Eine einzige Katastrophe
Gut am Arbeitgeber finde ich
Nicht viel
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wurde alles gesagt
Verbesserungsvorschläge
Ein erster, dringend notwendiger Schritt wäre die Einführung eines professionellen Qualitätsmanagements inklusive regelmäßiger, anonymer Mitarbeiterbefragungen. Auch die Gründung eines Betriebsrats sollte endlich auf die Agenda, um Mitarbeitenden eine echte Stimme zu geben und strukturelle Missstände nicht länger auszusitzen.
Zudem wäre es sinnvoll, die Unternehmensführung zu professionalisieren: Ein externer, neutraler Geschäftsführer könnte helfen, die verfestigten autoritären Strukturen und die problematische Sonnenkönig-Mentalität innerhalb der geschäftsführenden Familie aufzubrechen.
Grundlegend braucht es ein Umdenken im Menschenbild: Wertschätzung, Vertrauen und faire Entwicklungsmöglichkeiten sind kein Luxus, sondern die Basis langfristiger Mitarbeiterbindung. Wer glaubt, dass Geld allein für Loyalität und Qualität sorgt, verkennt die Realität moderner Arbeitskultur.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre in der Filiale Lankwitz war in meiner Erfahrung durchgehend angespannt und belastend. Besonders negativ fiel der Führungsstil der Inhaberfamilie auf, da es sich um ein familiengeführtes Unternehmen handelt. Die Familienmitglieder in leitender Position verhielten sich häufig übergriffig und autoritär – Mitarbeitende wurden nicht selten von oben herab behandelt und eher wie unmündige Kinder angesprochen denn als erwachsene, fachlich kompetente Personen.
Ein weiterer problematischer Aspekt war die ambivalente Art der Kommunikation: Manche Mitglieder der Geschäftsführung bemühten sich zunächst um einen freundschaftlichen Umgangston, um Vertrauen zu gewinnen – nur um dieses später gezielt zu nutzen, um Kontrolle auszuüben oder Mitarbeitende gegeneinander auszuspielen. Dies wirkte gezielt darauf hin, kollegiale Solidarität zu untergraben und ein offenes, vertrauensvolles Miteinander unter den Angestellten zu verhindern.
Bezeichnend für das Betriebsklima war die extrem hohe Fluktuation: In den zwei Jahren, in denen ich dort tätig war, habe ich nahezu 20 Mitarbeitende kommen und gehen sehen – bei einer durchschnittlichen Teamgröße von acht bis zehn Personen. Mitarbe
Image
Das Image von MegaZoo ist ambivalent. Aus Kundensicht gilt die Marke vielerorts als bekannte Anlaufstelle für Tierfreunde mit einer breiten Produktauswahl allerdings eher im hochpreisigen Segment. Die Märkte wirken aufgeräumt und professionell, und auch das Sortiment ist umfangreich, was bei der Laufkundschaft durchaus für einen soliden Ruf sorgt.
Ganz anders hingegen das Image innerhalb der Branche und unter (ehemaligen) Mitarbeitenden. Wer in einem Bewerbungsgespräch oder in der Szene erwähnt, bei MegaZoo gearbeitet zu haben, hört nicht selten ein ehrliches „Oha wie lange hast du’s dort ausgehalten?“. Das spricht für sich. Intern ist der Ruf von hoher Fluktuation, schwierigen Arbeitsbedingungen und autoritärer Führung geprägt. Das äußere Erscheinungsbild steht in krassem Gegensatz zur internen Kultur ein klassischer Fall von „Außen hui, innen… schwierig“.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war in meiner Zeit bei MegaZoo Lankwitz leider stark belastet. Die Schichtdienste waren äußerst fordernd und wechselten täglich, eine verlässliche Planung des Privatlebens war kaum möglich. Besonders problematisch war, dass man teils von früh morgens bis abends durchgearbeitet hat, inklusive Ladenöffnung und -schluss. Samstage waren in der Regel reguläre Arbeitstage, und auch Sonntage waren gelegentlich mit Fütterdiensten belegt.
