Am Ende der Nahrungskette
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ethische/Moralische Einstellung (Wenn auch nicht konsequent imgesetzt), Überzeugung vom eigenen Produkt und starker Wille zu Innovation.Gewinne im Unternehmen werden konsequent reinvestiert.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Veraltete Denkmuster stehen im Weg. Langfristige grundlegende Verbesserungen werden gescheut aus Angst vor den kurzfristigen Konsequenzen - zum Schaden aller. Unbegründete “Angst” vor den Kunden, viele nicht erbrachte Vorleistungen werden “selbstverständlich” von uns erledigt. Das führt zu Verzögerungen und Verärgerung bei anderen Kunden.
Verbesserungsvorschläge
Arbeitnehmerrechte auch außerhalb des Werksgeländes anerkennen und damit aufhören alle Probleme auf Jene abzuschieben, die die Produkte zum Kunden bringen.
Arbeitsatmosphäre
Allgemein hat man ein offenes Ohr für Anliegen, Anregungen und Probleme und ist bemüht sie einzubinden - scheitert leider an sehr begrenzten Kapazitäten.
Kommunikation
Man erhält regelmäßige Updates und sie Möglichkeit Feedback zu geben. Man läuft aber oft gegen Wände, da die Verantwortung vieler Mitarbeiter am Rand ihres Schreibtischs aufhört und Interesse für Belange des Endkunden komplett fehlt.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der jeweiligen Abteilungen 100%, dazwischen wird oft gegeneinander gearbeitet.
Work-Life-Balance
Am Ende der Woche ist man mental/körperlich erledigt. Permanenter Termin-Druck und dem Ärger der Endkunden ohne Unterstützung vom Werk permanent ausgesetzt zu sein macht auf Dauer depressiv. Man wird praktisch zu andauernd zur massiven Überschreitung der erlaubten täglichen Arbeitszeit genötigt. Die im Werk vom Betriebsrat erwirkten Regelungen haben in dieser Abteilung keine Gültigkeit - das frustriert ungemein.
Vorgesetztenverhalten
Immer korrekt, man fühlt sich anerkannt und geschätzt, kämpfen aber selbst offensichtlich gegen Windmühlen.
Interessante Aufgaben
Interessante qualitativ hochwertige Produkte für die man gerne steht. Viel Abwechslung. Es gibt Schulungen, aber 95% sind learning by doing - man lernt jeden Tag etwas Neues, wenn man das möchte.
Gleichberechtigung
Weibliche Führungspositionen sind wohl eher die Ausnahme und würden dem Unternehmen sehr gut tun. Viele Abteilungen hängen geradezu in rückständigen Denkweisen fest und schaden dem Unternehmen. Inklusion und Diversität im Unternehmen ist ein Feigenblatt - die gesamte Firma ist praktisch weiß und männlich.
Umgang mit älteren Kollegen
“Jeder wie er kann.” und das bei einer gerechten Entlohnung - Leistung wird bei allen gefördert, steht aber nicht im Vordergrund - richtig so.
Arbeitsbedingungen
Werkzeugbeschaffung ist z.T. lächerlich restriktiv und muss sich dafür oft “rechtfertigen” oder erhält es einfach garnicht. Privates Beschaffen und Bezahlen ist der einfachste Weg. Einem Werkskundendienst absolut unwürdig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Fahrwege von z.T. 1000km/Woche werden einfach in Kauf genommen, anstatt die Planung zu optimieren. Es fallen Unmengen an Müll an und Ressourcen werden verschwendet, obwohl das einfach behebbar wäre. In der Kantine gibt es jeden Tag zwei Fleisch + vegetarische Option (wobei Fisch in Bayern oft als Gemüse durchgeht), aber seltenst eine umweltfreundliche vegane Option.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist absolut okay, das Gefälle zwischen verschiedenen Positionen ist aber gemessen an der erbrachten Leistung deutlich zu hoch.
Image
Die Qualität der Produkte ist unübertroffen in der Branche. Der Weg zum Kunden aber stark durchwachsen - stark verärgerte/enttäuschte Kunden sind an der Tagesordnung und erhöhen den Stress zusätzlich. Ganz besonders wegen extrem restriktiver Kommunikationarichtlinien fühlt man sich als Techniker oft rückhaltlos vor den Bus geworfen.
Karriere/Weiterbildung
Schulungen existieren, aber ersparen auch nur den Blick in die Betriebsanleitung/Technisches Handbuch. Inhaltlich korrekt, aber komplett praxisfern - man lernt eigentlich ausschließlich selber oder von Kollegen.


