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kamdi24
Bewertung

Engagement ohne Richtung – über Loyalität, Grenzen und den Preis fehlender Führung

2,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr für dieses Unternehmen in Dresden gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen war bemerkenswert stark. Auch in Zeiten hoher Belastung unterstützte man sich gegenseitig zuverlässig. Zudem wurde das Gehalt stets pünktlich gezahlt, was grundsätzlich für ein solides Grundverständnis von Verlässlichkeit spricht.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die permanente Erreichbarkeitserwartung, fehlende Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben sowie eine inkonsistente Führungskultur haben das Arbeiten dauerhaft erschwert. Fehlende strategische Orientierung, unklare Zuständigkeiten und eine unzureichende Wertschätzung der geleisteten Arbeit führten dazu, dass Engagement selten zu nachhaltigen Verbesserungen führte.

Verbesserungsvorschläge

Eine klare Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit sollte verbindlich etabliert werden. Führungskräfte sollten gezielt in moderner Personalführung, Kommunikation und strategischer Planung geschult werden. Zudem wäre eine verlässliche IT-Infrastruktur, die den Arbeitsalltag unterstützt statt behindert, dringend erforderlich.

Transparente Entscheidungsprozesse, definierte Entwicklungswege und eine offen gelebte Feedbackkultur würden nicht nur die Arbeitsqualität, sondern auch die Zufriedenheit der Mitarbeitenden erheblich steigern.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war durch eine konstant hohe Erwartungshaltung der Geschäftsführung geprägt, jederzeit sämtliche Problemstellungen vollständig kontrollieren zu müssen. Gleichzeitig standen Arbeitsaufkommen und personelle Ressourcen aus meiner Sicht dauerhaft in einem Missverhältnis, wodurch ein anhaltender, wenn auch nicht offen ausgesprochener Leistungsdruck entstand.

Kommunikation

Die Kommunikation erfolgte aus meiner Wahrnehmung selektiv. Problemstellungen wurden parallel mit verschiedenen Beteiligten separat besprochen, was möglicherweise der Vielseitigkeit dienen sollte, bei einzelnen Mitarbeitenden jedoch den Eindruck mangelnder Transparenz und fehlender Abstimmung hinterließ.

Zwar bestand eine ausgeprägte Meetingkultur, jedoch wirkten getroffene Entscheidungen teilweise nicht verbindlich, da sie außerhalb formeller Runden erneut hinterfragt oder abgeändert wurden.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen war abteilungsübergreifend stark ausgeprägt. Bei hoher Arbeitsbelastung sprang man verlässlich füreinander ein – häufig, um strukturelle Engpässe im Arbeitsalltag abzufedern.

Innerhalb der Belegschaft bestand ein spürbares Bewusstsein für wiederkehrende organisatorische Herausforderungen. Der fachliche Austausch war sachlich und professionell; darüber hinaus entwickelten sich vereinzelt auch persönlich vertrauensvolle Beziehungen.

In meiner Abteilung kam es innerhalb von weniger als zwei Jahren zu zwei längerfristigen krankheitsbedingten Ausfällen im Kontext von Überlastung, die bis zu meinem Austritt nicht nachhaltig kompensiert wurden.

Work-Life-Balance

Eine verlässliche Trennung zwischen beruflicher Erreichbarkeit und privater Zeit war aus meiner Sicht nicht gegeben. Ich wurde wiederholt außerhalb regulärer Arbeitszeiten kontaktiert – darunter an Wochenenden, Feiertagen sowie während Urlaubs- und Krankheitszeiten (einschließlich Kindkrank).

Die Kontaktaufnahme erfolgte telefonisch sowie per WhatsApp. Trotz vorhandener dienstlicher Telefonnummer wurde regelmäßig meine private Mobilnummer genutzt. Eine klare Abstimmung zur Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit fand nicht statt.

Anrufe unbeantwortet zu lassen oder die Kontaktaufnahme während Abwesenheiten aktiv zu hinterfragen, erschien mir – auch nach der Probezeit – nicht unproblematisch. Eine explizite Erwartung sofortiger Rückmeldung wurde zwar nicht formuliert, war jedoch aus meiner Wahrnehmung implizit präsent.

