Mitarbeiterverachtung als Obsession?
Gut am Arbeitgeber finde ich
Bis vor kurzen habe ich an eine gute Entwicklung geglaubt. Davon ist nicht viel geblieben. Leider!!!
Verbesserungsvorschläge
Die Bezahlung muss sich definitiv verbessern. Als absolute Untergrenze wenigstens die ursprüngliche Praxis, also Grundlohn, mindestens auf Höhe des Mindestlohns plus Prämien. Es ist keine Schande, Fehler zu korrigieren, ganz im Gegenteil, es ist ein ein Zeichen von Größe.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre ähnelt eher einer Glaubensgemeinschaft als einem Unternehmen. Fast jede Art der Führung (Jahresgespräche etc.) ist darauf ausgelegt, die Mitarbeiter klein zu halten und ihnen das Gefühl zu geben, in einer Bringschuld zu sein. Lob gibt es nur im Zusammenhang mit Umsatz. Andere Dinge bzw. Tätigkeiten, von denen es reichlich gibt, werden nicht gesehen und erst recht nicht honoriert. Das führt dazu, dass viele Kollegen auch nur dem Umsatz und damit Ihrer Provision hinterher laufen. Daher verlottern manche Filialen extrem. Die Mitarbeiter, denen auch die Sauberkeit und Ordnung, und somit das Image wichtig ist, fühlen sich ausgenutzt und veralbert.
Image
Mehr Schein als Sein.
Kaum jemand ist stolz darauf, bei MC zu arbeiten. Wo soll das auch herkommen, wenn die Verachtung der Mitarbeiter im Verkauf scheinbar zu einer Obsession geworden ist.
Work-Life-Balance
Da kann ich nichts negatives sagen. Die Dienstplanung ist gut. Auf Freiwünsche wird geachtet. Lediglich manche Samstagsdienste sind etwas ungerecht verteilt.
Karriere/Weiterbildung
Geht so... Oft haben sie Coaches weniger Erfahrung und Fachwissen, als die, die gecoacht werden sollen. Das ist manchmal echt witzig.
Die Schulungen sind oft ausgewalztes Blabla vom Blatt abgelesen.
Gehalt/Benefits
Sozialleistungen gibt es nicht, kein Weihnachtsgeld o.ä., einfach nix.
Das Gehalt beschränkt sich mehr und mehr auf den Mindestlohn. Neuerdings werden die ohnehin sehr geringen Prämien mit dem Mindestlohn verrechnet. Ich und viele Kollegen empfinden das als Tabubruch. Wenn der Grundlohn geringer als der Mindestlohn ist, was bei fast allen der Fall ist, wird bei ausbleibenden Prämien (Krankheit, Urlaub etc.) der Mindestlohn zwar (hoffentlich) brav bezahlt, wird aber großmütig als "Garantieprovision" bezeichnet. Das fühlt sich wie Almosen an. Die, die solche Entscheidungen treffen, kennen die Preisentwicklung z.B. bei Lebensmitteln, sie wissen genau, was das für ihre Mitarbeiter bedeutet. Mehr Missachtung gegenüber dem Verkaufspersonal geht kaum noch. Wenn es bei der jetzigen Entscheidung bleibt, bedeutet das für die Mitarbeiter im Verkauf für die nächsten Jahre, dass sie durch die o.g. Verrechnung kein Cent mehr Gehalt bekommen, egal wie der Mindestlohn steigt. Das mag legal sein, moralisch ist es nicht. Ich empfinde diese neue Praxis als extrem unfair und demotivierend.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nix dergleichen. Das ist bei MC keine Kategorie.
Kollegenzusammenhalt
Jeder arbeitet eigentlich nur für sich. Es wird oft um Provisionen gestritten bzw. darüber, wer Aufgaben außerhalb des Verkaufs erledigt. Die Führungskräfte drücken sich oft davor, die Arbeiten fair zu verteilen. Am Ende erledigt dann der "Schwächere" die Aufgaben. Das führt zu starker Frustration. Der, der motiviert ist, wird demotiviert. Der, der egoistisch ist, wird belohnt. Das ist definitiv nicht gut organisiert.
Umgang mit älteren Kollegen
Auf das alter der Kollegen wird keine Rücksicht genommen. Alle müssen alles erledigen. Erfahrene Kollegen werden nicht genug wertgeschätzt, obwohl sie oft der Kit sind, der den Laden zusammenhält.
Vorgesetztenverhalten
Wie schon oben beschrieben, wird wenig Motivation über Lob erzeugt. Bei der geringen Bezahlung wäre das aber schon wichtig. Die Führungskräfte habe ich durchweg als ziemlich egoistisch erlebt. Hautsache sie haben wenig Aufwand und viel Provision und Freizeit. Da es wegen der flachen Hierarchie keine Zwischenebene gibt, neigen die Bezirksleiter tendenziell eher zur Arroganz. Ich denke, das ist so gewollt und Teil des Systems.
Arbeitsbedingungen
Das kommt auf die Filiale an. Es geht von "ganz schick" bis "Bruchbude", da ist alles dabei.
Kommunikation
Die Kommunikation hat sich in den letzten Jahren verbessert. Durch das Intranet werden die Infos gut gebündelt und sind jederzeit abrufbar. Manches ist dennoch ziemlich überfrachtet, Guidelines zum Beispiel. Das entwickelt sich aber größtenteils in eine gute Richtung. Man merkt den Willen zur Optimierung deutlich.
Gleichberechtigung
Alles in Ordnung, da gibt es nix zu kritisieren.
Interessante Aufgaben
Der Verkauf macht Spaß. Der Rest geht so...
Alles was in der Filiale erledigt werden muss (Putzen, Montage von Möbeln, Schneeberäumung vor der Filiale etc.) wird von den Verkäufern erledigt.
Das wäre auch alles total o.k., wenn das Geld, welches dabei eingespart wird, dazu benutzt werden würde, um die Mitarbeiter anständig zu bezahlen. Das passiert aber leider nicht, daher ist das leider nur üble Ausbeutung.
