Ein Arbeitgeber, dem es nicht gelingt, Zufriedenheit, Respekt und ein positives Miteinander zu schaffen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das solide Gehalt und der Zusammenhalt zwischen einigen Kolleginnen und Kollegen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mangelnder Respekt, mangelhafte Kommunikation, Gleichberechtigung nur als "Image-Booster".
Verbesserungsvorschläge
Eine Menge - anhand der einzelnen Kategorien können Schlüsse gezogen werden. In erster Linie Respekt für Mitarbeitende seitens der Führungskräfte, bessere Kommunikation und ein Wandel der Teamkultur.
Arbeitsatmosphäre
Eine feindselige Atmosphäre innerhalb des eigenen Teams - Mitarbeitende, die länger dabei sind, sprechen neuen Mitarbeitenden die Daseinsberechtigung ab. Scheinbar fühlt man sich bedroht.
Generell gilt - Kontrolle ist besser als Vertrauen. Auch unter Kolleg:innen derselben Hierarchiestufe. Kalender werden überprüft, Kolleg:innen angeschwärzt.
Image
Mitarbeitende mit längerer Betriebszugehörigkeit kritisieren tendenziell weniger und wirken zufriedener.
Work-Life-Balance
Ungern gesehen - Priorität sollte immer die Arbeit haben. Es wurde seitens einiger Führungskräfte stets der Kalender geprüft.
Karriere/Weiterbildung
Nur LinkedIn Learning als Fortbildungsplattform.
Gehalt/Benefits
Ein solides Gehalt für die Branche, wobei die Provision rein auf Teamleistung basiert und der individuelle Erfolg nicht honoriert wird.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Unterdurchschnittlich. Für diverse Termine, die auch Remote erfolgen könnten, reist eine Vielzahl an Mitarbeitenden extra an - teilweise für Termine von unter zwei Stunden , z.B. für ein Softwareupdate. Veranstaltungen werden unnötig in die Länge gezogen, sodass zusätzliche, überflüssige Übernachtungskosten anfallen.
Kollegenzusammenhalt
Wie oben angemerkt, innerhalb des Teams generell schlecht - bezogen auf Einzelne, die weniger erwünscht sind. Die wenigen, die unterstützen, machen es jedoch sehr gewissenhaft und erleichtern einem die Arbeit in dem Unternehmen - so fiel das ‚Durchhalten‘ manchmal etwas leichter.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Mitarbeitende und solche mit langer Betriebszugehörigkeit erfahren meinem Eindruck nach mehr Respekt und sind im Unternehmen gut aufgehoben.
Vorgesetztenverhalten
Qualifizierungsmaßnahmen für Vorgesetzte bleiben aus. Die Rede ist von ‚Leadership 2.0’, was das bedeutet, weiß man nicht so richtig. Die Art der Kommunikation ist respektlos und vermeintlich ‚lustig‘; Hierarchie wird gerne betont, indem Mitarbeitende als „drittklassig“ bezeichnet werden. Vorgesetzte lästern über ihre eigenen Mitarbeitende, teilweise sogar mit anderen Führungskräften. Darüber hinaus wird einem ans Herz gelegt, das Privatleben nicht allzu sehr zu priorisieren. In wenigen Fällen erfährt man seitens der Führungskräfte vereinzelt Empathie und Unterstützung - diese ist jedoch nicht viel Wert, wenn die obere Führungsetage andere Werte lebt.
Arbeitsbedingungen
Die Definition der Rolle wurde erst ein paar Monate nach Beginn der Tätigkeit in dem Unternehmen festgelegt - man startete also ohne eine klare Stellenbeschreibung. Ein Mindestmaß an Ausstattung wird erfüllt - Ausstattung des Home Office, Firmenwagen. Eine monatliche Home Office-Pauschale ermöglicht eine individuellere Ausstattung für zu Hause.
Kommunikation
Kommunikation ist generell kein Thema - Vorgesetzte suchen nicht den Kontakt mit eigenen Teammitgliedern, die Kommunikation beschränkt sich eher auf ein Pflicht-Mindestmaß. Kanäle für Kommunikation werden willkürlich gewählt - es gibt Leute, die aus Prinzip keine Nachrichten in Teams beantworten, obwohl es ein firmenweites Tool ist. Eine reflektierte und kritische Auseinandersetzung seitens der oberen Führungsetage mit Fällen von Kündigungen und Entlassungen in Form eines Dialogs wird vermieden - vielleicht würde sich daraus ja hilfreiche, konstruktive Kritik ergeben; da scheint aber seitens des Unternehmens und vor allem der Führungsetage kein Interesse zu bestehen.
Gleichberechtigung
Ein Mal im Jahr weht die Pride Flagge, am internationalen Frauentag wird ein Video auf LinkedIn gepostet und eine Diversity Keynote gehalten. Darüber hinaus gibt es keinerlei Bestrebungen - Maßnahmen in die Richtung werden eher belächelt. Gleichgesinnte sind eine Ausnahme; ein individuelles Engagement in der Richtung ist nicht erwünscht. Man traut sich nicht zu gendern, da auch das belächelt wird.
Interessante Aufgaben
Hier kann ich nur für meinen Bereich sprechen - eine sehr eintönige Arbeit mit wenig Abwechslung und Grundlage für das Angehen neuer Kunden.

