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KPMG AG 
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Bewertung

Toller Arbeitgeber, aber ...

3,3
Empfohlen
Ex-Führungskraft / ManagementHat bei KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Düsseldorf gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Teamzusammenhalt, Vielfältigkeit der Möglichkeiten, sehr einfache Möglichkeit, innerhalb der Niederlassungen in Deutschland zu wechseln.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

chronische Unterbesetzung, immer viel mehr Arbeit als Ressourcen, relativ schlechte Bezahlung, Vorstand handelt immer nur auf Sicht, erforderliche langfristige Änderungen werden gescheut, da dies immer zu Lasten der aktuellen Tantieme geht.

Verbesserungsvorschläge

langfristiger denken, Gehaltsungleichgewicht zwischen jungen und älteren MItarbeitenden dramatisch verringern, viel mehr Gewicht auf variable Vergütung legen (wenn der Unterschied zwischen schlechter und Top-Leistung nur 5-10% Jahresgehalt ausmacht dann lege ich lieber die Füße hoch und um 17 Uhr Feierabend). Beförderungsmöglichkeiten bei guter Leistung auch ohne konkreten business-case im aktuellen Jahr. Nicht alles auf Umsatz und DB ausrichten, es gibt auch noch andere, ggf. wichtigere KPI (Weiterentwicklung von Mitarbeitern, Führungsfähigkeiten, Mandantenbindung, ...).

Teilzeit (gerade bei Partner und Managern) bedeutet häufig nur Teilzeit-Gehalt bei gleich viel Arbeit.

Arbeitsatmosphäre

betrifft nicht die Corona-Zeit!: grds. gute und offene Atmosphäre, aber fast immer Zeit- und Budgetdruck, keine Zeit mehr, sich links und rechts zu orientieren, junge Leute auszubilden, eigene Ideen zu entwickeln. Man hat grds. immer mehr Aufgaben als Zeit.

Kommunikation

Es wird von der Führungsetage nur das Nötigste kommuniziert, dies häufig noch zu spät und kaum nachvollziehbar, jedenfalls war es häufig mit meinen Arbeitserfahrungen nicht kompatibel.

Kollegenzusammenhalt

vor Corona: grds. sehr gut, jeder hilft jedem, soweit es eben geht. In der Coronazeit unter bekannten Mitarbeitenden weiterhin sehr gut, schwierig aber für neue Mitarbeitende

Work-Life-Balance

positiv in einigen Bereichen: Überstunden aus der "busy season" können in der "low season" ausgeglichen werden und mehr als 3 Wochen Urlaub am Stück sind kein Problem. Durch Überstunden kann man sich einen Freizeitanspruch von deutlich mehr als 6 Wochen pro Jahr erarbeiten. Wenn es jedoch keine low season gibt dann war es das mit work-life balance.

Vorgesetztenverhalten

Vorgesetzte sind idR selber nur fachlich ausgebildet, Personalführungskompetenzen haben die wenigsten. Jeder kämpft sich durch so gut es geht. Die persönliche Entwicklung und Belohnung ist maßgeblich davon abhängig, für wen man arbeitet/arbeiten muss. Zudem häufig komplette Trennung von personalverantwortlicher Führungskraft und den Personen, für die man arbeitet.

Interessante Aufgaben

Ich kann mir keine Unternehmen vorstellen, in dem man mehr Flexibilität bzgl. verschiedener Aufgaben hat.

Gleichberechtigung

soweit ich das beurteilen kann sind grds. alle gleichberechtigt und es wird auch so gelebt. Faktisch machen aber immer nur diejenigen Karriere, für die der job unumstritten an erster Stelle steht und alles inklusive Familie dahinter. Also Vollzeitkräfte ohne Kinderbetreuungsverpflichtung oder sonstige Verpflichtungen im privaten Tagesgeschäft (kochen, putzen, einkaufen, ...), typischerweise also eine kinderlose Frau oder ein verheirateter Mann mit einer Hausfrau als Partnerin). Hier und da wird eine Ausnahme im intranet präsentiert um darzustellen, dass es auch anders geht.

Umgang mit älteren Kollegen

Ist ein Für und Wider und grds. nicht nur ein KPMG-Problem. Das Gehalt orientiert sich kaum an der Leistung, sondern am Alter, was für Unmut bei jungen Mitarbeitenden und beim Arbeitgeber sorgt. Bisher kaum erkannt, dass ältere Mitarbeitende häufig aber die Konstante im Team sind und die Bindung zum Kunden darstellen.

Arbeitsbedingungen

Büros sind grds. gut und homeworking technisch problemlos möglich. Die Zunahme an open-space ist aber eine völlige Fehlentwicklung.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Viel blabla, aber keine echte Änderung. Wenn etwas umweltverträglich umsetzbar ist wird es auch angeboten, aber es wird nichts unterlassen, bloß weil es umweltschädlich ist. Sonst könnte man ja einfach innerdeutsche Flüge verbieten etc.

Gehalt/Sozialleistungen

Gehalt ergibt sich nicht aus Leistung sondern aus Alter/Betriebszugehörigkeit. Trotzdem werden die heute jungen Mitarbeitenden nie das Gehalt der älteren Mitarbeitenden erreichen. Der variable Faktor ist viel zu niedrig und wenn man es anpassen wollte ginge es nur bei den Jüngeren. Sozialleistungen sind ok, aber auch nicht überragend. Das Firmenwagenmodell ist ein Volldesaster und dürfte eigentlich gar nicht erwähnt werden. Überstunden werden schlechter bezahlt als reguläre Stunden (1 Überstunden = 1/173 Monatsgehalt, faktisch muss für ein Monatsgehalt aber nie 173 Stunden gearbeitet werden).

Image

aus meiner Sicht (immer noch) gut bis sehr gut.

Karriere/Weiterbildung

intern schwierig und mit viel Glück verbunden. KPMG im Lebenslauf gibt aber außerhalb ein gutes Bild ab und ist karrierefördernd. Die interne Weiterbildung beschränkt sich auf die Fachbereiche, es bleibt keine Zeit für Themen außerhalb des eigenen Bereichs. Berufsexamen werden finanziell unterstützt.

Arbeitgeber-Kommentar

Ulrike Jenssen, Abteilungsleiterin, Human Relations
Ulrike JenssenAbteilungsleiterin, Human Relations

Liebe ehemalige Kollegin, lieber ehemaliger Kollege,

es freut uns sehr, dass Du Dir die Zeit genommen hast Deine Zeit bei KPMG so ausführlich Revue passieren zu lassen. Wir wissen Deine lobenden Worte sehr zu schätzen und freuen uns, dass Du eine spannende und lehrreiche Zeit bei uns hattest. Deine Verbesserungsvorschläge nehmen wir sehr ernst und danken Dir, dass Du diese so detailliert beschrieben hast.

Wir wünschen Dir alles Gute auf Deinem weiteren beruflichen Werdegang!

Viele Grüße nach Düsseldorf
Ulrike Jenssen