Vorgesetztenverhalten

Das Führungsverhalten war aus meiner Sicht von deutlicher Inkonsistenz geprägt. Neben operativer Detailsteuerung fehlte eine klar erkennbare strategische Linie, sodass Entscheidungen teilweise kurzfristig revidiert oder neu priorisiert wurden.

Die Zuständigkeiten innerhalb der Doppelspitze wirkten nicht durchgängig eindeutig abgegrenzt, was wiederholt zu widersprüchlichen Vorgaben und Unsicherheit in der Umsetzung führte.

Feedback erfolgte überwiegend situativ und ohne erkennbare Struktur oder Verbindlichkeit. Eine nachhaltige Entwicklungsbegleitung oder klare Perspektivplanung war für mich nicht erkennbar. Wertschätzung für geleistete Arbeit wurde selten aktiv vermittelt.

Interessante Aufgaben

Meine fachliche Expertise konnte ich nur eingeschränkt einbringen, da Aufgabeninhalte häufig operativ geprägt waren und technische Rahmenbedingungen aus meiner Sicht nicht immer ausreichend berücksichtigt wurden.

Der Großteil der Tätigkeiten war wiederkehrend und stark auf das Tagesgeschäft fokussiert. Gestaltungsspielraum sowie strategische Verantwortung waren nur begrenzt vorhanden. Priorisierungen wirkten dabei nicht durchgängig langfristig oder konsistent ausgerichtet.

Gleichberechtigung

Aus meiner Wahrnehmung erfolgten Aufgabenverteilungen und Verantwortungszuschnitte nicht durchgängig transparent oder anhand klar erkennbarer Kriterien. Einzelne Mitarbeitende schienen dabei einen erkennbar engeren Zugang zur Geschäftsführung zu haben, was sich positiv auf Einfluss und Einbindung auswirkte.

Andere fachlich kompetente Personen wurden bei zentralen Themen seltener berücksichtigt. Die Führungsspitze vermittelte hierbei keinen konsistenten, einheitlichen Kurs.

Umgang mit älteren Kollegen

Zu diesem Aspekt kann ich keine differenzierte Bewertung abgeben, da mir weder besondere positive noch negative Vorkommnisse aufgefallen sind.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeit im Großraumbüro bot nur eingeschränkte Möglichkeiten, strategisch sensible Themen vertraulich und konzentriert zu besprechen.

Die IT-Ausstattung war aus meiner Sicht lediglich ausreichend. Teilweise leistungsschwache Hardware sowie fehleranfällige und nicht durchgängig leistungsfähige Software führten wiederholt zu Verzögerungen im Arbeitsalltag. IT-Störungen gehörten regelmäßig zum Tagesgeschäft und beeinträchtigten die Effizienz spürbar.

Auch Prozesse wirkten stellenweise komplex und stark manuell geprägt. Gleichzeitig reduzierte sich die Mitarbeiterzahl im Zeitraum meiner Tätigkeit deutlich, wodurch sich die Arbeitsbelastung auf weniger Personen verteilte.

Homeoffice wurde zeitweise ermöglicht, jedoch nicht aktiv gefördert. Inzwischen wurde diese Möglichkeit vollständig eingestellt.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nachhaltigkeit spielte in meinem Arbeitsalltag keine erkennbare Rolle. Konkrete Maßnahmen oder strategische Initiativen in diesem Bereich waren für mich nicht wahrnehmbar.

Eine stärkere Förderung umweltfreundlicher Mobilität – beispielsweise durch geeignete und sichere Fahrradabstellmöglichkeiten – hätte ich begrüßt.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt empfand ich zu Beginn als angemessen, wirkte jedoch im Verlauf meiner Tätigkeit angesichts der stetig steigenden Arbeitsbelastung und der häufig fehlenden klaren Abgrenzung von Ruhezeiten zunehmend als nicht mehr ausgleichend.

Nach dem ersten Jahr wurde ein Jahresendbonus gewährt, der jedoch die allgemeine Preisentwicklung aus meiner Sicht kaum abbildete. Zusätzliche freiwillige Leistungen oder Benefits waren nicht erkennbar.

