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Bewertung

Wenn Unternehmenskultur nur ein Marketingbegriff ist!

2,1
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 im Bereich Marketing / Produktmanagement bei LIST-Gruppe (LIST AG), Nordhorn, Deutschland in Nordhorn gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die fachlichen Rahmenbedingungen und das inhaltliche Potenzial waren grundsätzlich sehr gut. Projekte boten Substanz, Relevanz und Sichtbarkeit, und interne Leistungen wurden über einen längeren Zeitraum wertgeschätzt. Der Außenauftritt des Unternehmens ist professionell, modern und qualitativ hochwertig.

Positiv hervorzuheben sind zudem die grundsätzlich vorhandenen Möglichkeiten für Remote-Arbeit und flexible Arbeitsmodelle sowie der starke kollegiale Zusammenhalt innerhalb der Teams. In einem funktionierenden Führungsumfeld hätten diese Rahmenbedingungen eine sehr gute Basis für nachhaltige Zusammenarbeit geboten.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Aus fachlicher Sicht ist die strategische Neuausrichtung im Marketing kritisch zu bewerten. Rebranding, Website-Relaunch und strategische Neuausrichtung wurden parallel und unter hohem Zeitdruck umgesetzt. Statt eines schrittweisen, aufeinander aufbauenden Markenentwicklungsprozesses stand Geschwindigkeit im Vordergrund. Gleichzeitig wurden hohe Budgets investiert, während betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen wurden, ein klarer Widerspruch zu den kommunizierten Unternehmenswerten der LIST Gruppe.

Verbesserungsvorschläge

Der starke Außenauftritt sollte konsequent durch eine gelebte Unternehmenskultur im Inneren gestützt werden. Kommunizierte Werte müssen sich im Führungsalltag, in Entscheidungen und im Umgang mit Mitarbeitenden widerspiegeln.

Der Führungswechsel im Marketing markierte einen klaren Wendepunkt mit nachhaltigen negativen Auswirkungen auf Team, Qualität und Vertrauen. Ein frühzeitiges Innehalten, ehrliche Selbstreflexion und ein Abgleich zwischen Anspruch und Realität wären notwendig gewesen.

Mit wertschätzender, dialogorientierter Führung und konsequent gelebten Werten hätte die LIST Gruppe das Potenzial, ein sehr attraktiver Arbeitgeber zu sein. Dieses Potenzial wurde jedoch nicht genutzt!

Arbeitsatmosphäre

Bis Ende 2024 war das Marketingteam fachlich stark, stabil und von echtem Zusammenhalt geprägt. Mit dem Wechsel in der Marketingleitung kam es zu einem deutlichen Bruch. Die Arbeitsatmosphäre verschlechterte sich spürbar, aus einem konstruktiven Miteinander wurde zunehmend ein Gegeneinander, begleitet von Unsicherheit und hoher Fluktuation.

Kommunikation

Die interne Kommunikation war in zentralen Situationen intransparent und nicht professionell. Sensible Gespräche wurden teilweise unter unklaren oder sachlich falschen Vorwänden terminiert.

Der Ablauf wirkt wenig strukturiert und nicht wertschätzend. Eine klare, transparente und situationsangemessene Kommunikation war nicht erkennbar, insbesondere bei personalrelevanten Entscheidungen. Dieses Vorgehen steht im Widerspruch zu den nach außen kommunizierten Ansprüchen an Offenheit und Professionalität der LIST Gruppe.

Kollegenzusammenhalt

Mit dem Wechsel in der Marketingleitung wurde ein zuvor sehr gut funktionierendes Team innerhalb kurzer Zeit deutlich geschwächt. Durch fehlende Transparenz, eingeschränkte Mitgestaltung und eine stark wettbewerbsorientierte Arbeitsweise geriet das zuvor funktionierende Miteinander unter Druck.

Die Vielzahl an Kündigungen innerhalb kurzer Zeit hätte Anlass zur kritischen Selbstreflexion geben müssen. Ein erkennbares Umdenken oder eine nachhaltige Auseinandersetzung mit den Ursachen blieb jedoch aus.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance war grundsätzlich gut. Remote-Arbeit und flexible Arbeitsmodelle waren möglich und funktionierten in der Praxis überwiegend reibungslos.

