Gute Aufgaben, schlechte Führung und dauerhaft zu hohe Belastung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv sind die interessanten und abwechslungsreichen Aufgaben sowie die inzwischen eingeführte Gleitzeit, durch die sich Arbeit und Privatleben deutlich besser vereinbaren lassen. Außerdem stehen kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Einmal im Jahr gibt es zudem ein Mitarbeiterfest. Grundsätzlich ist das eine gute Sache, allerdings wirkt die Veranstaltung auf mich teilweise weniger wie echte Mitarbeiterwertschätzung und mehr wie eine stark inszenierte Unternehmensdarstellung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vor allem die Führungskultur. Es fehlt aus meiner Sicht an Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter, gleichzeitig wird sich in viele fachliche Themen unnötig eingemischt. Entscheidungen dauern teilweise viel zu lange oder bleiben komplett liegen, während Mitarbeiter ständig liefern und sich für alles rechtfertigen sollen. Kritik wird eher als Problem gesehen als als Chance zur Verbesserung. Wer offen anspricht, was nicht funktioniert, wird aus meiner Sicht eher ignoriert, ausgebremst oder wegdiskutiert. Angepasstes Verhalten und Zustimmung scheinen dagegen deutlich einfacher zum Ziel zu führen. Dazu kommen eine aus meiner Sicht nicht angemessene Vergütung gemessen an Verantwortung und Arbeitsumfang, teilweise sehr schlechte Arbeitsbedingungen und eine hohe dauerhafte Belastung. Gute und engagierte Mitarbeiter werden zu oft als selbstverständlich angesehen, statt sie zu entlasten, zu fördern und ernst zu nehmen. Insgesamt entsteht für mich das Gefühl, dass viele Probleme bekannt sind, aber trotzdem nicht konsequent angegangen werden.
Verbesserungsvorschläge
Weniger Mikromanagement, mehr Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter und vor allem Entscheidungen treffen, statt Themen über Wochen oder Monate liegen zu lassen. Fachliche Verantwortung sollte auch bei den Leuten liegen, die das entsprechende Wissen und die Erfahrung haben. Kritik und offene Worte dürfen nicht dazu führen, dass Mitarbeiter ignoriert, ausgebremst oder gegenüber Ja-Sagern benachteiligt werden. Probleme müssen ernst genommen und tatsächlich gelöst werden, statt sie wegzudiskutieren oder immer wieder zu verschieben. Außerdem sollten Leistung, Verantwortung und Marktwert der Mitarbeiter endlich angemessen berücksichtigt werden, sowohl bei Gehalt als auch bei Arbeitsbedingungen. Wer dauerhaft zusätzliche Aufgaben übernimmt oder mehrere Personen vertritt, darf nicht einfach als selbstverständlich betrachtet werden. Und ganz grundsätzlich: Mehr Wertschätzung, Verlässlichkeit und ein respektvoller Umgang würden bereits sehr viel verändern. Gute Mitarbeiter dauerhaft zu überlasten und gleichzeitig ihre Anliegen zu ignorieren, ist keine nachhaltige Personalpolitik.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist für mich inzwischen extrem belastend. Entscheidungen und selbst kleinere fachliche Themen werden ständig hinterfragt oder bis ins Detail diskutiert, auch wenn die notwendige Fachkenntnis dafür teilweise fehlt. Dadurch entstehen unnötige Diskussionen und Meetings, und man muss dieselben Sachverhalte immer wieder erklären. Besonders problematisch empfinde ich das stark wechselnde und schwer vorhersehbare Verhalten der Führungskraft. Je nach Stimmung kann der Umgang völlig unterschiedlich ausfallen, was für eine dauerhaft angespannte Atmosphäre sorgt. Eigenständiges Arbeiten wird dadurch erheblich erschwert.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance hat sich mittlerweile deutlich verbessert. Durch die Einführung von Gleitzeit lässt sich die Arbeit wesentlich besser mit dem Privat- und Familienleben vereinbaren. Das ist für mich aktuell einer der wenigen Punkte, bei denen ich eine klare positive Entwicklung sehe.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umweltbewusstsein ist grundsätzlich vorhanden, beispielsweise durch die Installation einer Solaranlage. Allerdings war selbst deren Umsetzung aus meiner Wahrnehmung eine unnötige Odyssee. Obwohl das Projekt von der Geschäftsführung selbst gewollt war, wurden den mit der Umsetzung beschäftigten Mitarbeitern immer wieder zusätzliche Hürden in den Weg gelegt. Ein eigentlich positives und sinnvolles Projekt wurde dadurch unnötig kompliziert und für die Beteiligten extrem belastend. Beim Sozialbewusstsein sehe ich ebenfalls deutlichen Verbesserungsbedarf. Gesellschaftliche Verantwortung sollte aus meiner Sicht nicht nur nach außen dargestellt, sondern auch innerhalb des Unternehmens gelebt werden. Dazu gehört für mich insbesondere ein verantwortungsvoller und wertschätzender Umgang mit den eigenen Mitarbeitern. Genau daran fehlt es aus meiner Erfahrung deutlich. Viel Stress und unnötige Belastung wären vermeidbar, wenn Kritik ernst genommen, Mitarbeitern mehr Vertrauen entgegengebracht und Probleme tatsächlich gelöst würden.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen war früher deutlich besser. Mittlerweile hat sich das spürbar verschlechtert. Ein großer Grund dafür ist aus meiner Sicht, dass Ja-Sager und fachlich schwächere Mitarbeiter teilweise besser dastehen als diejenigen, die Probleme offen ansprechen oder widersprechen. Wer den Mund aufmacht, bekommt das schnell zu spüren. Das führt irgendwann dazu, dass viele einfach nichts mehr sagen und nur noch versuchen, irgendwie durchzukommen. Entsprechend leidet auch der Zusammenhalt im Team.
