Nicht das, was es mal war.
Verbesserungsvorschläge
Ich habe vor und während der Reorg meinen Vorschläge eingebracht. Ist alles bekannt.
Arbeitsatmosphäre
Zwei Punkte dazu: Erstens, seit der Reorg ist die Stimmung definitiv nicht mehr so gut wie sie mal war. Sehr viele sehr geschätze und langjährige Kolllegen und Kolleginnen wurden entweder entlassen, wurden zum Jobwechsel "ermutigt" oder wurden einfach gekündigt. Wenn man dann mitbekommt, dass einige Monate später neue Leute für den selben Kompetenzbereich eingestellt wurden, wo erst vor kurzem Leute gekündigt wurden, wirft das schon Fragen auf. Seitdem ist auch alles sehr Geld-getrieben. Wo vorher die individuelle persönliche Weiterentwicklung im Fokus stand, gibt es jetzt einen Kriterienkatalog und KPIs. Okay, es gibt noch Handlungsspielraum der Personalverantwortlichen, aber das ist mittlerweile doch sehr standardisiert worden.
Zweitens: Durch die ganze Preistreiberei der Kunden, ganz besonders duch den AI-Wahn, sind Projektteams in der Regel über mehrere Standorte und Länder verteilt. Ich habe schon seit knapp 3 Jahren nur noch Projektkollegen aus anderen Standorten. Insofern komme ich auch kaum noch ins Büro. Die Zeit für die Anfahrt im Berufsverkehr kann ich mir sparen, wenn ich hauptsächlich mit Kollegen remote zu tun habe.
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Kann ich nicht beurteilen. Ich glaube schon, dass wir bei Kunden ganz gut dastehen. Aber, es ist nicht so, dass wir bekannt wären wie Adesso oder MSG.
Work-Life-Balance
Wenn man irgendwie irgendwas erreichen will, dann darf man schon gut schuften. Ich höre von Kollegen, die teilweise 3 Projekte gleichzeitig haben. Oder, um eine bestimmte Rolle als Dev zu bekommen, soll man auf Konferenzen rumtingeln, Artikel schreiben, Networking betreiben etc. Aber das ganze dann bitte nicht auf Kosten der Auslastung. So wirklich rund ist das noch nicht.
Fairerweise muss man sagen, dass ich bisher im Projekt noch kein negatives Feedback bekommen habe, wenn ich kurzfristig mich um unsere Tocher kümmern musste, oder wenn bestimmte Zeitslots für Mettings einfach nicht gehen. Hängt aber bestimmt stark vom Projekt und vom Kunden ab.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt keine Hierarchie in der man sich nach oben arbeiten kann. Entwickler, Gildenmeister...fertig. Früher konnte man wenigstens noch Teil der Bereichsführung werden, konnte Mitarbeiterführung übernehmen, oder ähnliches. Das gibt es mittlerweile alles nicht mehr. Durch die Reorg wurden viele Positionen gestrichen. War ich ehemals Teil der Bereichsführung und verantwortlich für eine technologische Säule, bin ich mittlerweile "einfacher" Entwickler. Es gibt/gab nicht genügend höhere Positionen. Da ist man mittlerweile sehr eingeschränkt. Früher hieß es mal: "Wir schaffen die Positionen für die Kompetenzen der Mitarbeitenden." (Zitat ehemaliger CEO). Das gibt es nicht mehr. Oder ich bin einfach nicht laut genug, und vordere meine Nischenposition ein. Keine Ahnung.
Gehalt/Benefits
Könnte natürlich immer besser sein. Man kann sich mit den Gehältern in München und Umgebung definitiv keine Immobilie leisten. Da muss man eher zu einem Produktanbieter.
