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Bewertung

Fehlende Entwicklung war schon enttäuschend und der massive Wandel der Führungskultur hat am Ende den Rest gegeben

1,9
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr bei Krannich Group GmbH in Weil der Stadt gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice waren sehr gut und unkompliziert möglich. Auch die Zusammenarbeit mit vielen Kolleginnen und Kollegen habe ich lange als sehr positiv erlebt. Die IT-Ausstattung war ebenfalls hervorragend. Das Geschäftsfeld rund um die Energiewende bietet sinnvolle und spannende Aufgaben und hat für mich persönlich einen hohen Stellenwert. Gerade deshalb finde ich die kulturelle Entwicklung des Unternehmens besonders schade.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Vor allem die Entwicklung der Führungs- und Unternehmenskultur. Aus einem für mich früher kollegialen, vertrauensvollen und lösungsorientierten Umfeld wurde zunehmend eine Kultur, die von wirtschaftlichem Druck, Hierarchie, Unsicherheit und persönlicher Absicherung geprägt war.

Besonders enttäuschend fand ich die fehlende Rückendeckung in entscheidenden Situationen. Gemeinsam über Monate erarbeitete und zuvor unterstützte Positionen wurden teilweise nicht mehr vertreten, sobald Gegenwind von höheren Führungsebenen kam. Als verantwortlicher Mitarbeiter steht man dann plötzlich alleine da.

Hinzu kommt eine aus meiner Sicht sehr sprunghafte strategische Ausrichtung. Mehrere Projekte wurden nach erheblichem Arbeitsaufwand aufgrund übergeordneter Entscheidungen beendet oder vollständig verworfen. Strategien können und müssen sich ändern. Problematisch fand ich, dass bei mir zunehmend der Eindruck entstand, dass auch Projektergebnisse in die persönliche Leistungsbewertung einflossen, deren Ursachen wesentlich außerhalb des eigenen Einflussbereichs lagen.

Insgesamt fehlten mir zunehmend Vertrauen, Verlässlichkeit, transparente Entscheidungen und echte Entwicklungsperspektiven. Dazu kamen aus meiner Sicht ein unterdurchschnittliches Gehaltsniveau mit sehr begrenzter Gehaltsentwicklung sowie fehlende individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten und wenig nachvollziehbare Karriereperspektiven.

Besonders bedauerlich finde ich, wie viele gute und erfahrene Mitarbeitende das Unternehmen in dieser Phase verlassen haben oder verlassen mussten. Das Unternehmen, das ich verlassen habe, hatte kulturell nur noch wenig mit dem Arbeitgeber gemeinsam, bei dem ich einmal gerne angefangen hatte.

Verbesserungsvorschläge

Die Unternehmenskultur wieder stärker in den Mittelpunkt stellen. Aus meiner Sicht braucht es weniger Absicherung und Entscheidungen rein entlang von Hierarchien und wieder mehr Vertrauen, offene Diskussionen und Rückendeckung. Führungskräfte sollten auch bei Gegenwind zu gemeinsam erarbeiteten Positionen stehen. Wirtschaftlichkeit ist wichtig, darf aber nicht dazu führen, dass langfristige, strategische und qualitative Aspekte kaum noch Gewicht haben.

Gleichzeitig sollte Verantwortung tatsächlich dorthin gegeben werden, wo sie hingehört. Wer Mitarbeitende führt und deren Leistung beurteilt, sollte beispielsweise über ein eigenes Weiterbildungsbudget verfügen und innerhalb dieses Rahmens individuelle Weiterbildungen selbst ermöglichen können. Allgemeine Lernplattformen und Standardschulungen ersetzen keine gezielte Personalentwicklung.

Ähnliches gilt für die Gehaltsentwicklung. Statt sehr enger zentraler Vorgaben und Einzelfallentscheidungen auf höchster Ebene wäre ein transparentes Budget je Verantwortungsbereich sinnvoll, über das Führungskräfte anhand von Leistung, Entwicklung und Verantwortung entscheiden können.

Vor allem sollte offen und selbstkritisch hinterfragt werden, warum so viele gute und erfahrene Mitarbeitende das Unternehmen verlassen haben oder verlassen mussten und warum die Kultur von vielen Beschäftigten inzwischen so kritisch wahrgenommen wird. Unternehmenskultur lässt sich nicht durch Leitbilder oder Kommunikation verbessern. Entscheidend ist, welches Verhalten die Führung im Alltag tatsächlich vorlebt.

Arbeitsatmosphäre

Zu Beginn meiner Zeit im Unternehmen habe ich die Atmosphäre noch deutlich positiver erlebt. Mit Veränderungen auf Führungsebene hat sich die Kultur aus meiner Sicht jedoch massiv verschlechtert. Zunehmender Druck und Unsicherheit haben aus meiner Wahrnehmung das früher kollegiale und lösungsorientierte Miteinander stark verändert. Gegen Ende war von der Atmosphäre, die ich zu Beginn geschätzt hatte, nicht mehr viel übrig.

Image

Das Unternehmen hat sich während meiner Zeit dort stark verändert. Zu Beginn habe ich die Kultur und das Miteinander deutlich positiver erlebt. Mit Veränderungen auf Führungsebene und zunehmendem wirtschaftlichem Druck hat sich dieses Bild für mich grundlegend gewandelt. Auch der Weggang und die Trennung von mehreren langjährigen und erfahrenen Mitarbeitenden haben mein Bild des Unternehmens negativ geprägt. Besonders schade finde ich, dass von der früheren Kultur und dem positiven Bild, das ich einmal vom Unternehmen hatte, aus meiner Sicht nur noch wenig übrig geblieben ist.