Vorgesetztenverhalten
Das Vorgesetztenverhalten ist für mich der mit Abstand größte Kritikpunkt. Es herrscht sehr wenig Vertrauen in die Mitarbeiter. Selbst einfache Themen müssen mehrfach erklärt, abgesichert und bis ins kleinste Detail begründet werden. Fachliche Einschätzungen werden häufig angezweifelt, obwohl gleichzeitig der Eindruck entsteht, dass die Führungskraft selbst mit der Vielzahl der Themen überfordert ist. Besonders problematisch ist die Verlässlichkeit: Wenn Entscheidungen oder Rückmeldungen benötigt werden, dauert es teilweise mehrere Tage, Wochen oder sogar Monate. Häufig kommt gar keine klare Antwort, sodass Themen einfach liegen bleiben. Gleichzeitig wird von den Mitarbeitern erwartet, dass sie jederzeit liefern und sich für alles rechtfertigen. Wenn dann doch eine Antwort kommt, wirkt diese auf mich teilweise stark mit KI-Tools wie ChatGPT erstellt. Dadurch entsteht bei mir gelegentlich der Eindruck, dass Inhalte übernommen oder weitergegeben werden, ohne dass sie wirklich vollständig durchdrungen wurden. Gerade bei fachlich wichtigen Entscheidungen schafft das zusätzlich Unsicherheit. Kritik oder Widerspruch sind aus meiner Sicht nicht gern gesehen. Wer Dinge offen anspricht,
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind für mich mittlerweile kaum noch ertragbar. Das Büro befindet sich in einem alten DDR-Altbau, ist stark in die Jahre gekommen und teilweise verdreckt. Auch die Ausstattung ist entsprechend alt, beispielsweise Tische, die seit rund 20 Jahren genutzt werden. Der mehrfach geäußerte Wunsch nach einem neuen eigenen Büro wurde immer wieder verschoben, abgelehnt oder wegargumentiert. Besonders frustrierend ist dabei, dass durchaus Büros saniert werden, teilweise sogar für Mitarbeiter, die selbst gar nicht darum gebeten haben. Dort wird dann aktiv gefragt, welche Ausstattung oder Gestaltung gewünscht ist. Gleichzeitig bleiben diejenigen, die seit längerer Zeit deutlich auf Verbesserungen hingewiesen und konkrete Wünsche geäußert haben, offenbar ganz hinten in der Priorität. Das entspricht für mich leider auch der allgemeinen Führungskultur: Wer Probleme offen anspricht oder sich beschwert, wird eher vertröstet, ignoriert oder in endlosen Diskussionen zermürbt. Wer dagegen einfach zustimmt und wenig hinterfragt, scheint deutlich leichter Unterstützung und Entgegenkommen zu bekommen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass nicht konstruktive Kritik, sondern Anpassun
Kommunikation
Kommunikation findet grundsätzlich statt, allerdings häufig unnötig kompliziert und sehr zeitintensiv. Fachliche Themen müssen teilweise mehrfach erklärt werden, weil Entscheidungen immer wieder hinterfragt oder neu aufgerollt werden. Dadurch entstehen viele Diskussionen und Meetings, die aus meiner Sicht nicht immer einen echten Mehrwert bringen. Gleichzeitig fehlt es teilweise an klaren, verlässlichen Entscheidungen, sodass Themen länger dauern als notwendig.
Gehalt/Benefits
Ich weiß, was meine Arbeit auf dem Markt wert ist. Gemessen an meiner Verantwortung, meiner Erfahrung und dem tatsächlichen Mehrwert, den ich für das Unternehmen leiste, liegt meine Vergütung deutlich unter dem, was vergleichbare Positionen normalerweise hergeben. Diese Diskrepanz ist aus meiner Sicht auch der Geschäftsführung bewusst. Trotzdem wird das Thema immer wieder kleingeredet, relativiert oder mit denselben Argumenten abgeblockt. Statt Verantwortung, Erfahrung und tatsächlichen Beitrag angemessen zu bewerten, entsteht bei mir eher der Eindruck, dass so getan wird, als gäbe es diese Marktwerte nicht. Das ist auf Dauer frustrierend, besonders wenn gleichzeitig hohe Erwartungen an Leistung, Verfügbarkeit und Verantwortung gestellt werden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst sind durchweg interessant, abwechslungsreich und fachlich anspruchsvoll. Genau das ist eigentlich einer der stärksten Punkte der Arbeit. Deutlich weniger positiv ist allerdings, dass selbst bei Themen, für die man fachlich verantwortlich ist, immer wieder unnötig eingegriffen und mitgesteuert wird. Dadurch geht ein Teil der Freude an den eigentlich sehr interessanten Aufgaben verloren.