Versteckte Gehaltskürzungen, Schicht-Gängelung und Missachtung des Arbeitszeitgesetzes
Gut am Arbeitgeber finde ich
Gehalt kommt meistens pünktlich. Im Jahr 2026 kam es gleich 2 Monate nacheinander verspätet. Entschädigung? Vergiss es.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die monatelange administrative Odyssee, das Ignorieren von Gesetzen und die gezielte Gängelung, die man hier seit Februar durchmachen muss. Gesetzliche Vorgaben (wie das Arbeitszeitgesetz bezüglich der Ruhezeiten zum Hauptberuf) werden vom Management schlichtweg ignoriert. Wenn man versucht, das intern zu klären, läuft man gegen eine Wand. Sogar der Betriebsrat hat komplett weggeschaut und nichts unternommen, sodass man erst die Arbeitsschutzbehörde einschalten musste, damit überhaupt reagiert wird!
Seit die Behörde aktiv ist, wird man vom Hub-Management spürbar gegängelt. Die App sperrt plötzlich systemseitig die vertraglich gelebte Schichten-Untergrenze (2 Stunden). Statt diesen IT-Fehler intern zu lösen, wird das Problem komplett auf den Rider abgewälzt. Man wird mit automatisierten Copy-Paste-Mails abgespeist und trotz schriftlicher Verfügbarkeiten einfach unzulässig am Wochenende eingeteilt. Es herrscht die Mentalität: „Das Management hat immer recht, der Rider hat immer schuld.“ Erst bei massiver rechtlicher Gegenwehr knicken sie ein.
Hinzu kommt eine versteckte Gehaltskürzung: Der faire, leistungsbasierte Orderbonus wurde komplett gestrichen. Der neue Bonus für extreme Randzeiten ist für Arbeitnehmer im Nebenberuf aufgrund des Arbeitszeitgesetzes rechtlich überhaupt nicht fahrbar. Das System benachteiligt arbeitende Menschen im Nebenberuf massiv. Dieser wöchentliche Kampf um simpelste Rechte ist absolut untragbar.
Verbesserungsvorschläge
Haltet euch von selbst an geltende Gesetze und das Arbeitszeitgesetz, anstatt eure Mitarbeiter erst so weit zu schikanieren, bis diese die Arbeitsschutzbehörde einschalten müssen!
Schult eure Courier Coordinatoren dringend im Arbeitsrecht, damit persönliche Verfügbarkeiten und Verträge respektiert werden.
Schafft eine echte Fehlerkultur auf Augenhöhe: Wenn eure interne IT oder App Fehler macht, schiebt die Schuld nicht reflexartig auf den Arbeitnehmer ab.
Arbeitsatmosphäre
Extrem belastend und von administrativem Misstrauen geprägt. Man hat ständig das Gefühl, gegen das System ankämpfen zu müssen, anstatt einfach seine Arbeit zu machen. Vereinbarungen werden ignoriert, bis man den Betriebsrat einschaltet (der dann auch nicht immer tätig wird)
Kommunikation
Eine Katastrophe. Auf individuelle Anliegen oder vertragliche Absprachen wird überhaupt nicht eingegangen. Stattdessen erhält man vom Support oder den Coordinatoren nur vorgefertigte Copy-Paste-Textbausteine, die zeigen, dass die eigenen Mails nicht einmal richtig gelesen wurden. Telefonische Erreichbarkeit ist reine Glückssache.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Fahrern (Ridern) ist der Zusammenhalt meistens gut, aber durch die mangelhafte Organisation und die ständigen Fehler der Disposition entsteht eine allgemeine Frustration, die das gesamte Arbeitsklima im Hub massiv vergiftet.
Work-Life-Balance
Absolut unzuverlässig, besonders für Mitarbeiter im Nebenberuf. Verfügbarkeiten werden bei der Schichtplanung willkürlich missachtet (z. B. Einplanung am Wochenende trotz gegenteiliger Meldung). Systemseitige App-Sperren bei den Schicht-Untergrenzen zwingen einen regelrecht dazu, wöchentlich um seine vertraglichen Rechte zu kämpfen.
