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KPMG AG 
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Bewertung

Zum großen Teil interessante Tätigkeiten, aber unterdurchschnittliche Bezahlung (Audit - Prüfungsleiter)

4,1
Empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei KPMG Düsseldorf in Düsseldorf gearbeitet.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre ist stark abhängig vom Team und dem jeweiligen Manager/Partner. Der Job als Prüfer ist für mich der erste Job nach meinem Studium. Am Anfang meiner Karriere bei KPMG hatte ich teilweise leider nicht allzu hilfsbereite Prüfungsleiter/Manager, die in stressigen Situationen z.B. die Prüfungshandlungen nicht erklärt haben ("schau ins Vorjahr") und z.T. sehr nervös waren. Dies mag dem damals sehr stressigen Mandat geschuldet sein, ist für einen Berufsanfänger aber frustrierend.

Glücklicherweise hat sich das für mich geändert, sodass ich nun mit ausschließlich hilfsbereiten Kolleginnen/Kollegen und Vorgesetzten zusammenarbeite.

Kommunikation

Innerhalb der Prüfungsteams gibt es kurze Kommunikationswege und Entscheidungen können schnell getroffen werden.

Die Kommunikation in Bezug auf die Gehaltsrunden finde ich aber schlecht. Man erfährt meistens erst in Q3, wie viel man nach der jeweiligen Beförderung (z.B. von E3 Senior Associate auf D1 Assistant Manager) verdient. Ist man mit dem Gehalt nicht zufrieden, ist das erstmal Pech. Durch die lange Kündigungsfrist kann man sich auch spontan nicht Alternativen umschauen.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist meistens sehr gut. Die stressigen Busy Seasons schweißen zusammen. Man gibt sich gegenseitig Halt und hilft sich untereinander.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance im Winter ist (abhängig vom Mandat) sehr schlecht. 50-Stunden-Wochen sind die Regel, im Januar und Februar sind es regelmäßig auch 60-Stunden-Wochen. Wenn man sich dann noch nebenbei auf ein Examen vorbereiten möchte, ist das psychisch schon sehr belastend. Für Hobbys bleibt da kaum/keine Zeit.

Für mich unverständlich ist, dass die Überstunden erwartet werden, aber man im Gegenzug kaum Gelegenheit bekommt die Überstunden abzufeiern. Speziell bei mir war es so, dass ich aufgrund von regelmäßiger Arbeit an Samstagen nicht zum Examensvorbereitungskurs konnte. Um den Rückstand aufzuholen, wollte ich den bis dahin dispofreien Mai Überstunden nehmen. Dies wurde abgelehnt mit der Begründung: "Examenskandidaten dürfen alle erst Ende Mai in die Freistellung." Hier war ich persönlich schon ziemlich enttäuscht.

Das Ende vom Lied ist, dass ich nun trotz einiger abgefeierter Überstunden (für die Examensfreistellung) noch über 400 Überstunden habe, die ich mir auszahlen lassen werde.

Vorgesetztenverhalten

Das Vorgesetztenverhalten ist natürlich stark abhängig von der/dem jeweiligen Vorgesetzten. Ich hatte jedoch Glück, mein jetziger Chef ist beispielsweise sehr freundlich und an mir und meiner Arbeit interessiert.

Interessante Aufgaben

Die Tätigkeiten in der Abschlussprüfung sind der abwechslungsreich. In den ersten Jahren ist die Lernkurve sehr steil. Auch nach fast 5 Jahren lerne ich auf vielen Mandaten noch was dazu.

Gleichberechtigung

Vorweg: Ich selbst bin männlich und gehöre keiner Minderheit an, sodass ich nur einen Blick von Außen habe.

Mein Eindruck ist jedoch, dass Gleichberechtigung bei uns gelebt wird. Bisher hatte ich aufgrund von Beförderungen/Mutterschaftsurlaub mehrere Vorgesetzte. Von den 3 Vorgesetzten waren 2 Frauen. Frauen haben also m.E. dieselben Aufstiegschancen wie Männer.