Gerade Letztere wurden zusätzlich dadurch entwertet, dass die Vergütung für den Sonntagsdienst mit einem neuen Mitarbeiter geteilt werden musste, wenn man diesen dabei einarbeitete wodurch man faktisch für mehr Verantwortung und Aufwand weniger erhielt. Hinzu kamen hohe Temperaturen im Sommer, da keine Klimaanlage vorhanden war, was die Arbeit körperlich sehr anstrengend machte.
Überstunden wurden lediglich in Form von Freizeitausgleich „abgebummelt“ und nicht ausgezahlt, oft wurden sie eher angesammelt als tatsächlich zeitnah ausgeglichen. Einfluss auf die Dienstplanung hatte man kaum, und die Pläne wurden zudem meist nur kurzfristig veröffentlicht, was spontane Anpassungen des eigenen Alltags erheblich erschwerte.
Karriere/Weiterbildung
Karriere und Weiterbildungsmöglichkeiten waren bei MegaZoo Lankwitz praktisch nicht vorhanden es sei denn, man wusste sich strategisch zu positionieren. Wer in das engere Vertrauen der Leitung kam, hatte zumindest die Chance, den Sachkundenachweis nach §11 Tierschutzgesetz zu absolvieren. Doch selbst dieser wurde nicht automatisch gefördert und brachte weder Gehaltsvorteile noch echte Entwicklungsperspektiven mit sich.
Wer darüber hinaus Karriere machen wollte, musste in erster Linie eines mitbringen: Anpassungsfähigkeit an die interne Machtstruktur und die Bereitschaft, über Kolleginnen und Kollegen hinwegzugehen. Moral oder Teamgeist waren hierbei eher hinderlich. Objektive Kriterien, transparente Entwicklungspfade oder echte Personalentwicklung: Fehlanzeige. Stattdessen dominierten Vetternwirtschaft, persönliche Nähe zur Geschäftsführung und ein intransparentes System von Bevorzugung.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war für den Einzelhandel zur damaligen Zeit grundsätzlich im akzeptablen Rahmen. Es existierten drei Gehaltsstufen im Verkauf: eine Einstiegsstufe für neue oder als weniger qualifiziert betrachtete Mitarbeitende, eine mittlere Stufe für erfahrene Kräfte und eine obere Stufe für sogenannte Leistungsträger. Diese Einteilung spiegelte jedoch weniger objektive Kriterien wider, sondern wirkte eher wie ein hierarchisches Bewertungssystem, das wenig mit transparenter Personalentwicklung zu tun hatte.
Ein regelmäßiger Anreiz war der sogenannte Quartalsbonus eine Art imaginäre Karotte, die immer wieder in Aussicht gestellt, aber fast nie erreicht wurde. Selbst wenn das Ziel nur knapp verfehlt wurde, ging man leer aus. Auch sonstige Gratifikationen oder Anerkennungszahlungen waren kaum vorhanden.
Es gab zwar einen kleinen Bonus für besonders hohe Einzelverkäufe („Bon der Woche“), doch dieser führte eher zu Konkurrenzdenken und Missgunst als zu echter Motivation. Für Sonntagsdienste in der Tierpflege wurde ein Zuschlag gezahlt allerdings musste dieser bei gleichzeitiger Einarbeitung neuer Kolleg:innen auch noch geteilt werden. Verkaufsoffene Sonntage wurden extra Bezahlt
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Umwelt- und Sozialbewusstsein herrschte bei MegaZoo Lankwitz ein klares Missverhältnis zwischen Außenwirkung und tatsächlichem Handeln. Zwar wurde vereinzelt mit Maßnahmen wie Pfandeimern in der Aquaristik geworben, doch diese wirkten eher wie PR-Aktionen als Ausdruck eines ernsthaften ökologischen Engagements. Ethisch bedenklich war vor allem der weiterhin stattfindende Handel mit Wildfängen ein Vorgehen, das in Zeiten zunehmender Sensibilisierung für Tier- und Artenschutz kritisch zu hinterfragen ist.
Auch im Bereich des sozialen Verantwortungsbewusstseins war kaum etwas erkennbar. Weder innerhalb des Unternehmens noch im Umgang mit Mitarbeitenden ließ sich ein echtes Interesse an fairen, wertschätzenden oder sozial nachhaltigen Strukturen feststellen. Vielmehr dominierte eine kurzfristige, rein betriebswirtschaftlich geprägte Sichtweise auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt.
