Guter Schülerjob, auch wenn nicht alles perfekt lief.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Mir wurde in vielen Bereichen das gesetzliche Mindestmaß gewährt. War das nicht der Fall, habe ich nach Anmerkung bei meinem Vorgesetzten problemlos mein Recht bekommen (auch rückwirkend). Ansonsten fällt mir neben den genannten Punkten nichts ein. Unterm Strich war das Zeitungen austragen ein guter Schülerjob, den ich über 6 Jahre gerne gemacht habe und ich kann ihn jedem, der körperlich fit und wetterresistent ist und flexible Arbeitszeiten braucht weiterempfehlen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
KDS scheint nicht gänzlich über Arbeitnehmerrechte aufgeklärt zu sein. Beispielsweise erhielt ich immer den Mindesturlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz, jedoch nicht den höheren Mindesturlaub für Minderjährige nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz. Dass ich als Arbeitnehmer meinen Arbeitgeber, der so viele Minderjährige beschäftigt erst auf diese Regelung hinweisen musste ist für mich schon ein Armutszeugnis.
Verbesserungsvorschläge
Wenn man kein Transportmittel zur Verfügung hat, muss man erstmal eins kaufen. Da fände ich es gut, wenn man sich die Materialien bei KDS nicht nur kaufen sondern auch leihen könnte, insbesondere wenn man den Job nur für eine kurze Zeit macht.
Ansonsten fallen mir noch die schon genannten Punkte ein.
Work-Life-Balance
Die Zeitungen kamen fast immer pünktlich, sodass ich die Verteilung immer gut um andere Aktivitäten rumplanen konnte und nie Konflikte hatte. Für die Tour am Mittwoch hatte ich den halben und für die am Samstag sogar den ganzen Tag Zeit, um mir die Verteilung einzuteilen.
Urlaub konnte zu jeder Zeit mit Antrag zwei Wochen vorher genommen werden. Auch wenn ich mal etwas mehr Urlaub als vorgesehen brauchte, konnte ich immer unbezahlt Urlaub nehmen.
Vorgesetztenverhalten
Meine Vorgesetzten haben sich mir gegenüber immer höflich verhalten. Sie waren auch immer kulant bei mir, wenn ich mal den Krankenschein einen Tag zu spät eingereicht oder einen Urlaubstag etwas zu spät beantragt habe.
Arbeitsbedingungen
Fürs Wetter kann die Firma nichts. Die Zeitungen kamen meistens pünktlich, sodass ich mir an regnerischen Tagen meistens noch ein trockenes Zeitfenster raussuchen konnte. Bei Extremwetter wie Glatteis kam eine Rundmail, dass wir auch am nächsten Tag verteilen dürfen.
Kommunikation
Meine Vorgesetzten haben mir immer schnell geantwortet und waren immer höflich.
Gehalt/Benefits
Viel mehr als Mindestlohn kann man als Zeitungsausträger nicht erwarten. Dass minderjährige Boten nur 2/3 des Mindestlohns erhalten, finde ich nicht gut, auch wenn der Mindestlohn erst für Volljährige gilt, da sie nicht weniger als volljährige Boten leisten. Ob das mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz zu vereinbaren ist, wage ich auch stark zu bezweifeln.
Die Berechnung der Verteilzeit ist mir etwas schleierhaft. Für die Verteilung selber reicht die Zeit meistens gut aus (außer in Ausnahmefällen wie Schnee, da hat eine kurze Mail mit einer Begründung dafür, warum es länger als ursprünglich berechnet gedauert hat gereicht, um mehr Zeit vergütet zu bekommen). Auch finde ich es schade, dass Ehrlichkeit bestraft wird. Als ich einmal meldete, dass ich mehr Zeitungen bekomme als ich Haushalte beliefern muss, wurde mir die Zeit gekürzt (zwar nur um eine Minute, trotzdem falsche Signalwirkung).
Wenn man aber noch Prospekte in die Zeitungen legen muss wird pro Prospekt runtergerechnet 1,6s berechnet, auf Dauer ist das echt sportlich.
Die starren 1,50€ pro Tour als Kostenpauschale finde ich auch etwas wenig und sie sollte bezüglich Größe des Verteilungsbezirks und Inflation dynamisiert werden.
Gleichberechtigung
33% weniger Lohn wegen des Alters (<18) für gleiche Arbeit ist aus meiner Sicht Altersdiskriminierung.

