter erklimmen - dann aber bitte ein paar Jahre wirklich das eigene Leben runterfahren (sonst gehts nicht). Es gibt immer wieder Vorträge mit interessanten Leuten, auch interne Leute - die machen Spaß und sind cool. Allerdings schafft man es oft nicht diese zu besuchen, weil „der Kunde wartet“, „Deadline“ etc.
Mir wurde definitiv mehr Ausbildung versprochen, als ich bekommen habe. Schade. Gelernt hab ich nichts, außer, das was ich mir (mostly) selbst beigebracht habe.