Vorgesetztenverhalten
Völlig unprofessionell und konfliktscheu. Es wird versucht, berechtigte Mitarbeiteranliegen auszusitzen oder mit standardisierten Massen-E-Mails abzuspeisen. Erst wenn man hieb- und stichfeste Fakten liefert oder externe Stellen einschaltet, knicken die Coordinatoren ein und korrigieren ihre eigenen Planungsfehler. Absprachen werden erst ignoriert, dann wird bei Gegenwind direkt zurückgerudert.
Interessante Aufgaben
Reines Ausliefern von Essen von A nach B, was völlig in Ordnung ist. Allerdings wird jede Dynamik oder Flexibilität durch die fehlerhafte, starre und fehleranfällige Schichtplanung im Keim erstickt. Der administrative Stress überschattet die eigentliche Arbeit massiv.
Gleichberechtigung
Mitarbeiter, die ihre Rechte kennen, den Mund aufmachen oder aufgrund eines Hauptberufs feste Verfügbarkeiten brauchen, werden bei der Planung spürbar benachteiligt oder durch systemseitige App-Sperren blockiert. Erst nach massivem, schriftlichem Druck wird man wieder fair und vertragskonform behandelt.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Job ist körperlich fordernd, weshalb die Belegschaft naturgemäß eher jünger ist. Soweit man das im Hub und auf der Straße beurteilen kann, wird hier aber kein Unterschied gemacht
Arbeitsbedingungen
Technisch mangelhaft betreut. Die genutzte Scoober-App wird willkürlich so eingestellt, dass Mindestschichtzeiten (Untergrenzen) blockiert werden, was eine flexible, vertragsgemäße Planung unmöglich macht. Man wird gezwungen, technische Fehler der internen IT wochenlang per E-Mail auszudiskutieren, während der Support keine echte Hilfe bietet.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird zwar viel mit dem grünen Image geworben, da man mit dem Fahrrad ausliefert, aber das soziale Bewusstsein im Umgang mit den eigenen Angestellten bleibt auf der Strecke. Verträge, gesetzliche Vorgaben und persönliche Verfügbarkeiten werden ignoriert, bis rechtlicher Druck aufgebaut wird. Nachhaltiger Umgang mit Personal sieht anders aus.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt bewegt sich am gesetzlichen Minimum. Man kann hier kaum noch auf ein vernünftiges Einkommen kommen, da seit Monaten konsequent allen Fahrern nur noch die absoluten Mindeststunden zugeteilt werden.
Besonders frustrierend: Der faire leistungsbasierte Orderbonus wurde komplett gestrichen. Stattdessen gibt es jetzt nur noch einen Bonus für das Abdecken von extremen Randzeiten. Für Mitarbeiter, die das hier im Nebenberuf machen, ist dieser Bonus absolut unerreichbar, da einen das Arbeitszeitgesetz (durch den Hauptberuf) rechtlich komplett daran hindert, diese späten Zeiten zu fahren. Das neue System benachteiligt arbeitende Menschen im Nebenberuf massiv.
Image
Außen hui, innen... Nach außen wird mit Nachhaltigkeit, Fairness und einem "grünen, modernen" Image geworben. Intern dominieren jedoch starre Prozesse, wöchentliche Diskussionen um vertragliche Rechte und ein Bonussystem, das darauf ausgelegt ist, die tatsächlichen Auszahlungen für viele Fahrer zu drücken.
Karriere/Weiterbildung
Quasi nicht vorhanden für Rider. Es ist ein reiner Job zum stumpfen Abarbeiten. Aufstiegschancen oder echte Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für die Fahrer auf der Straße nicht. Man bleibt lediglich eine Nummer im System.