Kollegenzusammenhalt
Ein echter Kollegenzusammenhalt war bei MegaZoo Lankwitz kaum möglich – und das schien durchaus systematisch so gewollt. Wie bereits beschrieben, wurde ein positives, solidarisches Miteinander von Seiten der Geschäftsführung und des Vertriebs aktiv unterbunden. Vertrauensvolle Beziehungen unter Kolleginnen und Kollegen wurden nicht gefördert, sondern durch gezielte Spaltungstaktiken und subtile Einflussnahme sabotiert.
Aufgrund der extrem hohen Personalfluktuation mit teilweise zwanzig Neuzugängen und Abgängen in nur zwei Jahren fiel es ohnehin schwer, ein stabiles Team aufzubauen. Kaum hatte man ein eingespieltes Miteinander entwickelt, verließen bereits die nächsten Mitarbeitenden wieder das Unternehmen – häufig frustriert oder entnervt vom Klima.
Es gab zwar einen harten Kern langjähriger Mitarbeitender, doch selbst hier wurde regelmäßig versucht, diesen durch interne Spannungen zu destabilisieren, ganz nach dem Prinzip divide et impera. So wurde jeder Versuch, ein funktionierendes Teamgefüge entstehen zu lassen, entweder durch strukturelle Rahmenbedingungen oder gezielte Einflussnahme unterlaufen.
Umgang mit älteren Kollegen
Wer nicht mehr in vollem Tempo mithalten konnte, wurde schlichtweg aussortiert. Wertschätzung für langjährige Erfahrung oder Loyalität? Fehlanzeige. Am treffendsten lässt sich der Umgang wohl so zusammenfassen: „Wenn das Pferd nicht mehr hoch genug springt, wird es aus dem Rennen genommen.“
Vorgesetztenverhalten
as Vorgesetztenverhalten bei MegaZoo Lankwitz war in meiner Erfahrung durchweg enttäuschend und in vielen Fällen schlicht nicht tragbar. Besonders problematisch war der Umgangston und die Haltung der geschäftsführenden Familie. Allen voran der Senior trat äußerst autoritär und respektlos auf von wertschätzender Führung keine Spur. Sein ältester agierte selektiv: Einige wenige Mitarbeitende wurden bevorzugt behandelt, während alle anderen wie reine Arbeitskräfte ohne individuelle Würde oder Bedeutung behandelt wurden.
Die Person, die direkt unter der Geschäftsführung stand und somit als „rechte Hand“ fungierte, war in besonderem Maße destruktiv: Nach außen freundlich und zugewandt, agierte sie intern manipulativ, intrigant und karriereorientiert häufig zum Nachteil anderer Mitarbeitender. Vertrauen war hier ein Risiko, kein Wert.
Insgesamt war der Führungsstil von Kontrolle, Misstrauen und autoritärem Verhalten geprägt. Offene Kommunikation, Fehlerkultur oder Anerkennung von Leistung suchte man vergeblich. Stattdessen herrschten Druck, Abwertung und eine spürbare Hierarchie, in der Loyalität nur dann honoriert wurde, wenn sie blind und unkritisch war.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen bei MegaZoo Lankwitz waren insgesamt schwierig und stellenweise grenzwertig. Besonders im Sommer herrschten teils unerträgliche Temperaturen, da die Filiale über keine Klimaanlage verfügte – eine klare Belastung für Personal und Tiere gleichermaßen. Der körperlich anstrengende Arbeitsalltag bestehend aus schwerem Heben, langen Laufwegen und ständigem Zeitdruck wurde dadurch erheblich erschwert.
Die Pausenzeiten wurden grundsätzlich eingehalten, allerdings bot der Pausenraum nur eine sehr rudimentäre Rückzugsmöglichkeit funktional, aber alles andere als ein Ort zur echten Erholung. Die Arbeitsmaterialien und Utensilien waren insgesamt in Ordnung und ausreichend vorhanden, sodass die tägliche Arbeit zumindest in dieser Hinsicht nicht zusätzlich erschwert wurde.
