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MaibornWolff 
GmbH
Bewertung

Nicht das, was es mal war.

2,8
Nicht empfohlen
FührungskraftHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich IT bei MaibornWolff GmbH in München gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Ich habe vor und während der Reorg meinen Vorschläge eingebracht. Ist alles bekannt.

Arbeitsatmosphäre

Zwei Punkte dazu: Erstens, seit der Reorg ist die Stimmung definitiv nicht mehr so gut wie sie mal war. Sehr viele sehr geschätze und langjährige Kolllegen und Kolleginnen wurden entweder entlassen, wurden zum Jobwechsel "ermutigt" oder wurden einfach gekündigt. Wenn man dann mitbekommt, dass einige Monate später neue Leute für den selben Kompetenzbereich eingestellt wurden, wo erst vor kurzem Leute gekündigt wurden, wirft das schon Fragen auf. Seitdem ist auch alles sehr Geld-getrieben. Wo vorher die individuelle persönliche Weiterentwicklung im Fokus stand, gibt es jetzt einen Kriterienkatalog und KPIs. Okay, es gibt noch Handlungsspielraum der Personalverantwortlichen, aber das ist mittlerweile doch sehr standardisiert worden.
Zweitens: Durch die ganze Preistreiberei der Kunden, ganz besonders duch den AI-Wahn, sind Projektteams in der Regel über mehrere Standorte und Länder verteilt. Ich habe schon seit knapp 3 Jahren nur noch Projektkollegen aus anderen Standorten. Insofern komme ich auch kaum noch ins Büro. Die Zeit für die Anfahrt im Berufsverkehr kann ich mir sparen, wenn ich hauptsächlich mit Kollegen remote zu tun habe.

Image

Kann ich nicht beurteilen. Ich glaube schon, dass wir bei Kunden ganz gut dastehen. Aber, es ist nicht so, dass wir bekannt wären wie Adesso oder MSG.

Work-Life-Balance

Wenn man irgendwie irgendwas erreichen will, dann darf man schon gut schuften. Ich höre von Kollegen, die teilweise 3 Projekte gleichzeitig haben. Oder, um eine bestimmte Rolle als Dev zu bekommen, soll man auf Konferenzen rumtingeln, Artikel schreiben, Networking betreiben etc. Aber das ganze dann bitte nicht auf Kosten der Auslastung. So wirklich rund ist das noch nicht.
Fairerweise muss man sagen, dass ich bisher im Projekt noch kein negatives Feedback bekommen habe, wenn ich kurzfristig mich um unsere Tocher kümmern musste, oder wenn bestimmte Zeitslots für Mettings einfach nicht gehen. Hängt aber bestimmt stark vom Projekt und vom Kunden ab.

Karriere/Weiterbildung

Es gibt keine Hierarchie in der man sich nach oben arbeiten kann. Entwickler, Gildenmeister...fertig. Früher konnte man wenigstens noch Teil der Bereichsführung werden, konnte Mitarbeiterführung übernehmen, oder ähnliches. Das gibt es mittlerweile alles nicht mehr. Durch die Reorg wurden viele Positionen gestrichen. War ich ehemals Teil der Bereichsführung und verantwortlich für eine technologische Säule, bin ich mittlerweile "einfacher" Entwickler. Es gibt/gab nicht genügend höhere Positionen. Da ist man mittlerweile sehr eingeschränkt. Früher hieß es mal: "Wir schaffen die Positionen für die Kompetenzen der Mitarbeitenden." (Zitat ehemaliger CEO). Das gibt es nicht mehr. Oder ich bin einfach nicht laut genug, und vordere meine Nischenposition ein. Keine Ahnung.

Gehalt/Benefits

Könnte natürlich immer besser sein. Man kann sich mit den Gehältern in München und Umgebung definitiv keine Immobilie leisten. Da muss man eher zu einem Produktanbieter.
Ansonsten....Benefits....ordentliches Weiterbildungsbudget, Obstkorb, kostenlose Getränke/Kaffee, kostenloses Laden wenn man ein E-Auto hat. Mehr mag mir gerade nicht einfallen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Wir haben kostenlose Ladensäulen in der TG, Solar auf dem Dach und anstatt eine Klimaanlage Kühldecken. Ansonsten merke ich nichts von einem besonderen Umwelt- und Sozialbewusstsein.

Kollegenzusammenhalt

Zum Glück bin ich in der Gilde in der ich bin. Wir haben schon als Bereich sehr gut zusammengehalten. Als Gilde hat sich das bisher nicht geändert.

