Unterm Strich ein Arbeitgeber mit viel Potenzial – fachlich stark, intern aber mit deutlichem Verbesserungsbedarf.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die fachlich abwechslungsreichen und interessanten Aufgaben, insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien, haben mir sehr gut gefallen. Eigenständiges Arbeiten und die Übernahme von Verantwortung waren möglich. Positiv waren für mich außerdem die Homeoffice-Möglichkeiten, die Zusammenarbeit mit vielen Kollegen und der fachliche Austausch innerhalb des Unternehmens. Krannich ist zudem ein etablierter Name in der Solarbranche und bietet grundsätzlich viele Möglichkeiten, sich fachlich weiterzuentwickeln.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Problematisch empfand ich vor allem den Umgang mit dauerhaft hoher Arbeitsbelastung. Wiederholt angesprochene Themen führten aus meiner Sicht nicht immer zu den notwendigen Entscheidungen oder nachhaltigen Veränderungen. Teilweise fehlten klare Prioritäten, Zuständigkeiten und eine verbindliche Kommunikation. Dadurch blieb zusätzliche Arbeit häufig bei einzelnen Mitarbeitern hängen. Auch das Verhältnis zwischen gewachsener Verantwortung, Leistung und Vergütung habe ich zuletzt nicht mehr als passend empfunden.
Verbesserungsvorschläge
Überlastung und wiederholt angesprochene Probleme sollten früher ernst genommen und mit konkreten Maßnahmen beantwortet werden. Dazu gehören eine realistische Personal- und Ressourcenplanung, klare Prioritäten sowie eindeutig geregelte Zuständigkeiten. Auch die Kommunikation zwischen Mitarbeitern, Teamleitung und übergeordneten Führungsebenen könnte verbindlicher und transparenter sein. Mitarbeiter, die zusätzliche Verantwortung übernehmen und sich fachlich weiterentwickeln, sollten zudem eine nachvollziehbare Perspektive hinsichtlich Position und Vergütung erhalten.
Nachtrag zur Stellungnahme des Arbeitgebers (Oktober 2026):
Vielen Dank für die Rückmeldung. Den Hinweis, dass Mitarbeitende bei anhaltenden Problemen den Austausch mit HR suchen sollten, möchte ich allerdings einordnen.
Die angesprochenen Belastungen und Kommunikationsprobleme wurden bereits mehrfach intern thematisiert. Aus meiner Sicht sollte es nicht allein Aufgabe der Mitarbeitenden sein, bekannte Probleme immer weiter zu eskalieren.
Dass inzwischen Verbesserungen stattgefunden haben sollen, ist erfreulich. Welche konkreten Maßnahmen umgesetzt wurden, bleibt in der Stellungnahme allerdings offen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war insgesamt wechselhaft. Die Aufgaben selbst haben mir viel Spaß gemacht und eigenständiges Arbeiten war grundsätzlich möglich. Bei hoher Auslastung und fehlenden Ressourcen entstand jedoch regelmäßig unnötiger Druck. Gerade bei dauerhaft hoher Belastung hätte ich mir mehr Unterstützung und klarere Prioritäten gewünscht.
Image
Krannich Solar ist in der Branche ein etablierter und bekannter Name und genießt bei vielen Kunden und Marktpartnern einen guten Ruf. Das externe Image habe ich insgesamt positiver wahrgenommen als manche internen Strukturen und Abläufe.
Work-Life-Balance
Durch die Möglichkeit zum Homeoffice grundsätzlich gut. Gleichzeitig führte die hohe Arbeitsbelastung in meinem Bereich teilweise dazu, dass die Vorteile des Homeoffice relativiert wurden. Bei ausreichender Personalbesetzung und besserer Priorisierung hätte die Work-Life-Balance deutlich besser ausfallen können.
