Willkommen im Best-Practice-Fleischwolf
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv ist, dass zumindest angefangen wird, geschlechtergerechte Sprache zu verwenden. Das sollte jedoch konsequenter umgesetzt werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus Sicht einer Führungskraft ist besonders frustrierend, dass man Mitarbeitende eigentlich motivieren, entwickeln und zu Leistung befähigen möchte, dafür aber zunehmend die falschen Werkzeuge bekommt.
Viele Mitarbeitende starten motiviert und mit dem Wunsch, etwas zu bewegen. Genau diese Motivation wird jedoch durch starre Vorgaben, praxisferne Prozesse und einen immer größeren Verwaltungsapparat systematisch ausgebremst. Besonders im Vertrieb ist „Best Practice“ mittlerweile kein hilfreicher Ansatz mehr, sondern fühlt sich eher wie ein Best-Practice-Fleischwolf an: ambitionierte Mitarbeitende werden durch unrealistische Kennzahlen, lähmende Systeme und ständige Kontrolle so lange bearbeitet, bis von Eigeninitiative kaum noch etwas übrig bleibt.
Dass ganze Teams nicht die erwartete Leistung bringen, hat Gründe. Wenn Prozesse, Systeme und Führungsstil die Arbeit mehr behindern als unterstützen, sollte man nicht nur auf die Mitarbeitenden schauen, sondern auch auf die Strukturen dahinter.
Verbesserungsvorschläge
Vorgaben sollten realistisch, nachvollziehbar und tatsächlich praxistauglich sein.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ist geprägt von Frust, Druck und sinkender Motivation. Viele wollten einmal etwas bewegen, wirken inzwischen aber eher müde und resigniert. Der sogenannte Best-Practice-Ansatz trägt erheblich dazu bei.
Work-Life-Balance
Auf dem Papier vielleicht vorhanden, in der Praxis aber stark abhängig von Druck, Kennzahlen und administrativem Aufwand. Die Menge an Vorgaben und Dokumentationspflichten belastet den Arbeitsalltag deutlich.
Karriere/Weiterbildung
Karriere und Weiterbildung wirken inzwischen stark blockiert. Förderung scheint nicht transparent oder leistungsbezogen zu erfolgen, sondern eher ausgewählten Personen vorbehalten zu sein.
Vorgesetztenverhalten
Führung wirkt häufig mehr kontrollierend als unterstützend. Es fehlt an echter Überzeugungskraft, Empathie und der Fähigkeit, Mitarbeitende mitzunehmen. Statt Motivation entsteht oft Resignation.
Arbeitsbedingungen
Die Systeme sind langsam, umständlich und kosten im Alltag enorm viel Zeit. Selbst einfache Dokumentationen benötigen zu viele Klicks, Ladezeiten und unnötige Zwischenschritte.