Ihr Unternehmen?

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Konrad 
Friedrichs 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Es fällt einem schwer was positives zu sagen

1,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr für dieses Unternehmen in Kulmbach gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die langjährigen Kolleginnen und Kollegen sowie das Team sind ein großer Pluspunkt und für mich persönlich der Hauptgrund, nicht früher einen Wechsel in Betracht gezogen zu haben. Dennoch können sie nicht alle „Herausforderungen“ ausgleichen.

Der informelle Austausch („Buschfunk“) funktioniert meinem Eindruck nach besser als offizielle Aushänge oder das Intranet. Man kann davon ausgehen, dass nahezu jede Information, auch vermeintlich „top secret“, schnell im Betrieb bekannt wird. Ob das positiv ist, lasse ich offen - beeindruckend ist es auf jeden Fall.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Wer herausfinden möchte, wie meiner Meinung nach toxische Arbeitskultur in der Praxis aussieht, braucht kein Management-Seminar, ein Blick auf dieses Unternehmen genügt.
Meine Empfehlung: Nicht eintreten, es sei denn, man sammelt berufliche Negativreferenzen für ein späteres Buchprojekt. Allen, die schon dort sind: Lebenslauf aktualisieren. Es gibt ein Leben danach und vermutlich ein deutlich besseres. Viel Erfolg!

Verbesserungsvorschläge

1. Strategie & Führungskultur
Aktuell ist meiner Ansicht nach keine klare strategische Ausrichtung erkennbar. Entscheidungen wirken mitunter spontan; erst Wochen nach der Ankündigung von Werksschließung und Stellenabbau schien die Tragweite intern reflektiert zu werden. Ein Beispiel sind die Umstrukturierungen im Werk Berlin, deren Begründungen für mich nur schwer nachvollziehbar waren. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass Entscheidungen teils eher aus situativer Reaktion als aus langfristiger fundierter Planung getroffen wurden. Ob diese Maßnahmen, etwa bei G-Elit oder Hollfelder, sich wirtschaftlich jemals auszahlen, bleibt für mich offen.

2. Wertschätzung & Realität
Offiziell wird Engagement begrüßt, inoffiziell hörte ich häufiger Sätze wie: „Wir machen uns nicht abhängig von Ihnen“ oder "Man sei austauschbar“. Ironischerweise ist die Personaldecke extrem dünn... Doppelrollen sind eher Regel als Ausnahme. Fazit: Austauschbarkeit scheint in vielen Fällen weniger Realität als Wunschdenken zu sein.

3. Personalbereich
Der Personalbereich wirkt derzeit überlastet und meiner Ansicht nach wenig professionell aufgestellt. Weitere Weggänge/Kündigungen erscheinen nicht ausgeschlossen. Die Frage ist weniger, wie Stellen nachbesetzt werden, sondern ob man überhaupt noch Bewerber findet.

4. Transparenz & Glaubwürdigkeit
Offene Kommunikation wäre hilfreich, gerade in einem überschaubaren Betrieb, in dem sich Informationen ohnehin schnell verbreiten. Beispiel: Über Jahre hinweg wiederkehrende Kurzarbeit bei gleichzeitig veröffentlichten Gewinnen in den Bilanzen. Der Gewinnabführungsvertrag mit Gühring erklärt einiges, aber nicht alles.

5. Zusammenarbeit statt Lagerbildung
Viele Probleme ließen sich leichter lösen, wenn auf konstruktive Zusammenarbeit statt auf interne Frontenbildung gesetzt würde. Angesichts der wirtschaftlichen Situation wäre die eigentliche Kernfrage: Wie will Gühring seine Produkte künftig erfolgreich am Markt positionieren - und vor allem: mit wem?