Umgang mit älteren Kollegen

Haben wir sehr viele mit der Reorg verloren. Und, Dauer der Betriebszugehörigkeit heißt einfach überhaupt nichts, sobald man einen persönlichen Draht zu den GFs hat. Da werden lieber die langjährigen, loyalen Kollegen gekündigt, als die nahen Freunde der GF die durch Inkompetenz glänzen. Von Unternehmesseite kann ich sagen, dass ältere/langjährige Kollegen nicht gefördert werden. Auf Gildenebene...keine Ahnung. Der Alterdurchschnitt unserer Gilder ist 32.
Ich weiß es nicht, aber auf Grund der aktuellen Situation kann ich mir nicht vorstellen, dass ältere Semester eingestellt werden, wenn nicht ein expliziter Bedarf vorhanden ist.

Vorgesetztenverhalten

Ich war mal Vorgesetzter ("PV"). Dann kam die Reorg, und jetzt gibt es einfach nicht mehr so viele PV-Stellen. Naja.
Ich kann mich aber über meinen Gildenmeister wirklich nicht beschweren. Ist aber trotzdem ein komisches Gefühl, wenn die Person, mit der du vor der Reorg auf einer Stufe warst auf einmal dein Chef ist.
ABER, es gibt definitiv auch Vorgesetzte, die einfach keine Personalführung haben sollten, weil sie sich verhalten wie die Axt im Wald. Da das schon seit Jahren der Fall ist, und sich selbst nach Beschwerden einfach nicht ändert, haben viele wohl einfach aufgegeben. Die persönliche Nähe zur (ehemaligen) Geschäftsführung zahlt sich hier definitiv aus.

Arbeitsbedingungen

Es gibt viele Open-Space Arbeitsplätze. Da die Projektteams sehr verteilt sind, gibt es kaum noch Projektbüros. Viele sitzen in den Open-Spaces. Keine Change da in Ruhe zu arbeiten, weil immer irgendwo mind. 2 Leute für mehrere Stunden im Call sind. Es gibt einfach viel zu wenig Telefonzellen. Noch ein Grund, warum ich lieber im HomeOffice bin. Da habe ich Ruhe und kann konzentriert arbeiten.
Ansonsten ist die Ausstattung der Arbeitsplätze ok. Es gibt viel zu wenig Mac-Tastaturen! ;-)

Kommunikation

"Alles super! Alles gut! Es geht wieder aufwärts!" Warum fühlt es sich nicht so an? Es wurde mal eine Townhall eingeführt, für extrem wichtige Themen, die alle mitbekommen sollen. Die hat 2 oder 3 mal stattgefunden. Seit dem wird wieder alles in der Freitagsrunde kommuniziert. Wo früher mal private oder soziale Themen und Projekte vorgestellt wurden, ist es mittlerweile nur noch eine Platform für die GFs geworden und damit sich die (gefühlt) 50 neuen BUs und Gilden vorstellen können. Ich schalte nach dem GF-Slot meist aus.

Gleichberechtigung

Ich kann nur von meiner Gilde sprechen. Hier habe ich nicht das Gefühl, dass Frauen irgendwie anders bewertet werden als Männer. Da ich ein Mann bin, könnte das aber auch ein Bias sein. Zum Glück haben wir unsere Diversitybeauftragte, auf die man immer mit solchen Themen zugehen kann.

Interessante Aufgaben

Ab und zu kommt mal ein R&D Projekt rein. Aber der Rest ist einfach 0815.

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Arbeitgeber-Kommentar

Nathalie MerkleEmployer Branding

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

erst einmal vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Bewertung so ausführlich und reflektiert zu formulieren. Ich möchte gerne auf einzelne Punkte eingehen, die mir besonders aufgefallen sind, und dabei unsere Perspektive ergänzen.

Mir ist wichtig, dabei zwei Ebenen zu trennen: Zum einen gibt es Entscheidungen und Rahmenbedingungen, die wir erklären können. Zum anderen gibt es Wahrnehmungen und Erfahrungen, die wir ernst nehmen müssen, auch wenn wir einzelne Punkte anders einordnen.

Letzten Herbst mussten wir den schweren Schritt gehen und uns von Menschen trennen. Du schreibst, dass du früher Teil der Bereichsführung warst. Dann warst du auch im Bilde wie lange wir versucht haben, trotz der schlechten wirtschaftlichen Situation alle Mitarbeitenden zu halten. Ab einem gewissen Punkt ging das leider nicht mehr. Du hast selbst erlebt, wie dynamisch die Situation im Projektgeschäft teilweise war.