Die Teams sind auch hinsichtlich der kulturellen Hintergründe sehr divers, was mir persönlich sehr gut gefällt.

Umgang mit älteren Kollegen

Es gibt viele "Altprüfer", die kein WP-Examen abgelegt haben. Mein Eindruck ist, dass diese Kolleginnen und Kollegen genauso wie die Jüngeren behandelt werden.

Arbeitsbedingungen

Mit dem Einstieg bei KPMG erhält man einen modernen Laptop. Was mir sehr gut gefällt ist, dass es eine Support-Hotline für Mitarbeiter gibt. Hier wird einem schnell geholfen, wenn z.B. der Laptop streikt oder man Fragen zur Reisekostenabrechnung hat.

Negativ ist jedoch, dass bei Mandanten die Arbeitsbedingungen teilweise sehr schlecht waren: Kleine Räume, wenig/kein Sonnenlicht etc. Seit Corona war ich jedoch bei keinem Mandanten mehr vor Ort.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Alles läuft digital, den Drucker braucht man nicht mehr. Ehrlich gesagt habe ich mich persönlich mit dem Thema aber nicht weiter beschäftigt, sodass ich hierzu kein fundiertes Urteil abgeben kann.

Gehalt/Sozialleistungen

Das Gehalt entspricht meiner Meinung nach nicht der Verantwortung, die man übernimmt. Als Prüfungsleiter ist man meistens der erste Ansprechpartner für die Mandanten, trifft selbständig Entscheidungen und unterstützt die Berufseinsteiger. Vor allem bei börsennotierten Mandaten herrscht ein ziemlicher Zeitdruck, man muss natürlich dennoch in kurzer Zeit gute Arbeitsergebnisse liefern.
Wie bereits angemerkt, werden auch Überstunden regelmäßig erwartet.

Das Gehalt geht jedoch stets pünktlich auf dem Konto ein.

Wirklich jeder meiner damaligen Kommilitonen, mit denen ich noch Kontakt habe, verdient mehr Geld als ich und hat einen entspannteren Job. Zum kommenden Quartalsende habe ich nun gekündigt, bei meinem neuen Arbeitgeber ist das Gehalt um 1/3 höher. Dies unterstreicht, dass mein jetziges Gehalt zu gering ist.

Image

Mein persönlicher Eindruck ist, dass KPMG ein sehr gutes Image hat. Auf den Karriereportalen werde ich regelmäßig von Headhuntern angeschrieben, bei meiner ab Juli neuen Stelle wurde explizit nach Bewerberinnen/Bewerbern mit Big4-Hintergrund gesucht.

Karriere/Weiterbildung

Sehr gut gefällt mir, dass es viele Schulungen gibt (online und vor Corona in Präsenz).

Grundsätzlich gibt es auch gute Aufstiegschancen. Im Bereich Wirtschaftsprüfung (Attestation) ist das WP-Examen jedoch ein absolutes Muss, wenn man Manager werden möchte. Schafft man das Examen nicht oder möchte es nicht ablegen, bleibt man für immer Prüfungsleiter. Bei entsprechender Eignung besteht noch die Möglichkeit in ein Fokus-Team zu wechseln und dort ggf. Manager zu werden.

Hier sind die Kollegen aus dem Consulting im Vorteil. Es zählen dort "nur" die Arbeitsleistung und ein guter Case, um Manager zu werden.

Arbeitgeber-Kommentar

Ulrike Jenssen, Abteilungsleiterin, Human Relations
Ulrike JenssenAbteilungsleiterin, Human Relations

Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast, Deinen Arbeitsalltag bei KPMG Revue passieren zu lassen. Wir freuen uns über die positive Rückmeldung und nehmen aber auch Deine Kritikpunkte ernst. Wir wünschen Dir viel Erfolg auf Deinem weiteren beruflichen Werdegang!

Viele Grüße nach Düsseldorf
Ulrike