Arbeitsatmosphäre

KF / Gühring ist meiner Meinung nach in der Region mittlerweile weniger für seine Innovationen bekannt als für seine einzigartige Arbeitsatmosphäre und das hat sich inzwischen auch bis in die letzten Ecken der Region herumgesprochen. Besonders seit der Reorganisation im Geschäftsbereich und den personellen Neubesetzungen im zentralen Management hat man stellenweise das Gefühl, einem Praxisexperiment beizuwohnen: Wie viel Strukturabbau, Unsicherheit und Führungsstil aus vergangenen Jahrhunderten verträgt ein Standort, bevor er kollabiert? Methoden, die im Studium üblicherweise als abschreckende Fallstudien behandelt werden, gelten hier offenbar als Erfolgsrezept. Die Stimmung? Eine faszinierende Mischung aus Frustration, Galgenhumor und innerer Kündigung mit klarer Tendenz Richtung Eskalation. Vielleicht verfolgt man bewusst eine Art Retro-Führungskonzept im Stil der Industrialisierung? Führungskräfte leben einfach das „System Gühring“. Moderner Führungsstil sieht jedenfalls anders aus. Wer es nicht selbst erlebt hat, würde kaum glauben, was hier unter dem Begriff „Arbeitskultur“ firmiert. Meine Meinung: unzumutbar und zwar nicht zufällig, sondern systematisch vorgelebt.

Image

Mein persönlicher Eindruck:
Zwischen dem, was kommuniziert wird, und dem, was am Ende passiert, liegen mitunter Welten. Bestes Beispiel: die interne Kommunikation zur Arbeitsplatzsicherung. Im Dezember 2024 der eindringliche Aufruf zum „freiwilligen“ Gehaltsverzicht, um Arbeitsplätze zu retten. Kaum Tage später die Ankündigung: hundertfacher Stellenabbau im Geschäftsbereich Hartstoffe Werk Berlin, der 100%-Tochter G-Elit. Transparenz? Ja, aber nur in eine Richtung. Meiner Erfahrung nach ein starkes Kommunikationsproblem, was sich auf das Image auswirken könnte? Die gewählte Vorgehensweise hatte für mich jedenfalls „an faden bei‘gschmack“

Work-Life-Balance

Der Arbeitgeber punktet mit Homeoffice-Möglichkeiten für Verwaltungsangestellte, flexiblen Arbeitszeiten und netten Zusatzangeboten wie dem JobBike. Klingt gut - mit einer kleinen Fußnote: Wer möchte, dass seine tatsächlich geleisteten Stunden auch korrekt erfasst werden, sollte lieber selbst mitrechnen. Nach meiner Erfahrung, sorgt das altbekannte Problem mit den Zeiterfassungssystemen (Intrexx/SAP) seit Jahren zuverlässig für Überraschungen. Aber man bleibt optimistisch - irgendwann wird das Thema Digitalisierung bestimmt ernster genommen und das Nachtragen von Stunden zum historischen Anachronismus erklären.

Positiv zu erwähnen ist auch der Obstkorb. Und das Getränkeangebot: Wasser still, Wasser mit Kohlensäure & schwäbische Schorle! Hierdurch geraten die kleinen Alltagsprobleme schnell in Vergessenheit.

Karriere/Weiterbildung

Überraschend! Es gibt eine Academy und auch Fortbildungen. Hier muss man definitiv sagen, das läuft eigentlich ganz gut. Das Portal wird regelmäßig aktualisiert. Ich hatte auch regelmäßig (externe) Weiterbildungen. Es liegt aber definitiv an der Führungskraft und weniger am Konzern selbst.

Gehalt/Benefits

Man sagt ja, Geld sei nicht alles, vermutlich in der Hoffnung, dass man dadurch gelassener bleibt, wenn es zu spät oder unvollständig ankommt.

Viele im Werk konnten diesen Satz inzwischen meiner Erfahrung nach mehrfach auf seine Belastbarkeit prüfen. Es entsteht der Eindruck, dass es zur Gewohnheit wird, den eigenen Lohn nicht einfach zu erhalten, sondern „aktiv zu verfolgen“.

