Wie eine Telenovela, die Geschichten glaubt einem keiner und übertrumpfen sich selbst. Leider ohne Happy End.
Arbeitsatmosphäre
Seit ca. Q1 2024 ging es bergab mit der Atmosphäre.
Hier könnte ein Handbuch zum Thema Mikromanagement geschrieben werden.
Work-Life-Balance
Ist abhängig von Team und Führungskraft. Grundsätzlich viel Flexibilität auch bei Kindkrank.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Eins muss man den Eigentümern zugestehen, sie sind wirkliche Ökos und haben (meiner Einschätzung nach) vor vielen Jahren mit Solar angefangen, weil sie was Gutes Grünes tun wollten.
Vor Ort gibt es Fairtrade Kaffee, Kakao und Tee.
Die E-Auto-Ladestationen stehen nur dem C-Level und den firmeneigenen Fahrzeugen zur Verfügung, nicht den "normalen" Mitarbeitenden.
Kollegenzusammenhalt
Ist sehr abhängig vom Team. Über meine Kollegen kann ich nichts schlechtes sagen.
Aber die allgemeine Stimmung u.A. Willkür, mangelnde Wertschätzung von der GF hat natürlich langsam aber sicher auch die Stimmung der Menschen gedrückt. Und vor allem sind SO viele Menschen freiwillig gegangen. Sowohl Leute die schon lange da waren (10 Jahre+), aber auch Menschen die neu eingestellt wurden und es teilweise kein Jahr ausgehalten haben. Und wenn vor allem die Wissensträger gehen, macht es die Arbeit für die Dageblieben ja auch nicht einfacher.
Umgang mit älteren Kollegen
Das ist für mich der schmerzhafteste Punkt ehrlicherweise. In Q2 +Q3 2024 wurde viel GFseitig getan, um langjährige (10 Jahre +) Führungskräfte rauszuekeln. Es ist völlig okay, wenn man zu der Einsicht kommt, dass es nicht mehr passt. Veränderungen sind Teil des (Berufs-)Lebens. Aber den Menschen dann ihre Aufgaben und Verantwortungen wegzunehmen und nicht mit ihnen zu Reden in der Hoffnung, dass man keine Abfindung zahlen muss und sie schon irgendwann selber gehen werden, ist einfach nur respektlos. "Witzigerweise" tun sie das gleiche jetzt mit anderen Führungskräften seit Q3 2025.
Das schlimmste was dieses Unternehmen einem antut ist einem vor Augen zu führen, dass es sich überhaupt nicht lohnt bei der Arbeit mehr als Dienst nach Vorschrift zu tun, Überstunden oder Engagement zu zeigen. Denn es wird nicht gesehen, dass das Unternehmen auch erfolgreich geworden ist, weil diese Leute sich das Popöchen aufgerissen haben.
Vorgesetztenverhalten
Entscheidungen werden alle 72 Stunden umgeschmissen, Mitarbeitende werden nicht mit einbezogen. Obwohl es ein familiengeführtes Unternehmen (die flachen Hierarchien werden hier immer gerne betont) ist, ist es erschreckend wie wenig einen die MA interessieren. Diese sind ja bekanntlich austauschbar. Hier klafft vor allem das Selbstbild und die gelebten Taten auseinander.
Außerdem die zwischenzeitlich eingestellte C-Level-Position, der der Meinung war, wirklich alle Themenfelder selber besser zu können von Vertrieb über Einkauf bis am Ende auch Marketing. Es ist auch erschreckend, wie viele Leute vor allem freiwillig (auch) seinetwegen gegangen sind oder gehen mussten. Uni-Abschlüsse haben dann mehr gezählt als die Tatsache, dass die MA jene Aufgaben schon seit über 10 Jahren gut erledigt haben. Und die Eigentümer haben das einfach toleriert und (für alle unbegreiflich) seine Meinung über die der langjährigen Kollegen gestellt.
Es gibt kein Feedback. Häufig hat man Aufgaben erhalten, die Aufgabe erledigt und wenn man dann die Ergebnisse teilen wollte, bestand kein Interesse mehr. Also hat man für den Papierkorb gearbeitet.
Arbeitsbedingungen
IT-Ausstattung ist gut, auch das Home-Office-Equipment. Es gibt teilweise höhenverstellbare Tische.
Man arbeitet in einer alten Schule, ist zwar nicht chic und cool, hat aber irgendwie seinen Charme.
Kommunikation
Schwierig. Es wurden halbjährige Townhall-Meetings eingeführt. Die sind zwar nett, aber wie in den meisten Unternehmen gehen sie auch an der (gefühlten) Lebensrealität der MA vorbei.
Man muss sich seine Information sehr viel zusammen suchen, um überhaupt seinen Aufgaben nachgehen zu können.
Ein paar Stunden bei einem "Kommunikation für Führungskräfte"-Coach wären eine sehr gute Investition, denn Worte haben Macht. Vor allem sollte den Führungskräften klar sein, dass MA sich Gedanken machen und Gesagtes ernst nehmen. Einfach dahin Gesagtes geht nicht in der Position.
Es wird sich über den Flurfunk beschwert, aber wenn es sonst kaum Informationsübertragung gibt, braucht man sich nicht wundern. Außerdem passieren viel zu wilde Dinge.
Gehalt/Benefits
HR hat einen validen Punkt, dass die Margen im Handel kleiner sind und man nicht mit den Goßen in der Umgebung mitspielen kann. Aber selbst als aufgrund der weltpolitischen Lage das Geschäft geboomt hat, die MA Überstunden ohne Ende gemacht haben und die Margen crazy waren, haben die MA davon nicht über das Normale profitiert.
Auch spannend ist, dass bei den Gehältern gespart wird aber dafür sehr viel Geld für (natürlich nur die besten) Berater/Anwälte ausgegeben wird für Arbeit, die eigentlich auch inhouse geschehen kann.
Außerdem musste teilweise über bereits vereinbarte Boni diskutiert werden. Sehr unangenehm.