Gleichzeitig kann ich gut nachvollziehen, dass solche Entscheidungen von außen nicht immer transparent oder stimmig wirken. Die gesamte Situation war für alle emotional belastend. Ich kann dir versichern, dass wir sehr viel Zeit in den Prozess investiert haben, um diese schweren Entscheidungen so verantwortungsvoll wie möglich zu treffen.

Ich verstehe auch, dass es sich komisch anfühlt, wenn sich die Projektsituation ein paar Monate später verbessert und wieder Menschen eingestellt werden. Aktuell sind wir sehr froh über die Auslastung der Kolleg:innen im Projektgeschäft und die neuen Kunden, die wir in der letzten Zeit gewinnen konnten.

Karriere/Weiterbildung
Bezüglich der Karriereentwicklung schreibst du, es gebe keine Rollen, in die man sich entwickeln kann. Es stimmt, dass wir im Zuge der Reorganisation einiges verändert haben. Gleichzeitig gibt es weiterhin Entwicklungswege, zum Beispiel über Rollen als Fellow, Mentor:in oder fachliche:r Expert:in.

Fellows sind technische Expert:innen, die genau die Sichtbarkeit schaffen sollen, die du beschreibst: auf Konferenzen auftreten, Netzwerke aufbauen oder Artikel schreiben. Diese Rolle wird bewusst gewählt und ist mit entsprechenden Erwartungen verbunden. Wer Mitglied einer Gilde ist und sich vor allem auf die Projektarbeit konzentriert, entwickelt sich ebenfalls fachlich weiter; daraus entsteht aber nicht automatisch die Erwartung, zusätzliche Sichtbarkeits- oder Community-Aufgaben zu übernehmen.

Umgang mit älteren Kollegen
Du schreibst, dass ältere/langjährige Kollegen nicht gefördert werden. Ich würde an der Stelle tatsächlich gerne nachfragen, was du meinst. Welche Förderung fehlt deiner Meinung nach?

Allen Mitarbeitenden steht das gleiche Weiterbildungsbudget in Höhe von 1,5 Brutto Monatsgehältern zur Verfügung. Besonders ältere und langjährige Kolleg:innen profitieren hier, da ihr Budget real meist höher ist als das von Jüngeren oder neuen Kolleg:innen. Unser Durchschnittsalter über gesamt MaibornWolff hinweg liegt bei knapp 36 und ist eher höher als früher.

Arbeitsbedingungen
Ich persönlich verstehe dich vollkommen, da ich auch gerne konzentriert arbeite. Ich kenne aber auch Kolleg:innen, die sich besonders gerne in die Open Spaces setzen, weil sie Leben um sich herum brauchen beim Arbeiten.

Laut deiner Bewertung bist du in München. Wir haben zwei Büros und soweit ich informiert bin ist im Kraftwerk immer sehr wenig los und man kann im Büro in Ruhe arbeiten. An vielen Tagen ist auch an der Theresie nicht alles besetzt, sodass man meist einen Arbeitsplatz in einem der kleineren Büros finden kann. Dort ist es dann bedeutend ruhiger zum Arbeiten. Mein Eindruck ist, dass besonders auch in München für alle persönlichen Arbeitsvorlieben Büroflächen zur Verfügung stehen.

Wenn das in der Praxis anders erlebt wird, wäre es hilfreich zu verstehen, wann und wo genau die Engpässe entstehen.

Kommunikation
Eine Anmerkung zur Freitagsrunde: Der Fokus hat sich schon vor Jahren auf arbeitsbezogene Themen verschoben. Du vermisst die Projektvorstellungen? Dann komm doch gerne selber in die Freitagsrunde und stelle ein Projekt vor. Diese Themen leben vom Engagement aller Kolleg:innen.

Abschließen möchte ich noch sagen: Wir stecken seit einem Jahr in einer enormen Veränderung und das wird uns auch in Zukunft begleiten. Der Markt ist dynamischer geworden und wir müssen darauf reagieren, immer und immer wieder. Wie wir intern organisiert sind, welche Capabilities wir entwickeln, unser Leistungsangebot, wie wir kommunizieren oder Rollen definieren usw. wird beständig einem Wandel unterlegen sein. Das ist für einige sicher eine Herausforderung, für andere hingegen ein Antreiber. Es ist weder gut noch schlecht. Aber Menschen sollten für sich entscheiden, welche Art Umfeld sie brauchen, um sich wohlzufühlen.

Falls du Lust auf einen Schnack bei einem Kaffee hast, meld dich gerne. Dann können wir noch einmal über die angesprochenen Punkte sprechen.

Viele Grüße
Nathalie

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Puls

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.