Zweimal als Zeitarbeitnehmer dort – interessante Aufgaben, enttäuschendes Miteinander und fehlende Perspektive
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die interessanten Aufgaben, die flexiblen Arbeitszeiten sowie Gehalt und Benefits.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das häufige Lästern im Büro, den von mir erlebten mangelnden Zusammenhalt und die fehlende Klarheit bei den Übernahmechancen für Zeitarbeitnehmer.
2020 hatte ich eine unbefristete Beschäftigung für einen befristeten Einsatz aufgegeben. Rund vier Monate später endete dieser während der Coronakrise. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die weinenden Kollegen, als damals für viele die Beschäftigung endete.
Trotz dieser Erfahrung gab ich dem Unternehmen Ende 2023 eine zweite Chance. Leider erlebte ich erneut ein für mich belastendes Arbeitsklima und keine verlässliche berufliche Perspektive. Nach beiden Einsätzen fühlte ich mich als Zeitarbeitnehmer ausgenutzt.
Verbesserungsvorschläge
Übernahmechancen für Zeitarbeitnehmer frühzeitig und ehrlich kommunizieren. Klare Kriterien nennen und regelmäßig besprechen, wo jemand steht und welche Möglichkeiten tatsächlich bestehen.
Führungskräfte sollten bei Lästereien und Konflikten eingreifen, statt diese laufen zu lassen. Personalentscheidungen sollten auf einer nachvollziehbaren Beurteilung der Arbeit beruhen. Dazu gehört auch, mit den betroffenen Mitarbeitern direkt zu sprechen und ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.
Arbeitsatmosphäre
Ich war 2020 und erneut von Ende 2023 bis etwa Ende 2024 bei Lufthansa Technik eingesetzt. Meine Erfahrungen beziehen sich auf den Customer Service und die Verwaltungsbereiche, in denen ich gearbeitet habe.
Im Büro wurde häufig und ausgiebig übereinander gelästert. Ich habe das Miteinander als Konkurrenzkampf erlebt, in dem mir Vertrauen und gegenseitige Unterstützung fehlten. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass Kollegen sich gegenüber anderen als verlängerter Arm der Vorgesetzten aufspielten.
Von den Führungskräften hätte ich mir mehr Rückhalt und klare Grenzen gewünscht. Bei meinem ersten Einsatz erlebte ich beispielsweise, wie Kollegen mit einer Nerf-Gun auf einen Vorgesetzten schossen, ohne dass dieser erkennbar eingriff. Für mich stand diese Szene für fehlende Führung.
Die Aufgaben waren interessant. Das konnte den für mich belastenden Umgang miteinander aber nicht ausgleichen.
Gehalt/Benefits
Gehalt und Benefits bewerte ich positiv. Meine Kritik betrifft vor allem die berufliche Perspektive als Zeitarbeitnehmer.
Bei meinem zweiten Einsatz hatte ich den Eindruck, dass negative Äußerungen einer Kollegin meine Chance auf die angestrebte Stelle beeinträchtigten. Anschließend wechselte ich in einen anderen Bereich. Auch dort erlebte ich wieder einen hohen Leistungsanspruch, ohne dass sich für mich eine konkrete Aussicht auf Übernahme ergab.
Nach zwei Einsätzen blieb bei mir das Gefühl, sehr viel leisten zu müssen, ohne eine verlässliche Perspektive auf eine feste Zugehörigkeit zu bekommen.

