Fortschrittliches Konzept, mittelalterlicher Umgang mit Mitarbeitenden
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Konzept. Ich bin zu Klax gegangen, weil mich das Konzept überzeugt hat und musste dann leider feststellen, dass dieses Konzept offenbar nur für die Kinder/Kunden und nicht für die eigenen Mitarbeitenden gilt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich habe vieles in den einzelnen Kategorien schon erwähnt, möchte aber nochmal speziell auf die Vorschriften zum Aussehen eingehen.
Wie kann es sein, dass das Klax-Konzept so fortschrittlich ist, während mit den Mitarbeitenden umgegangen wird, als wären wir im 19. Jahrhundert?
Freie, individuelle Entfaltung gibt es nicht, wenn man Tattoos hat müssen diese versteckt werden, jegliche Piercings müssen entfernt werden, Kleidung, die der GF nicht passt ist ebenfalls verboten. Und da geht es nicht um gruselige Darstellungen, die zu Recht nicht in eine Kita gehören, sondern um dunklere/entsättigte Farben.
Ich habe sogar Kolleg*innen kennengelernt, die im Sommer lange Ärmel tragen mussten, um ihre Tattoos zu verstecken und nur knapp einem Hitzschlag entkommen sind.
Eine gut fundierte Begründung, für all diese Regeln, haben wir nie bekommen.
Dass man alle Menschen in ihrer Individualität repräsentiert und den Kindern Offenheit, Respekt und Toleranz vermittelt, scheint nicht gewollt zu sein.
Fehlt nur noch, dass weibliche Kolleginnen nur Röcke oder Kleider tragen dürfen.
Bei Klax Berlin möchte man ausschließlich eine bestimmte Art Mensch haben und wer sich nicht fügt, der wird rausgeekelt.
Sehr schade und vor allem enttäuschend.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich überall, sowohl in den Einrichtungen, als auch in der Berufsakademie und auch in der Geschäftsstelle/Verwaltung als sehr kalt und gestresst wahrgenommen.
Image
Egal wohin man schaut, man hört zu Recht nur schlechtes.
Work-Life-Balance
Wie gesagt, man musste immer erreichbar sein.
Als Azubi wurde ich einfach in irgendeine Einrichtung eingeteilt, ohne darauf zu achten, wo ich wohne und wie weit das weg ist. Im Endeffekt musste ich für einen Wet über 1½ Stunden durch ganz Berlin fahren. Das sind mehr als drei Stunden pro Tag, die im Grunde verschwendet sind.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Klax möchte nach außen sehr umweltbewusst dastehen, wenn man hinter die Fassade schaut, gibt es noch einige Dinge, die garnicht laufen.
Sozial ist an diesem Träger nichts.
Es gibt strenge, altmodische Vorschriften zum Aussehen, Tattoos und Piercings sind verboten, die Individualität der Mitarbeitenden wird extrem eingeschränkt.
Kollegenzusammenhalt
Die Kolleg*innen geben ihr Bestes, mit dem, was sie haben.
Man hatte trotzdem das Gefühl, dass man durchgehend auf Eierschalen laufen musste und niemandem wirklich vertrauen konnte, da im Grunde alles mögliche gegen einen verwendet wurde, um besser dazustehen. In dem Arbeitsumfeld ist es aber auch kein Wunder, dass so eine Konkurrenz und Misstrauen entstehen.
Vorgesetztenverhalten
Äußerst unprofessionell.
Kommunikation
Jede Kleinigkeit läuft per Mail, man muss immer erreichbar sein.
Die persönliche Kommunikation ist absolut nicht wertschätzend, hauptsächlich irgendwelche Arbeitsanweisungen.
Gleichberechtigung
Kolleg*innen wurden gegeneinander ausgespielt.
Aber es wurden alle gleich mies behandelt, also kann man schon sagen, dass eine gewisse Gleichberechtigung herrschte.
Interessante Aufgaben
Man hat im Grunde immer das gleiche gemacht, es gab viele alteingesessene Strukturen, an die man sich halten musste, somit war nichts interessant.