Eine ursprünglich in Aussicht gestellte Gehaltsüberprüfung erfolgte erst zu einem Zeitpunkt, an dem eine Anpassung für mich keine bindende Perspektive mehr bot. Insgesamt blieb die Gehaltsentwicklung hinter der Arbeitsintensität deutlich zurück.

Image

Das Unternehmen präsentiert sich nach außen als modern, mit flachen Hierarchien und einer gelebten Du-Kultur. Im Arbeitsalltag nahm ich die tatsächlichen Strukturen und die gelebte Unternehmenskultur jedoch deutlich anders wahr.

Aus meiner Sicht besteht eine spürbare Diskrepanz zwischen Außenwahrnehmung und interner Realität. Konkrete Bestrebungen, diese Differenz aktiv zu verringern, waren für mich während meiner Beschäftigung nicht erkennbar.

Karriere/Weiterbildung

Strukturierte Entwicklungswege oder regelmäßige Zielgespräche waren in meiner Zeit im Unternehmen nicht vorgesehen. Die einzige mir erinnerliche Weiterbildungsmaßnahme war ein kurzer interner Einführungskurs zum Thema Künstliche Intelligenz.

Insgesamt nahm ich die Förderung individueller Weiterentwicklung als gering ausgeprägt wahr. Budgetäre Mittel schienen hierfür knapp bemessen, und realistische Karriereperspektiven waren im Unternehmensalltag kaum erkennbar.

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Arbeitgeber-Kommentar

Susann Jentzsch*

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Erfahrungen bei uns so ausführlich zu schildern.

Zunächst freut es uns, dass du insbesondere den Zusammenhalt innerhalb unseres Teams und die gegenseitige Unterstützung positiv hervorhebst. Gerade dieses Miteinander ist ein wichtiger Bestandteil unserer Unternehmenskultur.

Einige deiner Kritikpunkte möchten wir dennoch etwas differenzierter betrachten.

Unser Unternehmen ist seit seiner Gründung kontinuierlich gewachsen. Insbesondere während der Corona- und Energiekrise haben wir aufgrund unseres Produktportfolios eine außergewöhnlich hohe Nachfrage erlebt. Um diesem Auftragsvolumen gerecht zu werden, mussten wir personelle Kapazitäten aufbauen und unsere Strukturen entsprechend erweitern. Mit der anschließenden Normalisierung der Nachfrage war es ebenso notwendig, diese Strukturen wieder an die tatsächlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen. Solche Entwicklungen gehören zum unternehmerischen Alltag und bringen zwangsläufig Veränderungen mit sich. Dass diese nicht von allen Mitarbeitenden gleichermaßen positiv aufgenommen oder mitgetragen werden, können wir nachvollziehen und respektieren.

In bestimmten Positionen und Verantwortungsbereichen kann es vereinzelt notwendig sein, Abstimmungen auch außerhalb der regulären Arbeitszeit vorzunehmen. Dabei handelt es sich jedoch um punktuelle Situationen und keineswegs um eine grundsätzliche Erwartung permanenter Erreichbarkeit.

Die von dir angesprochenen krankheitsbedingten Ausfälle nehmen wir ernst. Allerdings lassen sich aus Erkrankungen einzelner Mitarbeitender nicht pauschal Rückschlüsse auf deren Ursachen ziehen. Gesundheitliche Hintergründe sind individuell und gehören aus unserer Sicht nicht in eine öffentliche Diskussion.

Die Aussage, dass Homeoffice bei uns vollständig abgeschafft wurde, ist nicht korrekt. Mobiles Arbeiten ist weiterhin Bestandteil unseres Arbeitsalltags. Lediglich aus unternehmerischen und organisatorischen Gründen wurde diese Möglichkeit zeitweise und punktuell eingeschränkt.

Wir nehmen konstruktive Kritik ernst, wünschen uns aber ebenso eine differenzierte Betrachtung unternehmerischer Entscheidungen und der jeweiligen Rahmenbedingungen.

Für deinen weiteren beruflichen und persönlichen Weg wünschen wir dir alles Gute.
Viele Grüße
Dein kamdi24-Team

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