Einschränkend wirkte sich jedoch der Umgang mit verteilten Standorten aus. Mit dem Wechsel in der Marketingleitung zeigte sich, dass eine gleichwertige Führung mehrerer Standorte nicht umgesetzt wurde. In der Folge wurde ein Standort faktisch ausgeklammert, was der zuvor gelebten Flexibilität widersprach.

Vorgesetztenverhalten

Der Führungsstil der neuen Marketingleitung erwies sich als zentraler Problempunkt. Mitarbeitende wurden weder als Persönlichkeiten noch als fachliche Expert:innen ernsthaft eingebunden. Abweichende Meinungen oder Expertise außerhalb der eigenen Sichtweise waren nicht erwünscht. Führung erfolgte überwiegend autoritär und top-down, Mitgestaltung und Dialog fanden kaum statt. Der Umgangston war stellenweise respektlos und entsprach in keiner Weise zeitgemäßer Führung.

Interessante Aufgaben

Das inhaltliche Potenzial war hoch, interne Projekte wurden erfolgreich umgesetzt und extern ausgezeichnet. Mit dem Führungswechsel wurden jedoch zentrale Aufgaben zunehmend an externe Agenturen vergeben. Interne Expertise verlor an Bedeutung, wodurch Gestaltungsspielraum, Verantwortung und Motivation spürbar zurückgingen.

Gleichberechtigung

Unternehmensweit ist historisch ein Ungleichgewicht in der Geschlechterverteilung erkennbar, insbesondere in Führungspositionen. Positiv ist, dass aktuell erkennbar an einer Weiterentwicklung gearbeitet wird und mehr Frauen in Führungsrollen kommen sollen. Wie nachhaltig und wirksam diese Entwicklung ist, bleibt jedoch abzuwarten.

Innerhalb des Marketingteams war nach dem Wechsel in der Marketingleitung keine gelebte Gleichberechtigung wahrnehmbar. Kommunikation, Einbindung und Entscheidungsnähe konzentrierten sich auf einen sehr kleinen, festen Personenkreis. Andere Teammitglieder wurden deutlich weniger berücksichtigt, unabhängig von Qualifikation oder fachlicher Leistung. Dieses selektive Vorgehen wirkte intransparent und widersprach dem Anspruch an faire, gleichberechtigte Zusammenarbeit innerhalb der LIST Gruppe.

Arbeitsbedingungen

Nach außen wird Flexibilität, unter anderem in Bezug auf Arbeitsorte und Arbeitsmodelle, aktiv kommuniziert. In der praktischen Umsetzung zeigt sich jedoch, dass diese Flexibilität nicht in allen Bereichen gleichermaßen gelebt wird. Entscheidungen im Rahmen von Umstrukturierungen und Kündigungen wirkten für Außenstehende teilweise wenig transparent und nicht konsistent mit den zuvor kommunizierten Werten der LIST Gruppe.

Gehalt/Benefits

Die Vergütung war insgesamt uneinheitlich. Während einzelne Positionen marktgerecht und gut vergütet waren, zeigten sich bei vergleichbaren Aufgaben und Verantwortlichkeiten deutliche Unterschiede in der Bezahlung. Eine transparente oder nachvollziehbare Vergütungsstruktur war nicht erkennbar.

Image

Das externe Image des Unternehmens ist professionell, modern und hochwertig. Nach außen tritt die LIST Gruppe mit klaren Botschaften, starken visuellen Auftritten und einem attraktiven Selbstbild auf. Dieser Außenauftritt wirkt durchdacht und überzeugend.

Im direkten Vergleich zur internen Realität entsteht jedoch eine deutliche Diskrepanz. Viele der nach außen kommunizierten Werte und Ansprüche spiegeln sich im Arbeitsalltag nicht wider. Das Image ist daher nach außen stark, intern jedoch nur eingeschränkt glaubwürdig.


Umgang mit älteren Kollegen

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Karriere/Weiterbildung

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