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KPMG AG 
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Bewertung

Außen Hui - Innen Pfui.

2,2
Nicht empfohlen
Führungskraft / ManagementHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Recht / Steuern bei KPMG in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Wie ich hier einmal gelesen habe: "Naja, Gehalt wird pünktlich überwiesen".

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

S.o.

Verbesserungsvorschläge

Liebe HR-Kollegen, bitte spart euch den generischen Block mit Möglichkeit zur Kontaktaufnahme etc. Das Whitewashing muss euch doch selbst langsam peinlich sein.

Arbeitsatmosphäre

Früher kollegialer. Heute eher ein Hauen und Stechen.

Kommunikation

Katastrophal. Während die Belegschaft Kürzungen hinnehmen muss, kümmert sich der Vorstand um nichts anderes als bunte, lustige Videos über unsere Werte zu drehen. Haben wir gerade keine anderen Probleme?
Dass die Kommunikation der Führung komplett von den Erwartungen der Belegschaft abgekoppelt ist wurde bereits diskutiert. Ist etwas angekommen? Offenbar nicht.

Kollegenzusammenhalt

Jeder ist sich selbst der nächste. Das merkt man vor allem in der Führungsetage.

Work-Life-Balance

Früher hatte ich das Gefühl, dass sich Leistung bei KPMG lohnt. Durch die faire Abgeltung der Überstunden, die nach Bedarf auch ohne Widersprechen geleistet werden konnten (soll heissen, es gab keine formelle Bezahlung der Überstunden, faktisch aber ein "na schreib mal lieber nicht auf") wurde Mehrarbeit und Mehraufwand auch entsprechend honoriert.
Wie sich in der "Coronakrise" abzeichnet wird das wohl in Zukunft nicht mehr haltbar sein. Auf welchem Umweg man auch immer diese Sozialprivilegien lockern wird.

Vorgesetztenverhalten

S.o. zur Kommunikation, finde ich eine Katastrophe.
Vordergründig wird hier berichtet, dass KPMG doch so sozial sei (weil keine Kurzarbeit, weil keine Kündigungen). Liebe Kollegen, wir werden die "unternehmerischen Einschnitte" schon noch spüren.
Die Argumentation mit unternehmerischer Verantwortung ist angesichts des starken Kerngeschäfts der Gesellschaft jedenfalls dann nicht haltbar, wenn in guten Jahren Vorschläge zur Ergebnisthesaurierung als "Investitionsrücklage" strikt abgelehnt wurden und stattdessen die Vollausschüttung an die Partnerschaft bevorzugt würde.
Dann mit "unternehmerischer Verantwortung" zu kommen ist heuchlerisch.
Unternehmerische Verantwortung hätte in den letzten Jahren durch gezieltes Angehen der tatsächlichen Herausforderungen der Branche (Rotation @ Audit, Transformation @ IT, Regulatory @ Law etc.) angepackt werden müssen.
Die Sitze ganz oben sind aber offenbar einfach zu bequem, um dort um irgendwelche Verluste wirklich fürchten zu müssen.

Interessante Aufgaben

Ich gebe hier eine ehrliche Bewertung ab. Die Aufgaben sind interessant, das Arbeitsfeld sicher spannend.

Gleichberechtigung

Für mich nur 2 Sterne, weil aus einigen Bewegungen hinsichtlich der Beförderung eine Quotierung erkennbar wird, die Leistungsträger benachteiligt und für den schönen Schein (und die Lügen auf Social Media) Frauen bewusst bevorzugt.
Gleichberechtigung bedeutet nicht, Frauen besser zu stellen. Gleichberechtigung bedeutet, alle gleich und leistungsgerecht zu behandeln. Das wird mE. nicht erreicht.

Umgang mit älteren Kollegen

Im Quervergleich mit anderen AG zeigt sich in dieser Hinsicht KPMG tatsächlich relativ sozial.

Arbeitsbedingungen

Ob die bisherige Freiheit der Ausübung der Tätigkeiten bei KPMG durch die "New Reality" besser oder schlechter werden, vermag ich noch nicht zu beurteilen. Aus o.g. Gründen gehe ich aber immer von einem realistischen statt einem romantisierenden Bild aus.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ist schließlich wichtig für die Aussendarstellung.

Gehalt/Sozialleistungen

Ich stütze mich hier auf die Fragen.
Das Gehalt repräsentiert häufig nicht die Verantwortung. Wo am oberen Ende wie mit der Gieskanne verteilt wird, sind die operativ an der Leistungserbringung beteiligten Mitarbeiter in der Regel diejenigen, bei denen schnell die Schraube zugedreht wird.
Durch das in absoluten Maßstäben eklatante Missverhältnis zwischen Leistung und Vergütung sind relative Veränderungen "im selben Maß" kaum zu rechtfertigen.
Ich hoffe wenigstens, dass die Krise KPMG wieder dazu bewegt, sich am Bewerbermarkt die vielversprechenderen Kandidaten herauszupicken.
Sozialleistungen sind allenfalls vom Betriebsrat hart errungen. Ich sehe hier definitiv keine altruistischen Auswüchse und freiwillige Zugeständnisse.

Image

Kann ich nicht beurteilen.

Karriere/Weiterbildung

Nach inzwischen doch vielen Jahren Zugehörigkeit hat man so einige Karrieren beobachtet. Deutlich wird, dass nicht nach Leistung oder Engagement gefördert wird, sondern vor allem "nach Schnauze". Nicht falschverstehen: Nicht derjenige, mit dem besten Verhandlungsgeschick gewinnt.
Sondern die Schönredner und Mitläufer, welche sich auch unter persönlichen Opfern in visible Rollen drängen.

Arbeitgeber-Kommentar

Ulrike Jenssen, Abteilungsleiterin, Human Relations
Ulrike JenssenAbteilungsleiterin, Human Relations

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein differenziertes und ausführliches Feedback genommen hast.

Es ist bedauerlich, dass Dich angesichts Deiner augenscheinlich langen Zugehörigkeit zu KPMG eine große Unzufriedenheit umtreibt. Eine offene und dialogorientierte Feedbackkultur ist eines der herausragenden Merkmale, die unsere Kultur auszeichnet. Umso wichtiger ist es, dass diese auch gelebt wird, um Ideen einzubringen und auch umzusetzen. Gerade unseren Führungskräften und Managern kommt eine herausgehobene Verantwortung in der Gestaltung von Kultur, Prozessen und Arbeitsalltag zu.

Wir möchten Dich ermutigen, diesen Spielraum auch zu nutzen und zu Deinen konkreten Verbesserungsvorschlägen direkt in den Austausch zu gehen.

Viele Grüße nach München,
Ulrike Jenssen