Die Einführung tariflicher Strukturen scheint meinem Eindruck nach intern als Abenteuerprojekt betrachtet zu werden. Damit einher gehen meiner Erfahrung nach vielfältige Klärungen rund um Abrechnungen, Zulagen, ERA-Stufen und Gleichbehandlung innerhalb vergleichbarer Positionen. Die Existenz eines Tarifvertrags ist zwar offiziell gegeben, allerdings wirkt er eher wie ein symbolischer Dekorationsartikel, den man zwar gerne präsentiert, aber nicht immer aktiv nutzt.

Was die Kommunikation rund um solche Themen angeht, gewinnt man mitunter den Eindruck, dass sachliche Diskussionen nur so lange möglich sind, wie Fragen nicht zu konkret werden. Danach verlagert sich die Gesprächsführung gern ins Persönliche, vermutlich Teil eines innovativen Schulungsprogramms für „dialogorientierte Eskalation“.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nach außen wird viel Wert auf Verantwortung und Nachhaltigkeit gelegt, zumindest kommunikativ. Intern wirkt dieses Bewusstsein meiner Beobachtung nach allerdings eher wechselhaft. Besonders auffällig erscheint die hohe personelle Fluktuation gerade in den Funktionen, die sich genau um diese Themen kümmern sollen. Die offiziellen Gründe dafür sind meist neutral formuliert, die inoffiziellen vermutlich vielfältig…
Wer sich langfristiges Engagement und klare Werteorientierung wünscht, sollte im Vorfeld genau prüfen, wie stark solche Themen tatsächlich gelebt werden, jenseits von Broschüren und Aushängen. Was KF / Gühring betrifft, sollte man sich hier lieber zweimal informieren.

Kollegenzusammenhalt

Je schwieriger die Rahmenbedingungen in einer Firma, desto stärker wächst der Zusammenhalt, ganz nach dem Motto „geteiltes Leid ist halbes Leid“. Genau so erlebt man es meinem persönlichen Eindruck nach in den Werken Kulmbach und Thurnau. Der Teamspirit unter den Kollegen ist wirklich beeindruckend, vermutlich, weil er das Einzige ist, was den Laden noch zusammenhält.

Die Mitarbeitenden sind ohne Frage das Rückgrat dieser Firma. Unter anderer Führung und mit einem anderen Konzern im Rücken könnte man hier vermutlich Großes bewegen. Leider sieht die Realität anders aus. Mein persönlicher Eindruck: Viele resignieren, die Krankheitsquote ist spürbar hoch ... immerhin also irgendwo Spitzenreiter.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Altersdurchschnitt in der Produktion ist meiner Wahrnehmung nach vergleichsweise hoch, da viele neue und jüngere Mitarbeitende dem „System Gühring“ offenbar weniger abgewinnen können und sich meiner Erfahrung nach eher bei der Konkurrenz oder in anderen Betrieben orientieren. Nachwuchs ist anscheinend nur schwer zu finden. Woran es genau liegt, lässt sich aus meiner Sicht nur „vermuten“. Woran hats gelegen?

Vorgesetztenverhalten

Zwischen den Teamleitern im Werk und den Gühring-Konzern-Führungskräften liegen Welten. Während erstere meist engagiert und nahbar agieren, brillieren die Konzernlenker meiner Ansicht nach eher durch Selbstüberschätzung, Misstrauenskultur und einem ausgeprägten Bedürfnis nach Mikromanagement. Strategie oder langfristiges Denken? Eher Mangelware. Dafür wird gerne betont, wie dankbar man sein darf, hier zu arbeiten & das Ganze garniert mit einem Hauch schwäbischer Gutsherrenattitüde.

Im Personalbereich wird meiner Ansicht auf Quereinsteiger gesetzt. Ein großes Problem in meinem Fall waren nicht bearbeitete Anliegen, versäumte Fristen und eine Reihe fehlerhafter Gehaltsabrechnungen. Wer höflich nachfragt, kann schnell zum „Störfaktor“ erklärt werden, meist mündlich und in „diskreten“ Einzelgesprächen. Kritik? Nur in die eine Richtung.