Karriere/Weiterbildung
Fachlich konnte ich mich sehr gut weiterentwickeln, insbesondere durch die vielseitigen Aufgaben und die Möglichkeit, eigenständig Verantwortung zu übernehmen. Weiterbildung wurde grundsätzlich ermöglicht. Noch besser wären klar definierte Entwicklungspfade und Perspektiven für Mitarbeiter, die fachlich und hinsichtlich ihrer Verantwortung deutlich über ihre ursprüngliche Position hinauswachsen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfand ich gemessen an Verantwortung, Aufgabenbreite, technischem Know-how und Arbeitsbelastung als nicht ausreichend marktgerecht. Gerade wenn sich Aufgaben und Verantwortung deutlich weiterentwickeln, sollte sich dies auch entsprechend in der Vergütung widerspiegeln. Die Möglichkeiten für größere Gehaltsentwicklungen waren aus meiner Sicht begrenzt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Durch die Tätigkeit im Bereich erneuerbare Energien ist Nachhaltigkeit bereits ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells. Das Unternehmen ist hier grundsätzlich gut aufgestellt. Bei einzelnen internen Abläufen besteht aus meiner Sicht dennoch Potenzial, den Nachhaltigkeitsgedanken noch konsequenter umzusetzen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt war stark abhängig von den einzelnen Personen und Bereichen. Mit einigen Kollegen war die Zusammenarbeit sehr gut und unkompliziert. Gleichzeitig hatte ich teilweise den Eindruck, dass bei hoher Arbeitsbelastung Aufgaben eher weitergegeben als gemeinsam gelöst wurden. Ein stärkeres bereichsübergreifendes Verständnis und klarere Verantwortlichkeiten würden hier helfen.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit langjährigen und älteren Kollegen war nach meiner Wahrnehmung wertschätzend. Erfahrung und Fachwissen werden grundsätzlich anerkannt.
Vorgesetztenverhalten
Hier sehe ich das größte Verbesserungspotenzial. Wiederholt angesprochene Überlastung und organisatorische Probleme führten aus meiner Sicht nicht ausreichend zu nachhaltigen Veränderungen. Teilweise fehlten klare Entscheidungen, Prioritäten und Unterstützung. Von Führungskräften wünsche ich mir, dass Probleme frühzeitig aufgenommen, Entscheidungen transparent getroffen und Mitarbeiter bei dauerhaft hoher Belastung aktiv unterstützt werden.
Arbeitsbedingungen
Die Möglichkeit zum Homeoffice war für mich grundsätzlich ein großer Pluspunkt. Die tatsächlichen Arbeitsbedingungen wurden allerdings durch eine dauerhaft hohe Arbeitsbelastung, fehlende Ressourcen und teilweise unklare Prozesse deutlich beeinträchtigt. Wenn dauerhaft mehr Aufgaben vorhanden sind, als mit der vorhandenen Besetzung sinnvoll bewältigt werden können, hilft auch eine grundsätzlich flexible Arbeitsumgebung nur begrenzt.
Kommunikation
Die Kommunikation war aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte. Entscheidungen, Zuständigkeiten und Prioritäten waren teilweise nicht ausreichend klar bzw. wurden zu spät kommuniziert. Themen mussten häufig mehrfach angesprochen werden, bevor eine verbindliche Aussage oder Entscheidung getroffen wurde. Gerade zwischen Mitarbeitern, Teamleitung und übergeordneten Führungsebenen besteht hier Verbesserungspotenzial.
Gleichberechtigung
In diesem Punkt habe ich keine negativen Erfahrungen gemacht. Unabhängig von Geschlecht oder persönlichem Hintergrund hatte ich den Eindruck, dass Mitarbeiter grundsätzlich gleich behandelt werden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren abwechslungsreich, technisch anspruchsvoll und für mich der mit Abstand positivste Punkt. Besonders die Arbeit rund um PV, Gewerbespeicher, technische Beratung, Projektierung, Inbetriebnahme und die Unterstützung von Kunden und Vertrieb bot viel Abwechslung und Möglichkeiten, sich fachlich weiterzuentwickeln.