Work-Life-Balance

Die Rahmenbedingungen mit Homeoffice und sehr flexiblen Arbeitszeiten waren grundsätzlich gut. Die zunehmend belastende Unternehmenskultur hat sich für mich allerdings stark ins Privatleben übertragen. Die Situation im Unternehmen war auch nach Feierabend regelmäßig Thema – gedanklich und in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen. Wenn Arbeit und Unternehmenskultur dauerhaft über den Feierabend hinaus beschäftigen, leidet trotz guter formaler Rahmenbedingungen die Work-Life-Balance.

Karriere/Weiterbildung

Für mich einer der größten Kritikpunkte. Trotz wiederholter Gespräche habe ich keine zu meiner Rolle und meinem Erfahrungsstand passende individuelle Weiterbildung erhalten. Allgemeine Lernplattformen und standardisierte Angebote waren zwar vorhanden, ersetzten für mich aber keine gezielte Weiterentwicklung. Eine konkret gewünschte und fachlich begründete Weiterbildung wurde trotz mehrfacher Gespräche letztlich nicht ermöglicht. Auch bei der Karriereentwicklung fehlten mir transparente Kriterien und eine belastbare Perspektive.

Gehalt/Benefits

Nach meinen Vergleichen mit marktüblichen Gehältern empfinde ich das Gehaltsniveau für vergleichbare Positionen und entsprechende Berufserfahrung als eher unterdurchschnittlich. Im Bewerbungsprozess und auch danach wurde mir mehrfach vermittelt, dass mein Einstiegsgehalt für das Unternehmen bereits sehr gut bzw. überdurchschnittlich sei. Mit zunehmendem Einblick innerhalb des Unternehmens entstand jedoch ein deutlich anderes Bild. Auch die weitere Gehaltsentwicklung fiel sehr überschaubar aus und konnte teilweise nicht einmal mit der allgemeinen Preisentwicklung Schritt halten. Die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Vergütung und ihrer internen Darstellung empfand ich rückblickend als enttäuschend.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nachhaltigkeit gehört durch das Geschäftsfeld naturgemäß zum Unternehmen. Umso enttäuschender fand ich, dass Vorschläge zur Förderung nachhaltiger Mobilität für Mitarbeitende aus meiner Sicht nur begrenzt aufgegriffen wurden. Lademöglichkeiten wurden zwar geschaffen, standen nach meiner Wahrnehmung jedoch nicht in vergleichbarer Weise allen Mitarbeitenden zur Verfügung. Gerade bei einem Unternehmen, das selbst Lösungen rund um Photovoltaik und E-Mobilität vertreibt, hätte ich mir hier mehr Vorbildfunktion und Lösungsorientierung gewünscht.

Kollegenzusammenhalt

Auf persönlicher Ebene habe ich mit vielen Kolleginnen und Kollegen sehr gerne zusammengearbeitet und viel gegenseitige Unterstützung erlebt. Unter zunehmendem Druck von oben wurde der Zusammenhalt allerdings spürbar schwieriger. Gerade in kritischen Situationen hatte ich teilweise den Eindruck, dass persönliche Absicherung wichtiger wurde als gemeinsam vertretene Positionen.

Umgang mit älteren Kollegen

Eine Benachteiligung allein aufgrund des Alters habe ich nicht wahrgenommen. Kritisch sehe ich allerdings den Umgang mit teilweise sehr langjährigen und erfahrenen Mitarbeitenden. Auch Personen, die das Unternehmen über viele Jahre mit aufgebaut und geprägt hatten, waren von Trennungen und Umstrukturierungen betroffen. Langjährige Betriebszugehörigkeit schien dabei nur begrenzt zu schützen.

Vorgesetztenverhalten

Sehr unterschiedlich und stark von der jeweiligen Führungskraft abhängig. Einzelne Führungskräfte habe ich durchaus positiv erlebt. Auf höheren Führungsebenen fehlten mir jedoch zunehmend Rückendeckung, Verlässlichkeit und eine konstruktive Fehler- und Entscheidungskultur. Besonders schwierig fand ich, wenn Ergebnisse eingefordert wurden, obwohl wesentliche Rahmenbedingungen und strategische Entscheidungen außerhalb des eigenen Einflussbereichs lagen.

Arbeitsbedingungen

Technische Ausstattung, Homeoffice und flexible Arbeitsmöglichkeiten waren grundsätzlich gut. Die eigentlichen Probleme lagen für mich weniger in den materiellen Arbeitsbedingungen als in Führung, Kommunikation und Unternehmenskultur.

Kommunikation

Entscheidungen waren häufig nur schwer nachvollziehbar und wurden teilweise erst kommuniziert, nachdem bereits viel Zeit und Arbeit investiert worden war. Besonders problematisch fand ich, dass Positionen und Vorhaben im Arbeitsalltag Unterstützung fanden, diese Rückendeckung in entscheidenden Runden aber plötzlich nicht mehr vorhanden war. Offene und verlässliche Kommunikation sieht für mich anders aus.

Gleichberechtigung

Eine systematische Benachteiligung aufgrund des Geschlechts habe ich persönlich nicht wahrgenommen. Entscheidungen über Entwicklung und Führungspositionen waren für mich allerdings teilweise wenig transparent und die zugrunde gelegten Kriterien nicht immer nachvollziehbar.

Interessante Aufgaben

Grundsätzlich gab es interessante und anspruchsvolle Projekte mit viel Gestaltungspotenzial. Leider wurden mehrere Vorhaben nach erheblichem Arbeitsaufwand aufgrund veränderter strategischer Rahmenbedingungen wieder beendet. Das kann bei einzelnen Projekten vorkommen, wurde in der Häufung für mich aber sehr frustrierend. Besonders schwierig war, dass bei mir anschließend teilweise der Eindruck entstand, auch solche Ergebnisse würden meiner persönlichen Leistung zugerechnet.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.