Ansonsten....Benefits....ordentliches Weiterbildungsbudget, Obstkorb, kostenlose Getränke/Kaffee, kostenloses Laden wenn man ein E-Auto hat. Mehr mag mir gerade nicht einfallen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wir haben kostenlose Ladensäulen in der TG, Solar auf dem Dach und anstatt eine Klimaanlage Kühldecken. Ansonsten merke ich nichts von einem besonderen Umwelt- und Sozialbewusstsein.
Kollegenzusammenhalt
Zum Glück bin ich in der Gilde in der ich bin. Wir haben schon als Bereich sehr gut zusammengehalten. Als Gilde hat sich das bisher nicht geändert.
Umgang mit älteren Kollegen
Haben wir sehr viele mit der Reorg verloren. Und, Dauer der Betriebszugehörigkeit heißt einfach überhaupt nichts, sobald man einen persönlichen Draht zu den GFs hat. Da werden lieber die langjährigen, loyalen Kollegen gekündigt, als die nahen Freunde der GF die durch Inkompetenz glänzen. Von Unternehmesseite kann ich sagen, dass ältere/langjährige Kollegen nicht gefördert werden. Auf Gildenebene...keine Ahnung. Der Alterdurchschnitt unserer Gilder ist 32.
Ich weiß es nicht, aber auf Grund der aktuellen Situation kann ich mir nicht vorstellen, dass ältere Semester eingestellt werden, wenn nicht ein expliziter Bedarf vorhanden ist.
Vorgesetztenverhalten
Ich war mal Vorgesetzter ("PV"). Dann kam die Reorg, und jetzt gibt es einfach nicht mehr so viele PV-Stellen. Naja.
Ich kann mich aber über meinen Gildenmeister wirklich nicht beschweren. Ist aber trotzdem ein komisches Gefühl, wenn die Person, mit der du vor der Reorg auf einer Stufe warst auf einmal dein Chef ist.
ABER, es gibt definitiv auch Vorgesetzte, die einfach keine Personalführung haben sollten, weil sie sich verhalten wie die Axt im Wald. Da das schon seit Jahren der Fall ist, und sich selbst nach Beschwerden einfach nicht ändert, haben viele wohl einfach aufgegeben. Die persönliche Nähe zur (ehemaligen) Geschäftsführung zahlt sich hier definitiv aus.
Arbeitsbedingungen
Es gibt viele Open-Space Arbeitsplätze. Da die Projektteams sehr verteilt sind, gibt es kaum noch Projektbüros. Viele sitzen in den Open-Spaces. Keine Change da in Ruhe zu arbeiten, weil immer irgendwo mind. 2 Leute für mehrere Stunden im Call sind. Es gibt einfach viel zu wenig Telefonzellen. Noch ein Grund, warum ich lieber im HomeOffice bin. Da habe ich Ruhe und kann konzentriert arbeiten.
Ansonsten ist die Ausstattung der Arbeitsplätze ok. Es gibt viel zu wenig Mac-Tastaturen! ;-)
Kommunikation
"Alles super! Alles gut! Es geht wieder aufwärts!" Warum fühlt es sich nicht so an? Es wurde mal eine Townhall eingeführt, für extrem wichtige Themen, die alle mitbekommen sollen. Die hat 2 oder 3 mal stattgefunden. Seit dem wird wieder alles in der Freitagsrunde kommuniziert. Wo früher mal private oder soziale Themen und Projekte vorgestellt wurden, ist es mittlerweile nur noch eine Platform für die GFs geworden und damit sich die (gefühlt) 50 neuen BUs und Gilden vorstellen können. Ich schalte nach dem GF-Slot meist aus.
Gleichberechtigung
Ich kann nur von meiner Gilde sprechen. Hier habe ich nicht das Gefühl, dass Frauen irgendwie anders bewertet werden als Männer. Da ich ein Mann bin, könnte das aber auch ein Bias sein. Zum Glück haben wir unsere Diversitybeauftragte, auf die man immer mit solchen Themen zugehen kann.
Interessante Aufgaben
Ab und zu kommt mal ein R&D Projekt rein. Aber der Rest ist einfach 0815.