Kritisch war hingegen die generelle Planung und Organisation des Arbeitsalltags: Dienstpläne wurden oft sehr kurzfristig veröffentlicht, Mitspracherecht war kaum vorhanden. Überstunden wurden nicht ausbezahlt, sondern mussten in Form von Freizeitausgleich abgebaut werden – was nicht immer problemlos umsetzbar war. Insgesamt herrschte ein Grundklima ständiger Anspannung, das eine stabile, gesunde
Kommunikation
Die Kommunikation innerhalb des Unternehmens – insbesondere durch die Geschäftsführung war in meiner Zeit bei MegaZoo Lankwitz extrem problematisch. Regelmäßig wurden E-Mails mit seitenlangen Abhandlungen verschickt, die weniger informativ als vielmehr belehrend, gehässig und herablassend formuliert waren. Der Ton war durchweg oberlehrerhaft und zeugte von einem eklatanten Mangel an Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden. Inhaltlich wurden häufig unrealistische Anforderungen formuliert, die in der Praxis kaum umsetzbar waren, ohne Rücksicht auf tatsächliche Arbeitsbedingungen oder Belastungsgrenzen.
Abseits dieser schriftlichen Eskalationen fand kaum echte Kommunikation statt. Das Verhältnis der Inhaberfamilie zur Belegschaft ließ sich sinnbildlich mit „Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Pause“ beschreiben. Von flachen Hierarchien oder einem Dialog auf Augenhöhe konnte keine Rede sein. Feedback wurde nicht eingeladen, sondern abgeblockt oder gar sanktioniert.
Besonders destruktiv war die Art, wie Kommunikation genutzt wurde, um gezielt Spaltungen innerhalb des Teams zu fördern. en
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung war bei MegaZoo Lankwitz kaum erkennbar. Zwar wurde ich persönlich eine Zeit lang gefördert, jedoch war diese Förderung äußerst fragil und stark an Willkür gebunden. Wer einmal in Ungnade fiel sei es durch kleinere Fehler oder durch fehlende Anpassung an die interne Machtlogik wurde ebenso schnell wieder degradiert. Eine systematische oder faire Personalentwicklung gab es nicht.
Statt objektiver Maßstäbe herrschte Bevorzugung nach persönlicher Sympathie oder strategischem Nutzen. Mitarbeitende wurden mitunter aus ihrer Arbeitszeit abgezogen, um an privaten Poker-Events der Geschäftsführung teilzunehmen. Solche „Einladungen“ waren kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines Gefälligkeitssystems, in dem Nähe zur Führungsebene wichtiger war als fachliche Kompetenz oder Teamfähigkeit.
Besonders auffällig war: Wer bereit war, sich auf das Machtspiel einzulassen, andere auszugrenzen oder ohne Rücksicht auf Kolleginnen und Kollegen zu agieren, hatte deutlich bessere Karten im Unternehmen. Skrupellosigkeit zahlte sich aus Loyalität und Integrität hingegen selten.
Interessante Aufgaben
Ein gewisses Potenzial für interessante Aufgaben war bei MegaZoo Lankwitz durchaus vorhanden leider wurde es nur selten wirklich ausgeschöpft. Der Umgang mit den Tieren war für viele Mitarbeitende sicherlich der motivierendste Aspekt des Jobs, allerdings nahm dieser Teil im Arbeitsalltag nur einen vergleichsweise kleinen Raum ein.
Wer zu den bevorzugten „Auserwählten“ zählte, wurde gelegentlich gezielt gefördert und durfte in mehreren Tiergruppen arbeiten oder größere Verantwortung übernehmen. Doch auch das erfolgte nicht transparent oder leistungsgerecht, sondern basierte oft auf persönlichen Präferenzen der Vorgesetzten was die Stimmung im Team zusätzlich belastete.
Ansonsten war die Arbeit häufig von Druck, mangelnder Wertschätzung und ungünstigen Rahmenbedingungen geprägt, was auch die interessantesten Aufgaben entwerten konnte. Dennoch gab es punktuell auch positive Momente etwa beim kreativen Gestalten von Tieranlagen oder bei spannenden Kundengesprächen, insbesondere in spezialisierten Bereichen wie Aquaristik, Terraristik oder Meerwasser. In solchen Situationen konnte echte Freude an der Arbeit aufkommen – sie blieben jedoch eher Ausnahmen als Regel.