Der Betriebsrat wirkte auf mich weitgehend machtlos und konzernnah.
Die Fluktuation spricht für sich: Innerhalb von zwei Jahren haben rund 10 % der Belegschaft das Unternehmen verlassen. Man wundert sich dann auf Aushängen öffentlich, warum die Mitarbeiterbindung so schwerfällt?
Wer bleibt, hat starke Nerven - oder keinen besseren Plan.

Arbeitsbedingungen

Hier herrscht meiner Ansicht nach definitiv Nachholbedarf.

Man kann davon ausgehen, dass vieles noch genauso erhalten ist, wie es der Firmengründer vor sehr vielen Jahren hinterlassen hat, bevor er den Betrieb an Gühring verkaufte - so zumindest meine persönliche Wahrnehmung. Wer also das Zeitalter der Industrialisierung live erleben möchte, ist hier genau richtig.

Faszinierend.

Kommunikation

KF / Gühring legt großen Wert auf offene und transparente Kommunikation (besonders im Personalbereich). Hier wird meinem Eindruck nach ausgesprochen viel kommuniziert: meiner Erfahrung nach bevorzugt zwischen Tür und Angel, ausschließlich mündlich und selten mit der betroffenen Person selbst, lieber über Sie.

Wem diese Art des „Managements“ zu bunt wird, der wird freundlich zu „Einzelgesprächen“ eingeladen, vermeintlich, um Sachverhalte zu klären. In der Praxis geht’s meiner Meinung nach dabei aber weniger um das eigentliche Thema, als vielmehr darum, stiller zu werden und sich allem Anschein nach möglichst reibungslos ins System einzufügen. Es wird meiner Ansicht nach bewusst ein künstliches Machtgefälle geschaffen. Kritik ist hier nicht etwa unerwünscht - sie wird "korrigiert" oder "aussortiert".

Die Stimmung ist meinem Eindruck nach sehr angespannt. Wer hier anfangen möchte, sollte sich im Vorfeld überlegen, wie viel „Professionalität“ er vom eigenen Unternehmen erwartet.

Gleichberechtigung

Seit der Re-Organisation spürt man vermehrt den „Gühring-Charme“, vor allem im gelebten Führungsstil. Mündlich fallen immer wieder klare Aussagen, die meinem Eindruck nach ein ausgeprägtes „soziales Gefälle“ zwischen vermeintlichen „Gutverdienern“ und „dem Rest“ offenbaren.
Es ist beeindruckend, wie „professionell“ zwischenmenschliche Verhaltensweisen wirken. Das Prinzip allem Anschein nach: Kommunikation von oben nach unten, mit der klaren Botschaft: Kritik bitte gerne - aber nur im Selbstgespräch.

Für so viel „Klarheit“ im Umgang fehlen einem fast die Worte. Und trotzdem möchte man meinen: Konsequenzen? Eher was für andere. Meiner Ansicht nach kein Anzeichen von Selbstreflexion erkennbar.

Interessante Aufgaben

Projektarbeit ist sehr dynamisch - täglich neue Top-Prioritäten, regelmäßig neue Richtungen. Eine strategische Linie konnte ich zwar nie ausmachen, aber genau das macht den Reiz aus. Oder eben die Herausforderung. Kommt ganz drauf an, wie sehr man daran interessiert ist, Dinge auch mal abzuschließen.

Eigene Gedanken wirken hier überflüssig. Einer der großen Vorteile für Mitarbeitende bei KF ist, dass „für einen gedacht wird“ - das spart Energie und vermeidet unnötige Diskussionen. Meiner Ansicht nach gibt es ohnehin nur eine Meinung, die zählt. Argumente oder gar Fakten? Wirken zwecklos. Am besten stellt man sich bei jeder Entscheidung einfach die Frage: „Was würde unsere oberste Heeresführung machen?“

KF glänzt mit einer besonders flachen Hierarchie - vermutlich eine der flachsten überhaupt: Es gibt nur eine Meinung. Der Rest? Assistenten. Eine ganz eigene, kreative Auslegung von „Lean Management“.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.